# taz.de -- Transrapid-Fan in der AfD angekommen: Rechts schwebend
> David Harder übergab als Magnetbahn-Aktivist eine Petition an eine
> Delegation der AfD. Nun sitzt er im Vorstand von deren Ortsverband
> Altkreis Meppen.
(IMG) Bild: Keine Richtung ausgeschlossen? Beim Thema Transrapid bleibe er unparteilich, behauptet Aktivist und AfD-Mitglied David Harder
Es heißt ja oft: Zeit klärt, was heute noch im Nebel liegt.
Magnetschwebebahn-Aktivist David Harder, 22, BWL-Studierender aus Meppen
und Betreiber der Website magnetbahn.de, ist ein Beispiel dafür.
Mitte 2025 reichte er dem Bundestag eine Petition ein, für den
Wiedereinsatz des Transrapid in Deutschland. Er übergab sie in Berlin auch
persönlich, an eine Delegation der AfD.
Auch Abgeordnete von SPD und Grünen hatten signalisiert, sie seien zu einem
Treffen bereit, verzichteten aber, „nachdem der Petent die Petition für
eine Zusammenarbeit mit der AfD genutzt hatte“, so Swantje Michaelsen
damals zur taz, als Bundestagsabgeordnete der Grünen im Petitionsausschuss.
Schnell stand der Verdacht im Raum, Harder bevorzuge die AfD, [1][die Art
der Petitionsübergabe habe politische Hintergründe].
Auf Fragen der taz lässt Harder die Kölner Medienrechtskanzlei Höcker
antworten. Mitte September 2025 schrieb Anwalt Carsten Brennecke der taz
über Harder: „Nein, er steht der AfD nicht näher als anderen Parteien.“ Es
gebe „keinen rechtfertigenden Anlass“ dafür, „unseren Mandanten politisch
in die Nähe der AfD zu rücken“.
Vorstand und Beisitzer im AfD-Ortsverband
Michaelsen wollte es genauer wissen und recherchierte selbst, auch auf
Social Media: „Sehr schnell wurde dabei klar“, sagt sie der taz, „dass Herr
Harder AfD-Accounts folgt, eine große Nähe zur AfD hat und sucht.“
Seit dem 24. Januar 2026 ist offenkundig, dass Harder sich nun auch ganz
offiziell blau-rechts verortet: Harder ist Mitglied des vom
AfD-Kreisverband Ems-Vechte neu gegründeten AfD-Ortsverbands Altkreis
Meppen. Er ist dort sogar im Vorstand, als Beisitzer, und er ist für die
Jugendarbeit zuständig, so eine Pressemitteilung der AfD. Diese hebt auch
hervor, dass Harder „bereits durch seine Initiative zur Rettung des
Transrapid bundesweit Aufmerksamkeit erregte“.
Erneut von der taz um Kommentierung gebeten, antwortet Harder diesmal
selbst. Die „anwaltliche Auskunft“, schreibt er der taz, „bezog sich auf
den damaligen Sachstand und war zu diesem Zeitpunkt zutreffend“. Seine
„spätere Entscheidung, der AfD beizutreten“, sei „das Ergebnis persönlicher
Erfahrungen in den auf die Petitionsübergabe gefolgten Monaten. Sie steht
zeitlich und sachlich nicht im Widerspruch zu der damaligen Auskunft.“
Die Petition sei allen parlamentarisch vertretenen Fraktionen zur Übergabe
angeboten worden. Spätere „private, parteipolitische Mitgliedschaften“
hätten darauf „keinen Einfluss“ gehabt.
Was „später“ genau bedeutet, wann er seine AfD-Mitgliedschaft beantragt
hat, wann er der Partei beitrat, das lässt Harder unbeantwortet. Glaubt man
ihm, hat er sich in nur wenigen Monaten von der politischen Neutralität zum
Funktionsträger einer Partei gewandelt, die das Bundesamt für
Verfassungsschutz kurz vor Harders Petitionsübergabe als „gesichert
rechtsextremistisch“ eingestuft hat.
Allerdings: Ist Harder zum Zeitpunkt der Petitionsübergabe wirklich
politisch neutral? Immerhin zeigt er sich nur wenige Tage vorher auf dem
Sommerfest der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen in einer Gruppe
AfD-Politiker, Arm in Arm. Auch die AfD-Bundestagsabgeordneten Maximilian
Kneller und Tobias Ebenberger sind dabei.
## Bundestagspetition ohne Erfolg
In Sachen Transrapid, den er auf seiner Magnetbahn-Website als „innovative
Verkehrstechnologie, die Deutschland dringend braucht“ wertet, bleibe er
„überparteilich“, schreibt Harder der taz. Trotz seiner „persönlichen
politischen Entscheidung“ bleibe magnetbahn.de eine „politisch neutrale“
Plattform.
Mit seinem Aktivismus für die Magnetbahn-Technologie will Harder also
weitermachen. Dafür sieht es allerdings nicht gut aus: Die an die AfD
überreichte Bundestagspetition blieb erfolglos. Sie sei „abgeschlossen“,
schreibt Michaelsen der taz, wird also nicht weiterverfolgt.
Schon 2020 hatte Harder dem Bundestag eine Petition zum Thema Transrapid
eingereicht; 2024 wurde sie mehrheitlich abgelehnt. Die jetzige Petition
ging also gar nicht ins parlamentarische Verfahren, weil es sie bereits
gab. Ein totgeborenes Kind.
Hinweis: In einer früheren Fassung hatte es geheißen, Harder sei beim
Sommerfest der „AfD-Landesvertretung Nordrhein-Westfalen“ gewesen. Es
handelte sich aber um die Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen in
Berlin. Wir haben den Fehler korrgiert. Wir haben außerdem präzisiert, dass
er sich dort mit AfD-Politikern „Arm in Arm“ gezeigt hat, statt „in
Umarmung“.
5 Feb 2026
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(DIR) Harff-Peter Schönherr
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