# taz.de -- Festnahmen in Hamburg und Griechenland: Verdacht der Sabotage an Marineschiffen
> Die beiden verdächtigen Männer sollen im Hamburger Hafen zwei für die
> Bundesmarine bestimmte Korvetten mutwillig beschädigt haben.
(IMG) Bild: Die Fregatte „Emden“ im April 2025 im Hamburger Hafen
AFP/dpa/taz | Nach versuchter Sabotage an deutschen Marineschiffen im
Hamburger Hafen haben Ermittler zwei Beschuldigte festgenommen. Der Zugriff
sei in Hamburg und in einem Dorf in Griechenland erfolgt, teilte die
Generalstaatsanwaltschaft in der Hansestadt am Dienstag mit. Die beiden
Verdächtigen sollen demnach im vergangenen Jahr versucht haben, mehrere auf
einer Werft liegende und für die Bundesmarine bestimmte Korvetten zu
beschädigen.
Laut Mitteilung hat die Zentralstelle Staatsschutz der
Generalstaatsanwaltschaft Hamburg Haftbefehl gegen einen 37-jährigen
rumänischen und einen 54-jährigen griechischen Beschuldigten vollstreckt.
Darüber hinaus seien Wohnungen der Beschuldigten in Hamburg, Rumänien und
Griechenland durchsucht worden. Koordiniert wurden die Maßnahmen über
Eurojust in Den Haag. Daran beteiligt waren das Landeskriminalamt Hamburg
sowie griechische und rumänische Strafverfolgungsbehörden.
Die beiden Beschuldigten sind verdächtig, im Jahr 2025 während ihrer
Tätigkeit im Hamburger Hafen an mehreren, auf einem Werftgelände liegenden
und für die Bundesmarine bestimmten, Korvetten Sabotagehandlungen
vorgenommen zu haben. Sie sollen, teils allein, teils gemeinschaftlich
handelnd, über 20 Kilogramm Strahlkies in den Motorblock eines Schiffes
eingebracht, Frischwasserzuleitungen zerstochen, Tankdeckel von
Treibstofftanks entfernt und Sicherungsschalter der Schiffselektronik
deaktiviert haben.
## Erhebliche Schäden und verspätetes Auslaufen
Wären die jeweiligen Sabotagehandlungen unentdeckt geblieben, hätten sie zu
erheblichen Schäden an den Schiffen oder jedenfalls zu deren verspätetem
Auslaufen geführt, so die Hamburger Generalstaatsanwaltschaft. Dadurch
hätte die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und die „Schlagkraft
der Truppe“ gefährdet werden können. Die Auswertung der sichergestellten
Beweismittel dauert an. Im Zuge der Ermittlungen werde auch die Frage
möglicher Auftraggeber der Beschuldigten geprüft werden. Bis zum Abschluss
eines Strafverfahrens gelte die Unschuldsvermutung.
Der Inspekteur der Marine, Jan Christian Kaack, hatte im Februar
vergangenen Jahres berichtet, Saboteure hätten in mehr als einem Fall
gezielte Schäden an Kriegsschiffen in Deutschland angerichtet. Es gebe „auf
mehr als einer Einheit Zerstörung, also Sabotage“, sagte der Vizeadmiral
bei den „Navy Talks“. In den Werften seien daraufhin entsprechende
Maßnahmen getroffen worden.
WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung hatten damals berichtet, die Korvette
„Emden“, die von der Hamburger Werft Blohm+Voss gebaut, aber zunächst nicht
an die Marine ausgeliefert wurde, sei ein Sabotageziel gewesen. Eine
Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft sagte nun, die Geschehnisse auf
der „Emden“ seien Gegenstand der Ermittlungen, der Haftbefehl beziehe sich
jedoch auf eine mutmaßliche Handlung an einem anderen Schiff.
3 Feb 2026
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