# taz.de -- Grenzübergang Rafah teilweise geöffnet: Durch den Checkpoint zu den Krankenwagen
> Nach bald zwei Jahren fast durchgehender Schließung öffnet der
> Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und Gaza wieder. Doch die Ein- und
> Ausreise bleibt kompliziert.
(IMG) Bild: Warten auf Patient*innen: Krankentransporter auf der ägyptischen Seite des Grenzübergangs Rafah
Nahezu zwei Jahre lang war der Grenzübergang Rafah zwischen Gaza und
Ägypten fast durchgehend geschlossen. Nun ist er wieder geöffnet. Doch
überquert wurde er bislang wohl kaum.
Nach Angaben des ägyptischen Senders Al-Kahira News sollen etwa 50
Palästinenser*innen aus Gaza mit ihren Begleiter*innen die
Erlaubnis bekommen haben, in das Nachbarland auszureisen. Ein Kontakt der
taz in Gaza bestätigt diese Zahl. Der Sender berichtete weiter, aus Ägypten
einreisende Palästinenser hätten die palästinensische Seite des
Gaza-Grenzübergangs erreicht. Wieviele es sind, war bis Redaktionsschluss
nicht klar.
Eigentlich sollen pro Tag bis zu 50 Verletzte mit maximal je zwei
Begleitpersonen ausreisen dürfen. Nach Angabe der Times of Israel sollen
etwa 150 Spitale in Ägypten bereit sein, die palästinensischen Kranken und
Versehrten zu empfangen. Aus Ägypten sollen wiederum pro Tag 50
Gazaner*innen wieder nach Gaza reisen dürfen.
## Wie die Ein- und Ausreise über Rafah funktioniert
Auch wenn die Ausreise über Rafah nun wieder möglich ist, bleibt sie doch
kompliziert. Laut Medienberichten sollen die Kontrollen dort viel Zeit –
ganze Stunden – in Anspruch nehmen. Die israelischen Sicherheitskräfte
reagierten auf eine Anfrage der taz dazu bis Redaktionsschluss nicht.
Klar ist: Mehrere Seiten sind in den Prozess involviert. Wer den
Gazastreifen verlassen will, braucht die Zustimmung der ägyptischen
Behörden, die außerdem die Namen an Israels Inlandsgeheimdienst Shin Bet
weitergeben sollen. Israel selbst soll die Ausreise der Menschen aus einem
Kontrollzentrum, nach Angaben israelischer Medien [1][mittels
Gesichtserkennungssoftware,] überwachen. Sicherheitskräfte der
palästinensischen Autonomiebehörde sollen außerdem Sicherheitsüberprüfungen
am Checkpoint durchführen.
Wer wiederum nach Gaza einreisen will, soll durch einen Sicherheitscheck
des israelischen Militärs geleitet werden.
## Gesundheitsversorgung in Gaza funktioniert kaum noch
[2][Laut dem Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer
Angelegenheiten (OCHA)] warten etwa 18.500 Menschen in Gaza darauf, sich im
Ausland behandeln zu lassen, darunter etwa 4.000 Kinder. [3][Nach über zwei
Jahren des Kriegs ist die Gesundheitsversorgung im Gazastreifen in weiten
Teilen zusammengebrochen,] die Hälfte aller Kliniken arbeiten laut OCHA gar
nicht mehr.
Die israelische Menschenrechtsorganisation Physicians for Human Rights
hatte im vergangenen Jahr – unter anderem aufgrund der Zerstörung des
Gesundheitssystems – der israelischen Regierung vorgeworden, [4][im
Gazastreifen einen Genozid zu begehen.] So sei beispielsweise die einzige
Fachklinik für Krebsbehandlungen im März 2025 bombardiert worden. Israel
erklärte nach diesem und weiteren Angriffen auf Gesundheitseinrichtungen,
dass sie von der Hamas genutzt worden seien.
Die Bedeutung des Grenzübergangs Rafah ist für die Bevölkerung groß: Sie
ist ein Tor zur Außenwelt. Im Mai 2024 hatten die israelischen Streitkräfte
den sogenannten Philadelphi-Korridor entlang der Grenze zu Ägypten
eingenommen. Und erlangten damit auch die volle Kontrolle über den
Grenzübergang Rafah. Israel hatte der Hamas zuvor immer wieder vorgeworfen,
den Übergang für den Schmuggel von Waffen zu nutzen. Dass Rafah nun wieder
geöffnet wird, [5][ist Ergebnis des von den USA initiierten Friedensplans.]
Mitarbeit: Lisa Schneider
2 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Israel-nutzt-KI-System-Lavender-in-Gaza/!6002476
(DIR) [2] https://www.ochaopt.org/content/reported-impact-snapshot-gaza-strip-28-january-2026
(DIR) [3] /Medizinische-Versorgung-im-Gazastreifen/!6013658
(DIR) [4] /Krieg-im-Gazastreifen/!6101568
(DIR) [5] /Wiederaufbau-des-Gazastreifens/!6148541
## AUTOREN
(DIR) Serena Bilanceri
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