# taz.de -- Streusalzdebatte in Berlin: Streit um Streusalz
> Nach Kritik am Winterdienst greift Berlin zu Streusalz. Grüne fordern
> eine zentrale Räumung von Gehwegen. Die BSR wird die Bezirke nun
> unterstützen.
(IMG) Bild: Streusalz: zu spät, zu umweltschädlich
dpa | In der Diskussion um den Einsatz von Streusalz auf eisglatten
Berliner Gehwegen gibt es weiterhin Kritik am schwarz-roten Senat. „CDU und
SPD haben erst das Problem nicht erkannt und dann nur Chaos angerichtet.
Zum Leidwesen der Berliner, die durch Berlin schlittern und sich dabei
schwer verletzen“, sagte Grünen-Fraktionschef Werner Graf am Wochenende.
Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hatte am Freitag überraschend entgegen
ihrer früheren Argumentation angekündigt, dass eine von ihr erlassene
Allgemeinverfügung den Einsatz von Taumitteln wie Streusalz auf Gehwegen in
Berlin nun doch ermöglichen solle.
Salz gilt als besonders effektives Streumittel. Umweltschützer warnen
allerdings vor der Verwendung. Nach Ansicht der Umweltorganisation BUND
schadet Salz den Böden, Pflanzen, Tieren und Gewässern. Während das Land
Berlin inzwischen auch auf Streusalz setzt, entscheiden in Brandenburg die
Kommunen über die Verwendung. In Potsdam ist der Einsatz nur in
Ausnahmefällen wie bei Eisregen und an besonders gefährlichen Stellen
erlaubt, etwa sehr steilen Wegen.
Grünen-Politiker Graf kritisiert des Weiteren, es sei längst klar, dass die
bestehenden Regelungen zum Winterdienst nicht funktionierten. „Wir haben
bereits vor einem Monat gefordert, dass die Geh- und Radwege bei Schnee und
Glatteis künftig zentral geräumt werden müssen“, sagte Graf. Die Grünen
hatten vorgeschlagen, die Berliner Stadtreinigung (BSR) solle schrittweise
auch den Winterdienst auf Gehwegen übernehmen. Die BSR hatte das allerdings
abgelehnt.
## BSR unterstützt die Bezirke nun doch
Nun teilte die Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt jedoch mit, dass die
BSR die Bezirke angesichts des anhaltenden Winterwetters doch beim Räumen
von Schnee und Eis unterstützen wird. Unter anderem werde die BSR den
Straßen- und Grünflächenämtern Streugut wie Splitt zur Verfügung stellen
und bei Bedarf auch entsprechendes Räumwerkzeug.
Die Verkehrs- und Umweltverwaltung und die BSR haben den Bezirksämtern
außerdem angeboten, dass die BSR beauftragt wird, die Ordnungsämter an
ausgewählten Orten bei der Beseitigung von Eisglätte zu unterstützen. Das
gilt insbesondere an Schulen, Kitas und Senioreneinrichtungen, Arztpraxen,
Kliniken und Apotheken, Nahversorgungsstandorten wie Supermärkten und
Einkaufszentren sowie Zuwegungen zu Haltestellen von U-Bahn, Tram, S-Bahn
und Bus.
Darüber hinaus sollen Mitarbeiter aus den Straßen- und Grünflächenämtern,
die sonst für andere Tätigkeiten zuständig sind, in diesen Tagen ihre
jeweiligen Bezirke bei der von der Eisglätte ausgehenden Gefahr für Leib
und Leben unterstützen. Dafür sollen die personalrechtlichen
Voraussetzungen geschaffen werden, so die Verkehrsverwaltung.
Auf diese Maßnahmen haben sich den Angaben zufolge Verkehrssenatorin Ute
Bonde (CDU) und Vertreter ihrer Verwaltung am Freitag mit den Straßen- und
Grünflächenämtern der Bezirke, der BSR, den Wasserbetrieben und den
Berliner Forsten vereinbart. Eine weitere Abstimmungsrunde zum gemeinsamen
Vorgehen ist für Montag geplant.
Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdiensts (DWD) bleibt es in Berlin und
Brandenburg auch in den nächsten Tagen frostig und winterlich: In den
beiden Nächten zu Sonntag und Montag sind demnach sogar Temperaturen im
zweistelligen Minusbereich möglich.
1 Feb 2026
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