# taz.de -- Streit um neuen Chef der US-Notenbank: Widerstand gegen Powell-Nachfolger aus den eigenen Reihen
       
       > Ein republikanischer Senator will Donald Trumps Kandidaten für die Spitze
       > der US-Notenbank Fed blockieren. Gegenwind droht auch von den Demokraten.
       
 (IMG) Bild: Donald Trump will ihn an der Spitze der US-Notenbank Fed sehen: Kevin Warsh, hier bei einer Rede an der Universität Standford
       
       rtr | US-Präsident Donald Trump hat sich zuversichtlich gezeigt, dass sein
       Kandidat für die Spitze der US-Notenbank, Kevin Warsh, vom Senat bestätigt
       wird. Warsh sei „hochqualifiziert“ und könne auch Stimmen von einigen
       Demokraten erhalten, sagte Trump am Samstag vor Journalisten. „Er sollte
       ohne Schwierigkeiten bestätigt werden.“ Trump hatte [1][das frühere
       Fed-Direktoriumsmitglied Warsh am Freitag als Nachfolger für den
       amtierenden Notenbankchef Jerome Powell nominiert], dessen Amtszeit im Mai
       ⁠endet.
       
       Doch die ‍Nominierung stößt auf unerwarteten Widerstand in Trumps eigener
       Partei. Der republikanische Senator Thom Tillis kündigte am ⁠Samstag an,
       die Bestätigung Warshs im Senat zu blockieren. Er werde gegen jeden
       Kandidaten für die Fed-Spitze stimmen, solange eine Untersuchung des
       Justizministeriums gegen Powell nicht „vollständig und transparent
       abgeschlossen“ sei, schrieb Tillis in den sozialen Medien. Trump reagierte
       verärgert und bezeichnete Tillis als „Blockierer“.
       
       Die Blockade hat Gewicht: Da die Republikaner im zuständigen
       Bankenausschuss des Senats nur über eine Mehrheit von 13 zu 11 Stimmen
       verfügen, kann ein einziger Abweichler das gesamte Verfahren stoppen.
       Tillis sagte, sein Vorgehen beweise, wie die Gewaltenteilung funktioniere.
       Ein einzelner ⁠Senator könne verhindern, dass der „mächtigste Mann des
       Planeten“ die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit der Fed untergrabe.
       
       Zusätzlich zu dem parteiinternen Streit droht Warsh Gegenwind von den
       Demokraten. Die Senatorin Elizabeth Warren erklärte, die Nominierung sei
       der jüngste ⁠Versuch Trumps, die Fed unter seine Kontrolle zu bringen.
       
       ## Hintergrund ist die Zinspolitik
       
       Der Konflikt fällt in eine Phase großer Spannungen zwischen der Regierung
       und der Zentralbank. Trump hatte zuletzt versucht, [2][Fed-Gouverneurin
       Lisa Cook zu ‍entlassen, was derzeit ⁠vor dem Obersten Gerichtshof
       verhandelt wird].
       
       Hintergrund des Widerstands von ‌Tillis ist [3][eine Untersuchung gegen
       Powell wegen Kostenüberschreitungen bei einem Renovierungsprojekt]. Powell
       weist die Vorwürfe als „Vorwand“ zurück, um politischen Druck auf die
       Zinspolitik auszuüben. Trump hat die Fed wiederholt zu Zinssenkungen
       gedrängt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Er erhofft ‌sich dies auch von
       Warsh.
       
       1 Feb 2026
       
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