# taz.de -- Trump gegen Notenbankchef: US-Richter stoppt Ermittlungen gegen Jerome Powell
> Ein Bundesrichter macht den Ermittlungen gegen den Chef der Federal
> Reserve vorerst ein Ende. Er sieht Hinweise, dass das Weiße Haus Druck
> auf die Notenbank ausüben wollte.
(IMG) Bild: Jerome Powell, Vorsitzender der US-Notenbank Fed, ist Donald Trump ein Dorn im Auge
Washington D.C. afp | Ein US-Bundesrichter hat die [1][Justizermittlungen
gegen Notenbankchef Jerome Powell] vorerst gestoppt. Es gebe eine Fülle von
Hinweisen, dass die Regierung von Präsident [2][Donald Trump damit versucht
habe, Powell „unter Druck zu setzen], für niedrigere Zinsen zu stimmen oder
zurückzutreten“, erklärte Richter James Boasberg. Die Regierung will die
Entscheidung nach Angaben einer Trump-Vertrauten anfechten.
Richter Boasberg, der von Präsident Barack Obama ernannt worden war,
erklärte das Vorgehen des Justizministeriums für ungültig. Das geht aus
seiner Entscheidung hervor, die auf den 11. März datiert ist. Das
Ministerium hatte die Federal Reserve (Fed) und damit ihren Vorsitzenden
Powell aufgefordert, Dokumente zur Renovierung des Notenbankgebäudes in
Washington auszuhändigen.
Trump hatte die Baustelle im Juli gemeinsam mit Powell besucht und dem
Fed-Chef danach „Betrug“ unterstellt. Der Präsident behauptete, die Kosten
für den Umbau lägen mit 3,1 Milliarden Dollar (rund 2,7 Milliarden Euro)
deutlich höher als von Powell veranschlagt, was letzterer bestreitet.
Die von Trump ernannte Bundesstaatsanwältin für den Hauptstadtbezirk
District of Columbia (DC), Jeanine Pirro, nannte die Entscheidung von
Richter Boasberg „ungeheuerlich“ und „das Gegenteil von amerikanischer
Rechtsprechung“. Das Justizministerium werde die Entscheidung anfechten,
sagte sie. Niemand stehe über dem Gesetz.
Powell hatte die Anordnung und das drohende Strafverfahren gegen ihn im
Januar bekanntgegeben. Der Chef der Federal Reserve (Fed) sprach von einem
„beispiellosen Vorgehen“ gegen ihn und die Zentralbank. Es müsse „im
weiteren Kontext der Drohungen und des anhaltenden Drucks der Regierung
gesehen werden“, erklärte Powell, ohne Präsident Trump namentlich zu
nennen. Rückendeckung erhielt Powell unter anderem von zehn führenden
US-Ökonomen, darunter die früheren Notenbankchefs Janet Yellen, Ben
Bernanke und Alan Greenspan.
Trump überzieht Powell seit seinem erneuten Amtsantritt vor gut einem Jahr
mit Schmähungen und stellt damit die Unabhängigkeit der Notenbank in Frage.
Der US-Präsident nannte den heute 73-Jährigen unter anderem einen
„Schwachkopf“ und „Verlierer“, weil er keine so deutliche Leitzinssenkung
herbeiführte wie gewünscht.
Inzwischen hat [3][Trump den früheren US-Zentralbankgouverneur Kevin Warsh
als neuen Fed-Chef nominiert]. Er soll Powells Nachfolge im Mai antreten.
Die Amtszeit des bisherigen Fed-Chefs endet regulär am 15. Mai.
Kommende Woche Dienstag und Mittwoch berät die Fed erneut über den
Leitzins. Zum Abschluss will Powell am Mittwochnachmittag (Ortszeit) in
Washington vor die Presse treten. Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs
erwarten Ökonomen, dass die Notenbank den maßgeblichen Zinssatz unverändert
lässt.
Trump überzieht seine Widersacher wie kein Präsident vor ihm mit
juristischen Verfahren. Er hatte das Justizministerium unter anderem
aufgerufen, gegen den früheren FBI-Chef James Comey und die New Yorker
Generalstaatsanwältin Letitia James vorzugehen, die gegen ihn ermittelt
hatten. Die Klagen gegen Comey und James waren im November aber von einer
Bundesrichterin abgewiesen worden.
14 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Drohende-Anklage-gegen-US-Notenbank/!6144878
(DIR) [2] /US-Justiz-geht-gegen-Fed-vor/!6145001
(DIR) [3] /Streit-um-neuen-Chef-der-US-Notenbank/!6150203
## TAGS
(DIR) Fed
(DIR) US-Notenbank
(DIR) Jerome Powell
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Finanzpolitik
(DIR) Donald Trump
(DIR) Jerome Powell
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Nominierter neuer Fed-Chef: Keine Angst vor Warsh
Die Börsen bleiben angesichts der neuen Personalie gelassen. Denn der
mögliche neue Fed-Chef ist kein allmächtiger Zinszar.
(DIR) Streit um neuen Chef der US-Notenbank: Widerstand gegen Powell-Nachfolger aus den eigenen Reihen
Ein republikanischer Senator will Donald Trumps Kandidaten für die Spitze
der US-Notenbank Fed blockieren. Gegenwind droht auch von den Demokraten.
(DIR) Nominierung für Vorsitz der US-Notenbank: Vom Ex-Direktor zum Chef
Ökonom Kevin Warsh hat sich im Rennen um den Vorsitz der US-Notenbank
durchgesetzt. US-Präsident Trump nominierte ihn als Nachfolger Jerome
Powells.