# taz.de -- +++ USA unter Trump +++: Zolldrohungen und Trumps Favorit für den neuen Notenbankchef
> US-Präsident Trump droht Kanada und Kuba mit neuen Zöllen. Außerdem
> verkündet er heute wahrscheinlich seinen Favoriten die Leitung der
> Notenbank.
(IMG) Bild: Zölle hier, Zölle da: Trump macht weiter Druck
## Trump stellt Gespräche mit Iran in Aussicht
US-Präsident Donald Trump hat [1][Gespräche mit dem Iran] in Aussicht
gestellt und zugleich ein weiteres Kriegsschiff in die Region entsandt.
„Das habe ich vor, ja“, sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) auf die Frage
nach möglichen Verhandlungen mit Teheran. „Wir haben eine Menge sehr
großer, sehr schlagkräftiger Schiffe, die gerade in Richtung Iran
unterwegs sind, und es wäre großartig, wenn wir sie nicht einsetzen
müssten“, fügte er hinzu. Trump äußerte sich jedoch nicht näher zur Art
oder zum Zeitpunkt eines Dialogs. Er sagte auch nicht, wer die
Verhandlungen für Washington führen würde.
Pentagon-Chef Pete Hegseth erklärte, das Militär warte nun auf Trumps
Befehle: „Wir sind bereit, alles umzusetzen, was der Präsident vom
Kriegsministerium fordert“, sagte Hegseth. Die Spannungen zwischen den USA
und dem Iran hatten sich in den vergangenen Wochen nach der blutigen
Niederschlagung von Protesten durch die iranischen Behörden verschärft.
Die landesweiten Demonstrationen haben inzwischen jedoch nachgelassen.
Trump hatte zudem mit einem Eingreifen gedroht, sollte Teheran sein
Atomprogramm nach Luftangriffen israelischer und US-amerikanischer
Streitkräfte auf wichtige Atomanlagen im Juni wieder aufnehmen. (rtr)
## Trump droht Kanada mit 50-Prozent-Zoll auf Flugzeuge
US-Präsident Donald Trump hat Kanada mit Zöllen in Höhe von 50 Prozent auf
alle in den USA verkauften Flugzeuge gedroht. In seiner Ankündigung, die er
am Donnerstag (Ortszeit) in den sozialen Medien veröffentlichte, erklärte
der Präsident, er reagiere damit auf Kanadas Weigerung, Flugzeuge des im
US-Bundesstaat Georgia ansässigen Herstellers Gulfstream Aerospace zu
zertifizieren.
Im Gegenzug würden die USA allen kanadischen Flugzeugen, einschließlich der
Maschinen des Herstellers Bombardier, die Zertifizierung entziehen, sagte
Trump. „Sollte diese Situation aus irgendeinem Grund nicht umgehend
korrigiert werden, werde ich Kanada mit einem 50-prozentigen Zoll auf
sämtliche Flugzeuge belegen, die in die Vereinigten Staaten von Amerika
verkauft werden“, schrieb Trump in seinem Beitrag. Sprecher der kanadischen
Regierung äußerten sich zunächst nicht.
Trump erklärte, er „entziehe hiermit“ die Zertifizierung für
Geschäftsflugzeuge der Typenreihe Bombardier Global Express. Der
Luftfahrtexperte John Gradek von der McGill-Universität sagte, falls die
USA einem Flugzeug die Zulassung für den Luftverkehr aus handelspolitischen
Gründen entziehen sollten, wäre dies beispiellos. Bei der Zulassung von
Flugzeugen gehe es nicht um Handelsvorteile, sondern um Sicherheit im
Luftverkehr. „Die Zulassung ist keine Banalität. Sie ist ein sehr wichtiger
Schritt, damit Flugzeuge sicher betrieben werden können“, sagte Gradek.
„Eine Dezertifizierung aus Handelsgründen findet nicht statt.“
Bombardier erklärte, das Unternehmen habe Trumps Aussagen zur Kenntnis
genommen und stehe in Kontakt mit der kanadischen Regierung. Die Flugzeuge
des Unternehmens seien vollständig nach den Standards der
US-Luftfahrtbehörde zertifiziert worden. „Wir hoffen, dass diese
Angelegenheit schnell geklärt wird, um erhebliche Auswirkungen auf den
Flugverkehr (…) zu vermeiden.“
Trumps Drohung folgte auf seine Ankündigung vom Wochenende, Zölle von 100
Prozent auf aus Kanada importierte Waren zu verhängen, falls Regierungschef
Mark Carney ein Handelsabkommen mit China vorantreibe. Gradek äußerte den
Verdacht, dass es Trump nicht in erster Linie um Gulfstream gehe. „Dies ist
eine neue Salve im Handelskrieg“, sagte er. „Damit wird die Sache auf die
Spitze getrieben.“ (ap)
## Trump droht mit Zöllen gegen Kubas Öllieferanten
US-Präsident Donald Trump droht [2][Öllieferanten Kubas] mit Zusatzzöllen,
um die Energieversorgung des Karibikstaats zu schwächen. Die Zusatzzölle
sollen ab dem heutigen Freitag auf Waren erhoben werden können, die aus
jenen Ländern in die Vereinigten Staaten importiert werden, von denen Kuba
sein Öl bezieht. Das geht aus einer Verordnung Trumps hervor, die das Weiße
Haus veröffentlichte. Der Außenminister des sozialistisch regierten
Inselstaats, Bruno Rodríguez, verurteilte in einem Post auf der Plattform X
diese „neue Eskalation der USA gegen Kuba“ aufs Schärfste.
Zur Rechtfertigung stützten sich die USA auf „eine lange Liste von Lügen,
die Kuba als eine Bedrohung darstellen sollen, die es nicht ist“, schrieb
Rodríguez weiter. „Der einzige bösartige Einfluss ist derjenige, den die
US-Regierung auf die Nationen und Völker unseres Amerikas ausübt in dem
Versuch, diese ihrem Diktat zu unterwerfen“, hieß es in dem Post unter
anderem weiter.
Bei den angedrohten Zusatzzöllen geht es um Produkte aus Ländern, die
direkt oder über Drittstaaten und Zwischenhändler Rohöl oder Erdölprodukte
an Kuba verkaufen. Wie hoch die – bislang noch nicht verhängten –
Zusatzzölle sind, wurde in der Verordnung nicht genannt. Und welche Länder
die USA konkret ins Visier nehmen werden, will Trump erst noch entscheiden.
Die seit Jahrzehnten angespannten Beziehungen zwischen Havanna und
Washington haben sich seit Trumps Amtsantritt vor einem Jahr nochmals
deutlich verschlechtert. Trump wirft der kommunistischen Regierung der
Karibikinsel vor, den USA zu schaden – und könnte die ohnehin schon
angeschlagene kubanische Wirtschaft mit einem Stopp der Öllieferungen aus
dem Ausland faktisch vollends zusammenbrechen lassen. (dpa)
## Trump will Notenbankchef-Favoriten schon heute vorstellen
US-Präsident Donald Trump will seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge
des bei ihm in Ungnade gefallenen US-Notenbankchefs Jerome Powell nun doch
schon heute bekannt geben. Nachdem er die Verkündung der Personalie am
Donnerstag zunächst für kommende Woche in Aussicht gestellt hatte, zog
Trump den Zeitpunkt einige Stunden später überraschend vor: Bereits am
Freitagmorgen (Ortszeit) werde er den Namen bekanntmachen, sagte er vor
Journalisten.
Für die Nachfolge Powells, dessen Amtszeit als Chef der Federal Reserve
(Fed) regulär im Mai endet, werden mehrere Namen gehandelt. Im Gespräch
waren zuletzt Trumps Berater Kevin Hassett, der frühere Fed-Gouverneur
Kevin Warsh, der derzeitige Fed-Gouverneur Christopher Waller und der
Blackrock-Manager Rick Rieder. Nachdem zwischenzeitlich Hassett als Favorit
galt, wetten die meisten US-Medien mittlerweile auf Warsh.
Das Vorschlagsrecht für einen neuen Notenbankchef liegt beim
US-Präsidenten, der Senat muss der Personalie jedoch zustimmen. Und in der
mächtigen Parlamentskammer droht Trump beziehungsweise seinem Kandidaten
erheblicher Gegenwind. Hintergrund sind strafrechtliche Ermittlungen gegen
Powell, die vom Justizministerium vorangetrieben werden. Demnach soll
Powell im Zusammenhang mit der Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in
Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben – was er bestreitet.
Kritiker werten das Vorgehen der Justiz als versuchte politische
Einflussnahme auf die Fed.
Vor einer Abstimmung im Plenum des Senats muss die Kandidatur des
potenziellen Powell-Nachfolgers durch den Finanzausschuss der
Parlamentskammer. Trumps republikanischer Parteifreund Thom Tillis hat
angekündigt, dort zunächst alle Fed-Nominierungen zu blockieren, bis die
Ermittlungen gegen Powell vom Tisch sind. (dpa)
## US-Verteidigungsminister lässt offenbar Nato-Treffen aus
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth wird einem wichtigen Treffen der
Nato-Verteidigungsminister im kommenden Monat offenbar fernbleiben. Hegseth
werde an dem Treffen am 12. Februar im Nato-Hauptquartier in Brüssel nicht
teilnehmen, sagten am Donnerstag ein US-Regierungsvertreter und ein
Nato-Diplomat. Es wäre das zweite Mal in Folge, dass ein hochrangiges
Mitglied der Regierung von Präsident Donald Trump einem Treffen des
Militärbündnisses fernbleibt. Bereits im Dezember hatte Außenminister Marco
Rubio nicht an einem Nato-Treffen teilgenommen. Das Pentagon und die Nato
lehnten eine Stellungnahme ab.
„Sollte sich dies bestätigen, wäre das ein schlechtes Signal in einer sehr
angespannten Zeit der transatlantischen Beziehungen“, sagte Oana Lungescu,
eine ehemalige Nato-Sprecherin. Es werde die Sorgen der anderen
Bündnispartner um das Engagement der USA in der Nato nur noch vertiefen.
Lungescu ist heute als Expertin für die Denkfabrik Rusi tätig. Bis zur
zweiten Amtszeit von Trump galt es als höchst ungewöhnlich, dass ein
US-Minister einem Nato-Treffen fernblieb. Das Fernbleiben Hegseths steht im
Einklang mit der neuen US-Militärdoktrin. In der vergangene Woche
veröffentlichten Nationalen Verteidigungsstrategie heißt es, die
Verbündeten in Europa und anderswo sollten die Führung gegen Bedrohungen
übernehmen, die für sie gravierender seien als für die USA. Washington
werde dabei entscheidende, aber begrenztere Unterstützung leisten. Anstelle
von Hegseth werde der für die neue Strategie verantwortliche
Pentagon-Politikchef Elbridge Colby zu dem Treffen in Brüssel erwartet,
hieß es weiter.
Das Verhältnis zwischen US-Präsident Trump und der Nato gilt als
angespannt. Für Verstimmungen sorgte zuletzt sein Wunsch, Grönland zu
erwerben, das zu Dänemark gehört. Jamie Shea, ein ehemaliger hochrangiger
Nato-Vertreter, nannte Hegseths wahrscheinliches Fehlen bedauerlich. Dies
gelte insbesondere, weil Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte
vereinbart hätten, dass das Bündnis eine größere Rolle bei der Sicherheit
in der Arktis spielen solle, um die Spannungen wegen Grönland abzubauen.
(rtr)
## Schärfere Regeln für ICE im Gespräch
Nach den [3][tödlichen Schüssen auf zwei US-Bürger in Minneapolis] fordert
die Demokratische Partei verschärfte Regeln für die Einwanderungsbehörde
Immigration and Customs Enforcement (ICE) und andere Einsatzkräfte, die dem
Heimatschutzministerium in Washington unterstellt sind. Der
Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, gab am
Donnerstagabend eine Einigung mit dem Weißen Haus auf einen Kompromiss
bekannt, der weitere Verhandlungen über den Budgetentwurf für das
Heimatschutzministerium vorsieht.
Schumer verlangt schärfere Auflagen für ICE-Einsätze in Minneapolis und
anderen US-Städten. Er forderte unter anderem ein Ende verdeckter
Patrouillen, ein Maskenverbot für die Bundesbediensteten und den Einsatz
von Körperkameras (Bodycams), um das Vorgehen zu dokumentieren.
Die Demokraten hatten ihre Zustimmung zur fortgesetzten Finanzierung der
Bundesverwaltung und insbesondere des Heimatschutzministeriums an
Zugeständnisse der Regierung von US-Präsident Donald Trump im Streit um ICE
geknüpft. Trump erklärte am Donnerstagabend, das Weiße Haus habe mit den
Demokraten einen Kompromiss gefunden, wodurch fünf der sechs Teile des
Haushaltsgesetzes verabschiedet werden könnten.
In der Vereinbarung mit dem Weißen Haus zum Haushaltsentwurf für das
Heimatschutzministerium werden konkrete Forderungen wie das Maskenverbot
für ICE-Mitarbeiter nicht erwähnt. Vorgesehen sind stattdessen weitere
Verhandlungen, um den Haushaltsentwurf binnen zwei Wochen umzuschreiben,
bevor das Ministerium von einem Shutdown betroffen wäre.
Damit kann eine langfristige Haushaltssperre vermutlich abgewendet werden.
Aufgrund der Tatsache, dass das US-Repräsentantenhaus, das das neue
Haushaltsgesetz billigen muss, erst am Montag zusammentritt, kommt es ab
der Nacht zu Samstag zu einem kurzzeitigen Shutdown. Zuletzt gab es in den
USA im Herbst eine Haushaltssperre, mit 43 Tagen war es die historisch
längste Blockade.
## Was wird ICE vorgeworfen?
Das Hauptproblem: Trump setzt die Einsatzkräfte massiv in von Demokraten
regierten Städten und Bundesstaaten ein und instrumentalisiert sie damit
wie kein Präsident vor ihm gegen seine politischen Gegner, etwa in Los
Angeles, Chicago und New York. Flüchtlingshelfer wie Forscher werfen der
Behörde unter Trump zudem Grundrechtsverstöße vor, etwa durch übermäßige
Gewalt gegen Migranten und Demonstranten oder unmenschliche Zustände in
Abschiebezentren. Das Heimatschutzministerium erlaubte es den
ICE-Mitarbeitern laut Medienberichten zudem, die Häuser und Wohnungen von
Migranten ohne richterliche Anordnung zu betreten.
Heimatschutzministerin Kristi Noem behauptet, ICE verhafte „die Schlimmsten
der Schlimmen“ unter Ausländern ohne Aufenthaltserlaubnis – darunter
„Mörder, Raubtiere, Betrüger und Drogenschmuggler“, wie es in Onlinekanälen
ihres Ministeriums heißt, dem ICE und die Grenzschutzbehörde CBP
unterstellt sind. Eine Analyse der Denkfabrik Cato zeigt allerdings, dass
dies nicht zutrifft. Fast drei von vier Menschen (73 Prozent) in
ICE-Gewahrsam hatten keine strafrechtliche Verurteilung. Lediglich fünf
Prozent waren wegen eines Gewaltdelikts verurteilt, der Rest wegen
Sittlichkeitsdelikten, Falschangaben bei der Einwanderung oder
Verkehrsverstößen. (afp)
30 Jan 2026
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US-Tradition an.