# taz.de -- Nach Plagiatsverdacht: Thüringer Ministerpräsident soll Doktortitel verlieren
> Die TU Chemnitz entzieht Mario Voigt den Doktortitel. Zu Unrecht, findet
> der Thüringer Ministerpräsident und will dagegen klagen.
(IMG) Bild: Mario Voigt (CDU), Ministerpräsident Thüringens, vor Beginn der 1.060. Sitzung des Bundesrats am 19. Dezember in Berlin
dpa | Die [1][Technische Universität Chemnitz] hat Thüringens
Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) seinen Angaben zufolge den Doktorgrad
aberkannt. Voigt kündigte gegen die Entscheidung der Philosophischen
Fakultät Klage vor dem Verwaltungsgericht an. Die von der Fakultät
beanstandeten Stellen bezögen sich auf 2,58 Prozent der Wörter seiner
Arbeit, erklärte Voigt dazu. „Der wissenschaftliche Kern meiner Arbeit ist
von den Vorwürfen nicht betroffen.“ Die TU Chemnitz äußerte sich bislang
nicht dazu.
## Bekannter Politikwissenschaftler ist Doktorvater
Voigt promovierte im Jahr 2008 mit der – größtenteils in den USA erstellten
– Doktorarbeit [2][„Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf. George W.
Bush gegen John F. Kerry]“. Doktorvater ist der Chemnitzer
Politikwissenschaftler [3][Eckhard Jesse], der für sein umstrittenes Bild
des Hufeisens für Links- und Rechtsextremismus bekannt wurde. Vorwürfe,
dass Voigt in seiner Doktorarbeit unsauber gearbeitet haben soll, kamen in
der Zeit des Wahlkampfs vor der Landtagswahl 2024 auf.
Laut den Anwälten von Voigt beziehen sich die Vorwürfe zu der Dissertation
darauf, dass Voigt von ihm zitierte Quellen nicht im Original ausgewertet,
sondern blind aus Sekundärliteratur übernommen haben soll. „Bemerkenswert
ist dabei, dass die Vorwürfe überwiegend keine angeblich ungekennzeichneten
Übernahmen (Plagiate) betreffen“, hieß es in der Mitteilung. Die Vorwürfe
hätten vollständig widerlegt werden können. Es habe nachgewiesen werden
können, dass Voigt seine Arbeit vollständig selbst verfasst habe, so seine
Anwälte.
## Strengere Regeln im laufenden Verfahren?
Voigt reagierte in einer Mitteilung mit Unverständnis zu der Entscheidung
der Universität. „Der von der Universität eigens eingeschaltete unabhängige
Sachverständige hat eindeutig bestätigt, dass meine Dissertation den
wissenschaftlichen Anforderungen entspricht. Warum die Universität ihrem
eigenen Gutachten nicht folgt, ist für mich nicht nachvollziehbar“, teilte
der 48-Jährige mit.
Zudem kritisierte der Regierungschef das Vorgehen in dem Prüfverfahren.
Demnach habe der externe Gutachter im Februar 2025 ein Votum gegen eine
Aberkennung des Doktorgrades abgegeben. Anschließend seien im Mai 2025 neue
Bewertungsmaßstäbe für Plagiatsverfahren eingeführt und auf seine
Dissertation angewandt worden. „In einem laufenden Verfahren die
Spielregeln nachträglich und einschneidend zu verändern, ist –
zurückhaltend formuliert – höchst ungewöhnlich“, so Voigt.
28 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.tu-chemnitz.de/index.html
(DIR) [2] https://books.google.de/books/about/Der_amerikanische_Pr%C3%A4sidentschaftswahlk.html?id=ZhHMSAAACAAJ&redir_esc=y
(DIR) [3] /NPD-Experten-als-Sozialistenfresser/!1126914/
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