# taz.de -- Erste Saisonniederlage für den FC Bayern: Es ist endlich passiert
       
       > Die Männer des FC Bayern verlieren zum ersten Mal in dieser Saison. Und
       > dann auch noch ausgerechnet im innerbayerischen Derby gegen den FC
       > Augsburg.
       
 (IMG) Bild: Der FCA jubelt: Arthur Chaves trifft zum Ausgleich gegen die Bayern
       
       Fast hatte man diese Saison das Gefühl, der FC Bayern München sei in
       komplett anderen Sphären unterwegs als die restlichen Bundesliga-Teams. Die
       Kompany-Elf fegte in der ersten Saisonhälfte die restlichen
       Top-Mannschaften der Republik vom Platz, und zwar mit einer Schnelligkeit,
       Perfektion und Präzision, ja einer Klasse, die man selbst als größter
       Bayernhater anerkennen muss. Die aktuelle [1][Tordifferenz von plus 56]
       spricht für sich.
       
       Die Bayern spielten die Bundesliga bislang so, wie andere Teams
       Freundschaftsspiele mit irgendwelchen Drittliga-Mannschaften spielen, zum
       Ein- und Warmspielen eben für die großen internationalen Turniere mit den
       Gegnern auf Augenhöhe. Mit PSG, Real und Co.
       
       Gerade mal zwei Mannschaften – Mainz und Union – gelang es wenigstens
       etwas, die Münchner Höhenflüge zu bremsen und ein Unentschieden
       rauszuspielen. Ansonsten dominierten die Roten durchgängig, standen einsam
       und unanfechtbar an der Spitze der Liga.
       
       Kurzum: [2][Die Bundesliga wäre spannender, würde man ohne den FCB kicken.]
       
       ## Bittere Heimniederlage
       
       Doch nun ist es (endlich) passiert – aus Sicht der Bayern auch noch in der
       schlimmsten aller Formen: Der amtierende deutsche Meister verliert zum
       ersten Mal in dieser Saison und dann auch noch im Derby gegen den FC
       Augsburg und das, ganz bitter, zu Hause in München. 70 Prozent Ballbesitz,
       fast dreimal so viele gespielte Pässe wie die Gäste und eine 1:0-Führung,
       die bis zur 75. Spielminute hält, reichten nicht gegen starke Augsburger,
       die sich von der Münchner Dominanz nicht einschüchtern ließen.
       
       Eine starke Verteidigung mit einem noch stärkeren Torwart Finn Dahmen, der
       Harry Kane einfach nicht den erfolgreichen Abschluss gönnt, und vielleicht
       noch ein Quäntchen Glück in der letzten Minute, führen am Ende zum 1:2
       Endstand und den Sieg für den FCA.
       
       Es ist auch eine kleine Ironie des Schicksals, dass gerade jetzt
       [3][Ex-FCA-Trainer Sandro Wagner] wohl Recht darin bekommt, als er nach dem
       verlorenen Hinspiel bemerkte, dass er nicht sehe, dass „wir weniger
       Qualität haben als Bayern“. Diese Qualität, die er selbst aber nicht aufs
       Spielfeld bekommen hatte, liefert nun FCA-Trainer Manuel Baum. Als
       Ex-Torwart der 60er ist das für ihn wahrscheinlich auch noch eine kleine
       persönliche Genugtuung. Und ein wichtiger Sieg, um dem Tabellenkeller zu
       entfliehen.
       
       ## Verlieren ist menschlich
       
       Auch einige Leverkusen-Fans feierten die Niederlage. Denn damit bleibt die
       Meistersaison 2023/2024, bei der die Werkself keine einzige Niederlage
       erlebte, weiterhin Rekord in der Bundesliga-Geschichte. Währenddessen
       spricht Joshua Kimmich nach dem Spiel vom fehlenden „Hunger“ der Münchner.
       Aber wie soll man auch auf Dauer Hunger haben, wenn der Tisch immer reich
       gedeckt ist?
       
       Ja, okay, ein wenig Genugtuung ist natürlich als Nicht-Bayern-Anhängerin
       immer dabei, wenn diese wenigstens einmal im Jahr eine Pleite kassieren.
       Aber es ist nicht nur das. Beim Bayern-Augsburg-Spiel am Wochenende hat es
       endlich wieder Spaß gemacht, zuzuschauen. Es bleibt doch etwas spannend in
       der Bundesliga. Der vermeintlich übermächtige FC Bayern ist schlagbar.
       
       Oder, wie Kimmich dann noch meinte: „Dass man mal ein Spiel verliert, ist
       menschlich.“ Der FCB entdeckt seine Menschlichkeit. Mei, is des schee.
       
       25 Jan 2026
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ruth Lang Fuentes
       
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