# taz.de -- Islamistischer Terror: Iraks Premier fordert EU zu Rücknahme von IS-Anhängern auf
       
       > Die USA wollen bis zu 7.000 bislang in Syrien inhaftierte IS-Kämpfer in
       > den Irak verlegen. Der irakische Regierungschef will die Islamisten nicht
       > haben.
       
 (IMG) Bild: IS-Anhänger auf der Flucht: Das al-Schaddadi-Gefängnis in Syrien nach der Einnahme durch die Regierungstruppen
       
       dpa | Der irakische Regierungschef Schia al-Sudani hat die EU-Staaten dazu
       aufgefordert, ihre Staatsangehörigen unter gefangenen IS-Anhängern
       zurückzunehmen. Das sagte al-Sudani in einem Telefonat mit dem
       französischen Präsidenten Emmanuel Macron, wie sein Büro mitteilte. Die
       Forderung kommt vor dem Hintergrund, dass die USA bis zu 7.000 bislang in
       Syrien inhaftierte IS-Kämpfer in den Irak verlegen wollen.
       
       Die Terrormiliz IS hatte zwischen 2014 und 2019 [1][große Teile des Irak
       und Syriens unter ihre Kontrolle gebracht]. Die Islamisten zogen eine große
       Zahl von Menschen aus aller Welt an, die sich ihnen anschlossen, darunter
       auch Deutsche. Eine internationale Allianz unter US-Führung besiegte die
       Terroristen militärisch. Erheblichen Anteil daran hatten kurdische
       Kämpferinnen und Kämpfer der SDF (Syrian Democratic Forces), die während
       des Bürgerkriegs eine autonom verwaltete Region im Nordosten Syriens
       errichteten.
       
       Dort wurden bis zuletzt Zehntausende IS-Kämpfer und deren Angehörige in
       Gefängnissen und Lagern von den SDF ohne Anklage und Verurteilung
       festgehalten. Die syrische Übergangsregierung von Präsident Ahmed
       al-Scharaa, die das Land ganz unter ihre Kontrolle bringen will, setzte die
       Kurden jedoch zuletzt militärisch stark unter Druck. [2][Teils sollen
       dadurch bereits IS-Anhänger auf freien Fuß gelangt sein.] Der
       Verfassungsschutz zeigte sich besorgt.
       
       Alle Länder, deren Staatsangehörige unter den Gefangenen seien, müssten
       diese zurücknehmen, sagte [3][Iraks Regierungschef al-Sudani]. Insbesondere
       die EU-Staaten seien in der Pflicht, die Leute zurückzunehmen und
       sicherzustellen, dass sie vor Gericht gestellt und bestraft würden.
       
       23 Jan 2026
       
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