# taz.de -- Spionage in Deutschland: Mutmaßliche Russland-Agentin in Untersuchungshaft
       
       > Ilona W. soll sensible Daten an Russland weitergegeben haben. Die
       > Bundesregierung weist zudem einen russischen Militärattaché aus.
       
 (IMG) Bild: Die russische Botschaft in Berlin. Ilona W. soll geheimdienstliche Kontakte zur russischen Botschaft haben
       
       afp | Einen Tag nach ihrer Festnahme ist die mutmaßliche Russland-Spionin
       Ilona W. in Untersuchungshaft genommen worden. Das ordnete der
       Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof an, wie die Bundesanwaltschaft in
       Karlsruhe am Donnerstag mitteilte. W. soll einem russischen Geheimdienst
       Informationen übermittelt haben, unter anderem zum Ukraine-Krieg.
       
       W. wurde am Mittwoch in Berlin festgenommen. Laut Bundesanwaltschaft
       unterhielt sie spätestens seit November 2023 geheimdienstliche Kontakte zur
       [1][russischen Botschaft]. Unter anderem besteht der Verdacht, dass W.
       Hintergrundinformationen über Teilnehmer hochkarätiger politischer
       Veranstaltungen zusammengestellt habe.
       
       Außerdem habe sie Erkundigungen über Standorte der Rüstungsindustrie,
       Drohnentests und geplante Lieferungen von Drohnen an die Ukraine eingeholt.
       Einige Male soll sie ihrem Kontaktmann aus der Botschaft dabei geholfen
       haben, unter falscher Identität selbst politische Veranstaltungen in Berlin
       zu besuchen, um dort Kontakte aufzubauen.
       
       Die Bundesregierung bestellte am Donnerstag den russischen Botschafter ein.
       Ihm wurde mitgeteilt, dass ein weiterer Verdächtiger in dem Fall
       ausgewiesen wurde. Dieser habe „im Auftrag von Russland spioniert“. Dabei
       soll es sich um den Führungsoffizier der mutmaßlichen Spionin handeln, den
       stellvertretenden Militärattaché der Botschaft. W. soll ihre gesammelten
       Informationen zum [2][Ukraine-Krieg] an diesen Kontaktmann weitergegeben
       haben.
       
       Auch gegen zwei frühere Bundeswehrangehörige wird ermittelt, die W.
       persönlich kannte. Sie stehen unter Verdacht, ihr dienstliche Informationen
       gegeben zu haben – dabei ist unklar, ob sie wussten, dass diese offenbar an
       den Geheimdienst gehen sollten. Dem Bundesverteidigungsministerium zufolge
       handelt es sich um einen ehemaligen Stabsoffizier, der kürzlich in Pension
       ging, und um einen Beamten des höheren Diensts, der die Bundeswehr vor mehr
       als 15 Jahren verließ.
       
       22 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Urteil-des-Berliner-Verwaltungsgerichts/!5888073
 (DIR) [2] /Schwerpunkt-Krieg-in-der-Ukraine/!t5008150
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Spionage
 (DIR) Russland
 (DIR) Untersuchungshaft
 (DIR) Botschafter
 (DIR) Ausweisung
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Österreich
 (DIR) Wolodymyr Selenskyj
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Russische Neonazi-Einheit: Putins Schlächter
       
       Die paramilitärische Gruppe Rusitsch kämpft gegen die Ukraine, an der Front
       und im Netz. Mit Fotos von Hinrichtungen führt sie einen digitalen Krieg.
       
 (DIR) Verfassungsschutz in Österreich: Spionagefall der Superlative
       
       Egisto Ott, einst Spitzenbeamter beim Verfassungsschutz, soll jahrelang
       Staatsgeheimnisse an Russland verkauft haben. Ab Donnerstag steht er vor
       Gericht.
       
 (DIR) Stromausfall nach russischem Angriff: Töten ohne Blutvergießen
       
       Moskau schickt die Truppen auf gnadenlose Mission gegen die ukrainische
       Zivilbevölkerung. Die mangelnde Energieversorgung führt immer wieder zu
       Toten.