# taz.de -- Vertrag zum Freihandel: EU-Parlament ruft wegen Mercosur-Abkommen den EuGH an
       
       > Die EU-Kommission hat den Vertrag mit vier südamerikanischen Staaten
       > schon unterzeichnet. Die EU-Parlamentarier*innen verzögern nun die
       > Ratifizierung.
       
 (IMG) Bild: Proteste gegen das EU-Mercosur-Handelsabkommen, am 21.1.2026
       
       afp | Es ist die nächste Hürde für das [1][Handelsabkommen mit den
       südamerikanischen Mercosur-Staaten]: Das Europaparlament hat eine
       Überprüfung am Europäischen Gerichtshof (EuGH) gefordert. Damit setzten
       sich die Gegner*innen des Abkommens in einer Abstimmung am Mittwoch in
       Straßburg mit knapper Mehrheit von 334 zu 324 Gegenstimmen durch. Die
       Überprüfung am EuGH dürfte die Ratifizierung des Abkommens um Monate
       verzögern.
       
       Die Abstimmung am Mittwoch galt als Test für die tatsächliche Ratifizierung
       im Europaparlament. Damit steht nun auch die endgültige Entscheidung über
       das Abkommen auf der Kippe.
       
       EU-Kommissionspräsidentin [2][Ursula von der Leyen hatte das
       Freihandelsabkommen mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay am
       vergangenen Samstag unterzeichnet]. Zuvor hatte eine Mehrheit der 27
       EU-Länder grünes Licht gegeben – gegen den Widerstand Frankreichs, wo das
       Abkommen auf breite Ablehnung stößt. Auch der Parlamentsantrag für eine
       EuGH-Anrufung ging auf französische Abgeordnete zurück.
       
       Sie forderten den Gerichtshof auf, zu prüfen, ob das Abkommen mit den
       grundlegenden EU-Verträgen vereinbar ist. Sie führen unter anderem fehlende
       Kontrollen auf Pestizidrückstände bei Importen an und kritisieren die
       Vorgehensweise der EU-Kommission beim Abschluss des Abkommens.
       
       ## EU-Kommission weist Vorwürfe zurück
       
       „Die Kommission bedauert diese Entscheidung des Europäischen Parlaments“,
       sagte ein Sprecher in Brüssel. „Unserer Analyse nach sind die in diesem
       Antrag vom Parlament aufgeworfenen Fragen nicht gerechtfertigt“, fügte er
       hinzu.
       
       Mit der Anrufung des EuGH ist die Ratifizierung im Europaparlament vorerst
       gestoppt – die Abgeordneten müssen nun auf die Einschätzung der
       Richter*innen warten. Auch bei den südamerikanischen Handelspartnern
       steht die Ratifizierung noch aus.
       
       Das Mercosur-Abkommen soll eine der weltweit größten Freihandelszonen
       schaffen. [3][Während die Europäer*innen unter anderem Autos und
       chemische Produkte wie Pestizide über den Atlantik exportieren, liefern die
       Mercosur-Länder hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse und Rohstoffe
       nach Europa]. Die deutsche Wirtschaft erhofft sich von dem Abkommen
       deutliche Exportsteigerungen.
       
       Vor dem Europaparlament protestierten am Dienstag und Mittwoch französische
       Bauern gegen das Abkommen. Unter den Demonstranten brach Jubel aus, als die
       Abstimmungsergebnisse bekannt wurden, berichtete eine afp-Reporterin vor
       Ort. „Wir haben gewonnen“, rief der Generalsekretär des französischen
       Bauernverbands FNSEA, Hervé Lapie.
       
       21 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Mercosur/!t5295520
 (DIR) [2] /Mercosur-Abkommen-unterzeichnet/!6146317
 (DIR) [3] /EU-Mercosur-Handelsabkommen/!6144909
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Mercosur
 (DIR) Mercosur
 (DIR) Freihandel
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Mercosur-Abkommen unterzeichnet: „Wir schaffen die größte Freihandelszone der Welt“
       
       Nach jahrzehntelangen Verhandlungen wurde das Abkommen zwischen der EU und
       dem Mercosur in Paraguay unterzeichnet. Die Handelszone hat eine
       Wirtschaftsleistung von rund 22 Billionen US-Dollar.
       
 (DIR) EU-Mercosur-Handelsabkommen: Rindfleisch gegen Autos
       
       Das Abkommen zwischen EU und Mercosur-Block soll am Samstag in Paraguay
       unterzeichnet werden. Worum geht es? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
       
 (DIR) Thilo Bode über das Mercosur-Abkommen: „Aus der Zeit gefallen“
       
       Der Welthandel kann neu gestaltet werden, so Foodwatch-Gründer und
       langjähriger Greenpeace-Chef Thilo Bode. Nachhaltiger Wettbewerb sei
       möglich, trotz Trump.