# taz.de -- LNG-Terminal in Brunsbüttel: Scheibchenweise Genehmigung beim LNG-Bau
       
       > Gebaut wird das LNG-Terminal in Brunsbüttel schon. Doch gegen eine
       > erteilte Teilgenehmigung haben Umweltverbände nun Widerspruch
       > eingereicht.
       
 (IMG) Bild: Schon 2023, während vorbereitender Baumaßnahmen, gab es Protest am LNG-Terminal in Brunsbüttel
       
       Flüssigerdgas, radioaktiver Abfall und ein weitläufiger Chemiepark – in
       Brunsbüttel ballt sich kritische Infrastruktur auf engstem Raum. Doch
       während der Bau des neuen LNG-Terminals voranschreitet, wächst der
       Widerstand. „Die Teilgenehmigung für das LNG-Terminal in Brunsbüttel ist
       ein sicherheits- und klimapolitisches Risiko“, sagt Sascha Müller-Kraenner
       von der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die nun Widerspruch gegen die
       Erteilung durch das schleswig-holsteinische Landesamt für Umwelt
       eingereicht hat.
       
       Das Landesamt hatte im November die Genehmigung für eine Teilerrichtung des
       Terminals erteilt. Weitere Teilgenehmigungen stehen noch aus. Die German
       LNG Terminal GmbH will dort ab 2027 an einem festen Terminal [1][fossile
       Energieträger umschlagen.] Spätestens 2043 sollen dann über Brunsbüttel nur
       noch erneuerbare Energien wie Wasserstoff importiert werden.
       
       Zusammen mit der „Bürgerinitiative gegen CO2-Endlager“ moniert die DUH,
       dass das Vorgehen des Landesamts rechtswidrig sei und gegen nationales,
       europäisches und internationales Klima- und Umweltrecht verstoße. Statt das
       Projekt in Gesamtheit zu prüfen, so wie es ursprünglich auch vom Betreiber
       ins Genehmigungsverfahren eingebracht wurde, sorge das Landesamt für eine
       scheibchenweise Aufspaltung des Gesamtvorhabens in Teilprojekte.
       
       So würden „zentrale Sicherheitsfragen im Genehmigungsverfahren
       ausgeklammert oder auf spätere Verfahrensschritte verschoben werden“,
       beklagt Müller-Kraenner. Diese „Salamitaktik“ untergrabe „rechtsstaatliche
       Genehmigungsverfahren und verhindert eine ehrliche Gesamtbewertung“, sagt
       Müller-Kraenner.
       
       ## Kritik an Aufspaltung in Teilprojekte
       
       Denn in die Gesamtbewertung einfließen muss nach Ansicht der DUH und der
       Bürgerinitiative, dass sicherheitstechnische Risiken noch ungeklärt seien.
       „Für die Menschen in Brunsbüttel und der gesamten Elbregion geht es um
       konkrete Sicherheitsfragen und den langfristigen Schutz von Umwelt und
       Gesundheit“, sagt Reinhard Knof, Sprecher der Initiative.
       
       So seien beispielsweise ausreichende Schutzmaßnahmen für den Kontrollraum
       des LNG-Terminals bei Störfällen oder Eingriffen Dritter nicht verbindlich
       geregelt. Dabei hatten vor zwei Jahren doch schon [2][Drohnenüberflüge über
       das Hafengebiet mit seinem zwar stillgelegten, aber als Zwischenlager
       genutzten Atomkraftwerk für eine Gefährdung gesorgt.]
       
       Auch würden Klimaauswirkungen des laufenden Betriebs unzureichend
       berücksichtigt. Die Aufspaltung in Teilprojekte verhindere oder verschiebe
       zumindest solche Gesamtbetrachtungen.
       
       Den Vorwurf der strategischen Aufteilung der Genehmigung weist das
       Landesamt zurück. Es beruft sich hingegen auf rechtliche Vorgaben:
       Teilgenehmigungen seien möglich, wenn „sich der Antragsteller verpflichtet,
       einen Rückbau vorzunehmen, wenn in der Hauptsache keine Genehmigung erteilt
       werden sollte“, heißt es in einer Stellungnahme. Den Widerspruch durch die
       DUH und die Bürgerinitiative will das Landesamt nun in Ruhe prüfen. Eine
       schnelle Bewertung des Widerspruchs sei bei so gravierenden Vorwürfen nicht
       möglich.
       
       ## LNG-Terminal im Naturschutzgebiet
       
       Derweil hat der Wilhelmshavener Stadtrat den Weg frei gemacht für ein
       weiteres festes LNG-Terminal: Das belgische Unternehmen TES will [3][im
       Naturschutzgebiet Voslapper Groden Nord ein stationäres Terminal für den
       Umschlag von LNG und CO2 errichten.] Am Mittwoch beschloss der Stadtrat,
       den Schutz für das Gebiet zu senken und einen Flächennutzungsplan zu
       ändern, um den Bau des Terminals zu ermöglichen.
       
       Mit dem Bau des Terminals werde das Vogelschutzgebiet Voslapper Groden
       zerstört und damit der Lebensraum bedrohter Arten, kritisieren
       Umweltverbände. Nabu, BUND und Deutsche Umwelthilfe wollen deshalb gegen
       den Beschluss klagen. Auch ein Ratsherr hat angekündigt zu klagen, weil
       wichtige Informationen zu dem Thema zu spät vorgelegen hätten und eine
       ausgewogene Entscheidung so nicht möglich gewesen sei, berichtete am
       Donnerstag der NDR.
       
       22 Jan 2026
       
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