# taz.de -- Hacker-Angriff in den Niederlanden: Interrail mit Spätfolgen
> Ein Leak bei Interrail könnte mehrere Zehntausende Datensätze betreffen.
> Kund*innen wird dringend geraten, ihre Zugangsdaten zu ändern.
(IMG) Bild: Das Gepäck ist sicher, die Daten nicht: Betroffen sind Nutzer*innen der europaweit gültigen Zugtickets Interrail und Eurail
Bei einem Hacker-Angriff auf das niederländische Unternehmen Eurail B.V.
wurde eine große Zahl persönlicher Kundendaten gestohlen. Betroffen sind
Nutzer*innen der [1][europaweit gültigen Zug-Tickets] Interrail und
Eurail, die von dem in Utrecht ansässigen Unternehmen vertrieben werden.
Wer diese online erwirbt, hinterlässt dabei Standarddaten wie Name und
Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer, teils auch Nummer und
Ablaufdatum von Reisedokumenten.
In einem Statement von Eurail ist von einem „Sicherheitsvorfall“ die Rede,
bei dem „eine unbefugte Person Zugriff auf einen Teil unserer
Kundendatenbank erlangt“ habe. Das Unternehmen habe direkte Maßnahmen zur
Sicherung seiner Systeme ergriffen und externe Spezialist*innen für
eine Untersuchung des Vorfalls herbeigezogen. Von der noch laufenden
Untersuchung verspricht man sich nähere Informationen über die fraglichen
personenbezogenen Daten. Hinweise, dass diese missbraucht oder öffentlich
weiterverbreitet werden, gebe es bislang nicht, so die Mitteilung.
Wann genau der Angriff erfolgte und um wie viele Datensätze es geht,
erwähnt Eurail nicht. Die belgische Tageszeitung De Standaard zitiert einen
Unternehmenssprecher, dem zufolge es „möglicherweise um viele zehntausende
Opfer“ gehen könne. Betroffene Kund*innen wurden in den letzten Tagen per
E-Mail über den Diebstahl ihrer Daten informiert und aufgefordert, umgehend
ihre Passwörter zu ändern. In dem auf mehreren Sprachen verfassten
Eurail-Statement wird geraten, „besonders wachsam“ gegenüber unerwarteten
oder verdächtigen Kontaktaufnahmen zu sein und keinesfalls persönliche
Daten anzugeben.
Der potenzielle Umfang des Daten-Leaks ergibt sich aus einem Blick auf die
aktuellen Verkaufszahlen der Eurail B.V. Im Jahr 2024 ging es dabei um
insgesamt mehr als 1.149.000 Tickets, die [2][in 33 europäischen Ländern
gültig sind]. Knapp zwei Drittel davon waren Interrail-Pässe, der Rest
Eurail, das gleichartige Produkt [3][für Reisende von außerhalb Europas].
Letztere entschieden sich übrigens zu 98 Prozent für die Online- statt der
früheren Papiervariante des Passes. Von den Interrail-Kund*innen waren es
dagegen 88 Prozent.
16 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Tobias Müller
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