# taz.de -- Todesstrafe in Israel: Die den Tod feiern
> Israels Sicherheitsminister freut sich schon auf die ersten
> Hinrichtungen. Moralisch unterscheidet er sich wenig von den
> Sympathisanten der Hamas.
(IMG) Bild: Mit goldener Schlinge am Revers: der israelische Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, will die Todesstrafe zurück
Israels Gründungsvätern würden sich vermutlich die Haare sträuben. Nicht,
weil sie vielleicht grundsätzlich etwas gegen die Todesstrafe einzuwenden
hätten. Schließlich gab es das schon einmal, als Adolf Eichmann im Sommer
1962 hingerichtet wurde. Mit derselben Methode übrigens, die auch künftig
wieder möglich werden soll: Tod durch den Strang. Den alten Zionisten würde
vielmehr die offene Diskriminierung übel aufstoßen, hatten sie doch
[1][einen Staat mit gleichen Rechten für alle Bürger] vor Augen.
Das nun in der finalen Version vorliegende Gesetz sieht indes nur für
PalästinenserInnen eine mögliche Verurteilung mit der härtesten aller
Strafen vor. Juden und Jüdinnen müssen keine Hinrichtung fürchten. Nur ein
Militärtribunal entscheidet. Dabei reicht eine einfache Mehrheit unter den
15 RichterInnen aus. Ein Konsens ist ebenso wenig nötig wie ein
entsprechender Antrag der Staatsanwaltschaft. Eine Revision ist
ausgeschlossen, ebenso eine Begnadigung. Die Hinrichtung muss binnen 90
Tagen vollzogen werden.
Süßigkeiten verteilte der Nationale Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir,
als die Abgeordneten der Knesset den Gesetzentwurf [2][in einer ersten
Lesung billigten]. Er und einige seiner Parteifreunde tragen seither eine
goldene Schlinge mit dem Henkersknoten am Revers, was nur symbolisch
gemeint sei. Ihm persönlich wäre erklärtermaßen auch der elektrische Stuhl
oder eine Giftspritze recht.
Bei so viel Zynismus und Menschenverachtung drängt sich die Assoziation zu
den [3][Bildern aus dem Gazastreifen] auf, als jubelnde PalästinenserInnen
am 7. Oktober die ersten Geiseln in Empfang nahmen, die die Terroristen der
Hamas und des Islamischen Dschihads voller Stolz vorführten. Und als
augenscheinlich unbeteiligte Passanten auf die völlig verängstigen Männer,
Frauen und Kinder einschlugen. Es sind die rassistischen FanatikerInnen auf
beiden Seiten, die der Zweistaatenlösung und damit einer Befriedung der
Region immer wieder neue Hindernisse in den Weg legen.
15 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Susanne Knaul
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