# taz.de -- Studie der Bürgerbewegung Finanzwende: Versicherungsbranche leistet sich die meisten Lobbyisten
> Die wichtigsten zehn Verbände und Unternehmen der Finanzbranche geben
> jährlich über 37,5 Millionen Euro aus, um Einfluss auf die Politik zu
> nehmen.
(IMG) Bild: So sehen Lobbyisten aus: Demonstation vor dem Bundestag in Berlin
dpa | Banken, Versicherungen und ihre Branchenverbände geben
Millionenbeträge aus, um mit Hunderten Lobbyisten Einfluss auf Gesetze im
Bundestag zu nehmen. Nach einer Auswertung der [1][Bürgerbewegung
Finanzwende] nennen allein die Top-10-Konzerne und -Verbände der
Finanzbranche 456 Lobbyistinnen und Lobbyisten namentlich im Lobbyregister
des Bundestags. Zusammen geben sie jährliche Lobbyausgaben von mehr als
37,5 Millionen Euro an.
Laut Register gibt niemand über alle Branchen hinweg mehr Geld für die
Beeinflussung der Politik aus als die Dachorganisation der Versicherer, der
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Fast 15,3 Millionen
Euro waren es nach den aktuellsten Daten im Jahr 2024. Auf Platz zwei folgt
der Verbraucherzentrale Bundesverband mit Ausgaben von 12,7 Millionen Euro,
auf Rang drei der Verband der Automobilindustrie mit 9,9 Millionen.
Finanzwende sieht ein deutliches Ungleichgewicht zwischen der Finanzlobby
und zivilgesellschaftlichen Interessenvertretern. „Lobbyismus an sich ist
nicht anrüchig, das Problem ist die Dauerbeschallung in Überzahl“, erklärte
Vereinsvorstand Daniel Mittler. Es bestehe die Gefahr, dass die
Zivilgesellschaft kaum Gehör finde, „weil die Gegenseite alle Kanäle mit
Anrufen, Stellungnahmen und oft zweifelhaften Studien flutet“. Es sei
völlig klar, dass zivilgesellschaftliche Organisationen keinen
vergleichbaren Aufwand betreiben könnten.
Auch [2][die Bürgerbewegung Finanzwende] ist im [3][Lobbyregister des
Bundestags] eingetragen. Demnach gab die Nichtregierungsorganisation mit
einem Budget zwischen 130.000 und 140.000 Euro und 19 Interessenvertretern
Stellungnahmen zu neun politischen Vorhaben ab.
## Lobbyregister: mehr als 6.000 Einträge
Ein höheres Lobbybudget bedeutet der Auswertung zufolge allerdings nicht
automatisch mehr Erfolg bei der Beeinflussung der Politik. Ein Beispiel sei
die Debatte um [4][den Verkauf von Restschuldversicherungen nach Abschluss
eines Kredits]. Hier hätten sich Banken und Versicherer nicht durchgesetzt,
obwohl sich laut Lobbyregister 25 Konzerne, Verbände und Agenturen dafür
einsetzten, die verpflichtende Wartefrist zu kippen.
Das Lobbyregister wird seit 2022 auf der Internetseite des Deutschen
Bundestags geführt. Es soll sichtbar machen, wer Einfluss auf politische
Entscheidungen und die Gesetzgebung nimmt. Professionelle
Interessenvertreter müssen sich dort eintragen und Angaben unter anderem
über Auftraggeber sowie zum personellen und finanziellen Aufwand ihrer
Lobbytätigkeit bei Bundestag und Bundesregierung machen.
Wenn [5][Mandats- und Amtsträger ins Lager der Lobbyisten wechseln], müssen
sie aktuelle und frühere Ämter und Mandate offenlegen. Aktuell gibt es
6.270 Einträge von Unternehmen, Verbänden, Organisationen, Netzwerken,
Einzelpersonen und anderen Interessenvertretern.
5 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.finanzwende.de/themen/finanzlobbyismus/lobbyregister-auswertungen/finanzlobby-analyse-2026
(DIR) [2] /Wirtschaft/!6136166&s=finanzwende/
(DIR) [3] https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche-im-lobbyregister?lang=de
(DIR) [4] /Schuldenmachen-leicht-gemacht/!499620&s=restschuldenversicherung/
(DIR) [5] /FDPler-Marcus-Faber-wechselt-zu-Ruestungsfirma/!6126860
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