# taz.de -- Brand in Crans-Montana: Zahlreiche Opfer waren Jugendliche
       
       > Mehrere Überlebende der Brandkatastrophe in der Silvesternacht kämpfen
       > weiter um ihr Leben. Die Schweiz plant einen nationalen Trauertag.
       
 (IMG) Bild: Trauer in Crans-Montana
       
       dpa | Mehr als die Hälfte der 40 Todesopfer aus der abgebrannten Bar in
       Crans-Montana sind identifiziert, und es zeigt sich: Zahlreiche Opfer waren
       Minderjährige. Darunter ist unter anderem eine 14-jährige Schweizerin, wie
       die Schweizer Polizei im Kantons Wallis berichtet.
       
       Andere identifizierte Opfer, etwa aus Italien, waren erst 16 Jahre alt, als
       die Brandkatastrophe in der Silvesternacht ihrem jungen Leben ein Ende
       setzte.
       
       Das Inferno in einer Bar des Schweizer Skiorts wurde nach bisherigen
       Ermittlungen [1][durch eine funkensprühende Partyfontäne ausgelöst]. Sie
       setzte den Erkenntnissen zufolge Schaumstoff an der Decke in Brand. Das
       Feuer breitete sich rasend schnell aus.
       
       Untersucht wird, ob die Brandschutzvorschriften eingehalten wurden.
       [2][Gegen die beiden französischen Betreiber der Bar wird inzwischen unter
       anderem wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.] Unklar ist unter anderem, ob
       die Deckenabdeckung regelkonform war und ob es genügend zugängliche
       Notausgänge gab.
       
       ## Kritische Phase für Überlebende
       
       Einige der 119 überwiegend schwer verletzten Überlebenden sind in einer
       kritischen Phase: Bei sehr schweren Verbrennungen treten Symptome der
       Verbrennungskrankheit wie Organversagen erst nach 48 Stunden auf, wie
       Experten erläutern.
       
       Zudem wächst das Risiko von Infektionen, weil das überforderte Immunsystem
       geschwächt ist. Erst, wenn die Risiken minimiert sind, beginnen die ersten
       von zahlreichen Operationen, um die verbrannte Haut zu entfernen und zu
       ersetzen – idealerweise mit Haut von anderen Körperstellen, die unversehrt
       blieben.
       
       [3][Mehrere Patienten sind inzwischen in auf Verbrennungen spezialisierte
       Kliniken in Deutschland verlegt worden.] Die Schweiz hat nicht genügend
       Kapazitäten, um alle Verletzte langfristig zu behandeln und Plätze für 50
       Patientinnen und Patienten überwiegend in Nachbarländern angefragt. Unter
       anderem werden Überlebende aus Crans-Montana in Ludwigshafen, Stuttgart,
       Tübingen, Bochum und Köln-Merheim behandelt. Weitere Kliniken haben
       Aufnahmeplätze zugesagt.
       
       Unter den 119 Verletzten sind mehr als 70 Schweizer sowie Franzosen,
       Italiener, Serben und einzelne Angehörige anderer Länder. Deutsche Opfer
       wurden bislang nicht gemeldet.
       
       ## Nationales Gedenken an die Opfer
       
       Die Schweiz plant am 9. Januar einen nationalen Trauertag und eine
       Gedenkfeier für die Opfer. Die Gemeinde legte online ein Kondolenzbuch auf.
       Als Erster schrieb darin Bundespräsident Guy Parmelin: „Allen trauernden
       Familien, allen Opfern sage ich erneut mit Ernsthaftigkeit und
       Aufrichtigkeit: Ihr Leid ist auch unser Leid.“ Er werde an der Gedenkfeier
       in Crans-Montana teilnehmen. Ob andere Staatschefs anreisten, sei noch
       unklar, sagte er in Zeitungsinterviews.
       
       Zu Beginn der Trauerfeier in Crans-Montana sollen im ganzen Land die
       Kirchenglocken läuten, begleitet von einer landesweiten Schweigeminute, wie
       Parmelin weiter sagte.
       
       4 Jan 2026
       
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