# taz.de -- Bewegungstermine in Berlin: Viel los im Weglaufhaus
       
       > Das selbstverwaltete Weglaufhaus „Villa Stöckle“ hat im Winter besonders
       > viel zu tun. Zum 30. Geburtstag in diesem Jahr sind Spenden hoch
       > willkommen.
       
 (IMG) Bild: Gegen eine Pychiatrie, die Patient:innen wegsperrt: Das Weglaufhaus ist aus der Psychiatriebetroffenenbewegung entstanden
       
       Weihnachten und Silvester sind vorbei, aber die kalte und dunkle Jahreszeit
       dauert noch an. Die Temperaturen gehen aktuell vor allem nachts in den ein-
       bis zweistelligen Minusbereich. Das selbstverwaltete [1][Weglaufhaus „Villa
       Stöckle“] berichtet im Winter von steigenden Anfragen. Dies liege auch
       daran, dass etwa nichtbinäre oder Trans*-Personen in anderen
       Notunterkünften oder Wohnungsloseneinrichtungen schlechte Erfahrungen
       machen würden, berichtet eine Mitarbeiterin des Weglaufhauses.
       
       Die progressive Kriseneinrichtung im Norden Berlins ist hierzulande die
       einzige explizit antipsychiatrische Anlaufstelle für wohnungslose Menschen.
       Ein Unikum, das es zu erhalten gilt. Die Antipsychiatrie setzt der
       Psychiatrie seit einigen Jahrzehnten eine selbstbestimmte Alternative der
       Bewältigung und des Umgangs mit belastenden Lebenssituationen entgegen.
       Menschen in Konflikten oder Krisen, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder
       betroffen sind und das psychiatrische System verlassen haben oder dieses
       meiden wollen, finden im Weglaufhaus einen Anlaufpunkt.
       
       [2][Das Weglaufhaus ist aus der politischen Selbsthilfe und der
       Psychiatriebetroffenenbewegung entstanden] und es geht maßgeblich um
       Betroffenen- und Nutzer:innenkontrolle. Ziel ist der Weg in die
       Selbstständigkeit, etwa durch die Durchsetzung von sozialrechtlichen
       Ansprüchen und die Entwicklung und Planung neuer Lebens- und
       selbstbestimmter Wohnperspektiven. Alles ohne Zwangsbehandlungen,
       stigmatisierende Diagnosen und Psychopharmaka.
       
       Das Weglaufhaus feiert dieses Jahr dreißigjähriges Jubiläum. Was sich das
       Team der Einrichtung wünscht, ist klar. Gerade jetzt, da das Weglaufhaus
       hoch frequentiert ist, brauche die Einrichtung dringend finanzielle
       Unterstützung – der Kontostand sei niedrig, so schreibt das Team des
       Weglaufhauses in einem Aufruf zur Spende per Mail. Normalerweise, so heißt
       es weiter, würde der Aufenthalt von Personen im Weglaufhaus durch das
       zuständige Sozialamt gedeckt. Die Übernahme der Kosten werde allerdings
       nicht selten doch abgelehnt oder nur anteilig bewilligt – und das nachdem
       die Personen schon länger im Weglaufhaus lebten.
       
       ## Dringender Spendenbedarf
       
       Somit kommt es zum Teil zu nicht finanzierten Aufenthalten. Auch
       Bewohner:innen ohne staatliche Absicherung unterstützt das Weglaufhaus
       finanziell bei dringenden Anliegen. Die e[3][hrenamtliche
       antipsychiatrische Beratungsstelle] in der Kreutzigerstraße ist auf Spenden
       angewiesen. Und auch für Sanierungsarbeiten am Weglaufhaus benötigt man
       finanzielle Unterstützung, so gibt es aktuell dringenden Bedarf an der
       Trockenlegung des Kellers und an einer neuen Küche.
       
       Wer etwas spenden möchte, findet [4][hier] alle nötigen Informationen Der
       Verein ist als gemeinnützig und mildtätig anerkannt. Auf Wunsch wird eine
       Spendenquittung ausgestellt. Wer Ideen hat, wie die soziale Einrichtung und
       der kleine Verein anderweitig finanzielle Unterstützung erhalten können,
       möge sich [5][an das Weglaufhaus-Team wenden].
       
       5 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Man-weint-nicht-lacht-nicht/!290484
 (DIR) [2] /Ein-Weglaufhaus-als-kleine-Heimat/!1478755/
 (DIR) [3] https://weglaufhaus.de/beratungsstelle/
 (DIR) [4] http://weglaufhaus.de/spenden/
 (DIR) [5] https://weglaufhaus.de/kontakt/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Desiree Fischbach
       
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