# taz.de -- Denis Kapustins Tod nur vorgetäuscht: Totgesagte leben länger
       
       > Der Ende Dezember für tot erklärte rechtsextreme russische Milizenführer
       > lebt. Ukrainische Geheimdienste haben seinen Tod fingiert, um Kopfgeld zu
       > kassieren.
       
 (IMG) Bild: Der Rechtsextremist Denis Kapustin im Mai 2023 im Norden der Ukraine
       
       Denis Kapustin, Kommandeur des für die Ukraine kämpfenden Russischen
       Freiwilligenkorps (RDK), bekennender Rechtsextremer und Anhänger einer
       White-Supremacy-Ideologie, lebt. Dies berichtet Kyrylo Budanow, Leiter der
       Hauptnachrichtendienststelle des ukrainischen Verteidigungsministeriums
       (GUR) in einem Video, das der RDK-Telegram-Kanal zu Jahresbeginn
       veröffentlichte.
       
       Und um die letzten Zweifel auszuräumen, begrüßte Budanow den tot geglaubten
       und offensichtlich unverletzten Kapustin im Video mit einem „Herzlichen
       Glückwunsch zu Ihrer Rückkehr!“ Am 27. Dezember hatten zahlreiche
       ukrainische und internationale Medien, auch die taz, unter Berufung auf
       eine Pressemitteilung des RDK berichtet, [1][Kapustin sei bei einem Angriff
       einer Drohne in der Nähe von Saporischschja ums Leben gekommen].
       
       ## Der Tod war nur inszeniert
       
       Nun stellt sich heraus: Das RDK hatte in Zusammenarbeit mit den
       ukrainischen Geheimdiensten den Tod von Kapustin nur inszeniert. So soll
       der russische Geheimdienst nach Darstellung des ukrainischen Geheimdienstes
       ein Attentat auf Kapustin in Auftrag gegeben und dafür rund 500.000
       US-Dollar angeboten haben. Man habe mit der Aktion, so Budanow, Kapustins
       Leben geschützt und gleichzeitig das Geld kassiert.
       
       Es ist nicht das erste Mal, dass der ukrainische Geheimdienst einen Tod
       inszeniert hat. [2][Bereits 2018 hatten sie den Tod des russischen
       Journalisten Arkadi Babtschenko fingiert.]
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem Leiter des
       Militärgeheimdienstes (GUR) des Verteidigungsministeriums, Kyrylo Budanow,
       angeboten, das Amt des Leiters des Präsidialamts zu übernehmen. Wer Budanow
       an der Spitze des Geheimdienstes nachfolgen könnte, ließ Selenskyj offen.
       Der Posten des Leiters des Präsidialamts war seit Ende November unbesetzt,
       nachdem Andrij Jermak im Zuge eines Korruptionsskandals im Energiesektor
       zurückgetreten war.
       
       ## Von Moskau nach Köln-Chorweiler
       
       Denis Kapustin, auch unter dem Namen Denis Nikitin und dem Kampfnamen White
       Rex bekannt, wurde 1984 in Moskau geboren. [3][Nach Angaben des Kölner
       Stadt-Anzeigers lebte er einige Jahre in Köln]. In dieser Zeit unterhielt
       er laut Stadt-Anzeiger Kontakte zu Neonazi-Netzwerken, organisierte
       Kampfsportveranstaltungen und betrieb ein rechtsradikales Modelabel. Ab
       2001 sammelte er in Chorweiler erste Gewalterfahrungen in der Kölner
       Hooligan-Szene – und stieg später in Moskau zu einer Größe in der
       europäischen Neonazi-Szene auf.
       
       2019 verlor Kapustin seinen deutschen Aufenthaltstitel und erhielt ein
       Einreiseverbot für den Schengen-Raum. Danach ging er in die Ukraine. Das
       Russische Freiwilligenkorps wurde im August 2022 gegründet. Es besteht aus
       russischen Staatsbürgern, die aufseiten der Ukraine gegen Russland kämpfen.
       Die Einheit war an Kämpfen an mehreren Frontabschnitten beteiligt und
       führte auch grenzüberschreitende Aktionen auf russischem Territorium durch,
       etwa in den Regionen Brjansk und Belgorod.
       
       2 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Russischer-Neonazi-Denis-Kapustin-tot/!6141561
 (DIR) [2] /Kritik-an-Fake-von-Journalistenmord/!5506924
 (DIR) [3] https://www.ksta.de/politik/ukraine-fingiert-tod-von-koelner-neonazi-und-kassiert-putins-kopfgeld-1180021
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Bernhard Clasen
       
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