# taz.de -- Trump und seine Grönland-Manie: Ein Präsident auf Bulldozerfahrt
> US-Präsident Donald Trump gibt nichts auf die Realität – und macht, was
> er für richtig hält. Die Welt ist ratlos angesichts dieses rabiaten
> Handelns.
(IMG) Bild: Menschen protestieren gegen die Grönlandpläne des US-Präsidenten vor dem US-Konsulat
Wenn es nicht so schrecklich wäre, wäre es zum Lachen. Ein angeblich
erwachsener Mann stellt komplett auf stur. Er hört nicht auf rationale
Argumente, nicht auf Willensäußerungen der Menschen, über die er verfügen
will, nicht auf Entgegenkommen derer, die er angreift. Er gibt quasi nichts
auf die Realität. Deshalb funktioniert beim US-Präsidenten nichts, was in
der Realität zwischen erwachsenen Menschen an Konfliktlösungsstrategien zur
Verfügung steht. Donald Trump hat sich Grönland in den Kopf gesetzt, und es
gibt offensichtlich keine Möglichkeit, daran etwas zu ändern. Was tun?
Das fragen sich im Moment alle – außer Trump. Aber wenn selbst kleine
diplomatische Erfolge wie das am Mittwoch geführte Gespräch in Washington
zwischen Dänemark, [1][Grönland und den USA kurz danach nichts mehr gelten,
fällt einem kaum noch etwas dazu ein]. Trumps Pressesprecherin Karoline
Leavitt hatte in ihrer eigenen Wirklichkeit behauptet, bei dem Treffen habe
man sich auf eine [2][gemeinsame Arbeitsgruppe] geeinigt, die die Details
des von Trump so vehement eingeforderten Grönland-Deals klären würde.
Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen konnte nur staunen: So war das
keineswegs abgesprochen – diese Arbeitsgruppe sei geplant worden, um in
diesem Konflikt im Gespräch zu bleiben. Dänemark hält sich eben – was
bleibt ihnen anders übrig – weiterhin an die Spielregeln, die für jeden
Rechtsstaat mit Respekt vor sich selbst unabdingbar sind.
Angesichts von Trumps Wochenend-Eskalation mit erpresserischen Strafzöllen
gegen alle Länder, die ihm auf seiner Bulldozerfahrt Richtung Grönland im
Weg stehen, sucht Rasmussen jetzt erst einmal weiter die Nähe von
Verbündeten. [3][Gespräche in Oslo, London und Stockholm stehen zuerst an].
Gemeinsam wird man darüber nachdenken, wie man mit diesem unmöglichen
Gegenüber umgehen kann.
## Dass ihn jemand zur Vernunft bringt, ist unrealistisch
Bei einem emotional noch nicht reifen Kind, mit dem in einem extremen
Moment nicht mehr zu kommunizieren ist, würde man eine paradoxe
Intervention empfehlen. Ein plötzliches, gerne absurdes Ablenkungsmanöver,
das ein anscheinend unkontrollierbares Verhalten abrupt ausbremsen würde.
Aber dass sich jemand vor Trump stellt und ihn auf die Weise aus seiner
tumben Erstarrung löst und zur Vernunft bringt, ist leider nicht
realistisch. Deshalb bleibt im Moment denen, die sich weiter wie erwachsene
Menschen verhalten, nichts weiter übrig, als weiter nach den vereinbarten
Regeln zu spielen: Reden, Zusammenhalten, das bislang Undenkbare im
USA-Kontext immer mitdenken.
18 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Anne Diekhoff
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