# taz.de -- Silvesterbilanz am Neujahrsmorgen: Etwas ruhiger als in den Vorjahren
> In Berlin zeigen Böllerverbotszonen Wirkung. Dort ist es deutlich
> ruhiger. In Bielefeld sterben zwei 18-Jährige durch selbstgebaute
> Knaller.
(IMG) Bild: Schilder mit Wirkung: Eingang zur Böllerverbotszone am Berliner Alexanderplatz
dpa/taz | Die Silvesterfeiern in Deutschland sind offenbar etwas ruhiger
und mit weniger Ausschreitungen verlaufen als im Vorjahr. Das zeigen die
ersten Bilanzen der Polizei in den Bundesländern. Es gab aber auch wieder
Tote: In Bielefeld starben zwei junge Männer durch Pyrotechnik.
Die größten öffentlichen Partys unter freiem Himmel in Deutschland gab es
diesmal am Brandenburger Tor in Berlin, in Hamburg am Hafen und in der
Münchner Innenstadt.
Tödliche Unfälle mit Pyrotechnik
In Bielefeld kamen zwei 18-Jährige bei Unfällen mit selbstgebauter
Pyrotechnik ums Leben. In der Nähe von Rostock verlor ein 23-Jähriger durch
einen explodierten Böller seine linke Hand. In Leipzig wurde ein 16 Jahre
altes Mädchen beim Versuch, einen in Deutschland nicht zugelassenen
Silvesterböller zu entzünden, schwer an der Hand verletzt.
Die Unfälle in Bielefeld passierten laut Polizei unabhängig voneinander.
Die beiden jungen Männer erlitten tödliche Gesichtsverletzungen durch
selbstgebaute Pyrotechnik.
Noch keinen Überblick gibt es, wie viele Menschen bundesweit verletzt
wurden. Das Unfallkrankenhaus Berlin in Marzahn meldete 25 Patienten „mit
zum Teil schweren Handverletzungen mit Teil- oder kompletten Amputationen
von Fingern oder Teilen der Hand“. Und: „Besonders schlimm ist aber, dass
wieder acht Kinder dabei sind, deren Leben sich durch diese schweren
Verletzungen für immer verändert hat.“ Es wurde mit steigenden Zahlen
gerechnet.
Vorsichtiges Aufatmen in Berlin
In Berlin verlief die Silvesternacht nach einer ersten Einschätzung der
Polizei nicht ganz so problematisch wie in den vergangenen Jahren.
Allerdings sei die Polizei immer wieder mit Böllern und Raketen angegriffen
worden, sagte ein Sprecher. 21 Polizisten seien durch Knalltraumata nach
dem Beschuss mit Böllern oder Gegenwehr von Verdächtigen leicht verletzt
worden. Die Polizei nahm rund 400 Verdächtige kurzzeitig fest. Und auch am
Silvesterabend und in der Nacht sei noch kiloweise illegale Pyrotechnik
beschlagnahmt worden.
Die Freiluftpartys am Brandenburger Tor und an der Siegessäule verliefen
nach Angaben der Polizei ohne Probleme. Tausende Menschen besuchten die
offizielle Silvesterparty am Brandenburger Tor und bewunderten um 0.00 Uhr
das große Feuerwerk. Einige hundert Meter entfernt fand auf der Straße des
17. Juni eine weitere Open-Air-Party mit mehreren Bühnen statt. Angemeldet
war sie als Demonstration. Dort waren aber laut Polizei nur mehrere hundert
Teilnehmer statt der angemeldeten 16.000.
An neuralgischen Punkten waren in diesem Jahr Böllerverbotszonen ausgerufen
worden. Der Alexanderplatz, wo es an Silvester der vergangenen Jahre
heftige Ausschreitungen mit Feuerwerk gegeben hatte, gehörte zu den
Pyro-Verbotsbereichen. „Ich habe den Alex noch nie so friedlich gesehen an
Silvester wie in diesem Jahr“, sagte ein Polizeisprecher.
1 Jan 2026
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