# taz.de -- Nach dem Militärputsch von 2021: Putschführer Doumbouya gewinnt Präsidentenwahl in Guinea
       
       > Guineas Übergangspräsident Mamady Doumbouya gewinnt die Wahl. Die
       > wichtigste Opposition blieb allerdings außen vor. Der General ist in
       > Europa bestens vernetzt.
       
 (IMG) Bild: Setzte sich gegen acht Herausforderer durch: Guineas Präsident Mamadi Doumbouy
       
       dpa | Der [1][Putschführer und Übergangspräsident Mamady Doumbouya] hat die
       [2][Präsidentenwahl im westafrikanischen Guinea] gewonnen. Nach vorläufigen
       Ergebnissen der Wahlkommission kam der 41-Jährige auf 86,7 Prozent der
       Stimmen. Damit gewann er die absolute Mehrheit, eine Stichwahl ist nicht
       nötig. Die Abstimmung gilt als Abschluss des Übergangsprozesses nach dem
       Militärputsch von 2021. Die Ergebnisse müssen in den kommenden Tagen vom
       Obersten Gerichtshof bestätigt werden.
       
       Doumbouya setzte sich gegen acht Herausforderer durch. Die Wahlbeteiligung
       lag nach offiziellen Angaben bei knapp 81 Prozent. Vertreter der Opposition
       zogen den Wert jedoch in Zweifel, nachdem mehrere Medien von verhaltener
       Teilnahme in Wahllokalen der Oppositionshochburgen berichtet hatten.
       
       Der damalige Oberst und Kommandeur der Spezialeinheiten, mittlerweile
       General, hatte im September 2021 Präsident Alpha Condé gestürzt und Guinea
       seither als Übergangspräsident geführt. Er diente davor jahrelang beim
       französischen Militär auf zahlreichen Auslandseinsätzen. Den Umsturz
       begründete er mit dem Kampf gegen Machtmissbrauch und Korruption.
       
       ## Militär hatte zunächst versprochen, nicht anzutreten
       
       Ursprünglich hatten die Militärmachthaber erklärt, nicht selbst anzutreten.
       Dieses Versprechen wurde jedoch durch eine neue Verfassung aufgehoben, die
       im September in einem umstrittenen Referendum angenommen wurde. Die
       Opposition warf Doumbouya vor, sich die Macht sichern zu wollen.
       
       Der wichtigste Oppositionspolitiker und die größten Oppositionsparteien
       waren von der Wahl ausgeschlossen. Kritiker beklagen zudem Einschränkungen
       der Pressefreiheit sowie hartes Vorgehen der Sicherheitskräfte.
       
       ## Hoffnungen auf Wachstum durch Eisenerz und Bauxit
       
       Im Wahlkampf warb Doumbouya mit Stabilität und wirtschaftlicher
       Entwicklung. Viele Guineer hoffen auf das Bergbau-Großprojekt Simandou,
       eines der weltweit bedeutendsten Eisenerzvorkommen, das im November den
       Betrieb aufgenommen hat. Guinea ist zudem eines der führenden Exportländer
       von Bauxit, aus dem Aluminium hergestellt wird. In Bezug auf Gesundheit,
       Bildung und allgemeiner Lebensqualität gehört der Küstenstaat mit rund 15
       Millionen Einwohnern allerdings zu den ärmsten Staaten der Welt.
       
       Außenpolitisch bewahrte Guinea anders als die anderen Militärmachthaber der
       Region unter Doumbouya enge Beziehungen zu westlichen Staaten, insbesondere
       zu [3][Frankreich]. Mit dem formalen Abschluss des Übergangs könnte das
       Land wieder in die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas aufgenommen
       werden, aus der es nach dem Putsch suspendiert worden war.
       
       31 Dec 2025
       
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