# taz.de -- Treffen zwischen Trump und Selenskyj: Neuer Gipfel zur Ukraine kurz nach Jahresbeginn geplant
> Das Tempo der Verhandlungen über ein Ende des Kriegs in der Ukraine zieht
> an: Nächste Woche soll wieder getagt werden. Die Kämpfe gehen derweil
> weiter.
(IMG) Bild: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj: Nun Einigkeit über die US-Sicherheitsgarantien für sein Land?
dpa | Die [1][Verhandlungen zur Beendigung des von Russland begonnenen
Kriegs in der Ukraine] gehen nach Angaben aus Kjyiw mit einem Gipfel Anfang
Januar in die nächste Runde. Geplant sei zunächst ein Treffen der
nationalen Sicherheitsberater aus der „Koalition der Willigen“ am 3. Januar
in der Ukraine, schrieb der Präsident des Landes, Wolodymyr Selenskyj, bei
Telegram. Kurz darauf, am 6. Januar, sei dann ein weiteres Treffen auf der
Ebene der Staatschefs geplant.
„Wir sind dem Team von [2][Präsident Trump] für die Bereitschaft dankbar,
an beiden Formaten teilzunehmen“, fügte er mit Blick auf US-Präsident
Donald Trump hinzu. Als „Koalition der Willigen“ verstehen sich westliche
Länder, die die Ukraine auch militärisch unterstützen.
## Russland nimmt erneut ukrainische Region Odessa ins Visier
Derweil griff die russische Armee in der Nacht zu Mittwoch nach
ukrainischen Angaben die Region Odessa am Schwarzen Meer erneut mit
zahlreichen Drohnen an. Es seien in der Hafenstadt Odessa zwei mehrstöckige
Wohngebäude und die Infrastruktur getroffen und beschädigt worden, 6
Menschen, unter ihnen 3 Kinder im Alter von 7 Monaten, 8 und 14 Jahren,
seien verletzt worden, schrieb der Chef der Militärverwaltung der Stadt
Odessa, Serhij Lyssak, auf Telegram laut ukrainischen Medien. Mehrere
Wohnungen gerieten in Brand.
In einigen Stadtteilen Odessas fielen die Strom-, Wasser- und die
Wärmeversorgung aus, wie Lyssak sagte. Der regionale Militärverwalter Oleh
Kiper berichtete auf Telegram ebenfalls, die Region Odessa werde massiv mit
Drohnen angegriffen. Ziel sei erneut die zivile Energie- und
Stromversorgung. Die russische Armee beschießt seit Wochen Odessa und das
Umland mit Raketen und Drohnen und zielt dabei auf Energieanlagen,
Industrie und die Häfen.
## Russische Ölraffinerie angegriffen
Die Ukraine griff derweil Medienberichten zufolge Ölanlagen in Russland an.
In der südrussischen Region Krasnodar sei in der Ölraffinerie im Hafen
Tuapse am Schwarzen Meer ein Brand ausgebrochen, teilte der operative Stab
des Gebiets mit. Das Feuer sei gelöscht worden. Bei dem Drohnenangriff
seien zwei Menschen verletzt worden. Schäden gebe es auch an einer der
Anlegestellen des Hafens und an fünf Häusern sowie an einer Gasleitung,
hieß es in der Mitteilung.
Die ukrainischen Streitkräfte greifen seit Monaten die zur Finanzierung des
Kriegs wichtige Ölindustrie Russlands an. Die Schäden stehen aber keinem
Vergleich zum Ausmaß der Zerstörungen und der Anzahl der Opfer, die
russische Angriffe in der Ukraine fordern.
## Viel Optimismus, wenig greifbare Fortschritte
Erst am Wochenende hatte Trump Selenskyj in Florida zu Gesprächen über ein
Kriegsende empfangen. Obwohl sich beide Seiten anschließend optimistisch
zum Fortgang der Verhandlungen gaben, wurden keine konkreten Fortschritte
bekannt.
Selenskyj sprach zwar zunächst davon, dass nun Einigkeit über die
US-Sicherheitsgarantien für sein Land nach Ende des Kriegs herrsche. Doch
später räumte er ein, dass noch über die Laufzeit dieser Garantien
verhandelt werde. Die USA hätten 15 Jahre vorgeschlagen, die Ukraine bitte
um bis zu 50 Jahre.
## Russland will Position überdenken
Russlands Präsident Wladimir Putin hat vor fast 4 Jahren den Krieg gegen
die Ukraine befohlen. Obwohl auch Moskau zuletzt Fortschritte in den
Verhandlungen sah, hat der Kreml nun seine Tonlage wieder verschärft: Wegen
[3][angeblicher Angriffe auf eine der Residenzen von Putin] drohte Russland
damit, in den Verhandlungen künftig eine härtere Position einzunehmen. Nach
außen hin hat Russland dabei schon jetzt keine wesentlichen Eingeständnisse
gemacht und beharrt weiterhin darauf, dass die Ukraine auf eigene
Territorien und den Nato-Beitritt verzichtet.
Selenskyj hatte den vom Kreml beklagten Angriff auf die Residenz im
nordrussischen Waldai am Dienstag bei einem Chat mit Journalisten erneut
bestritten. Klar ist aber, dass beide Seiten das Hinterland des Nachbarn
seit Langem aus der Luft angreifen. Die Ukraine nutzt dazu fast
ausschließlich Drohnen, Russland zusätzlich ballistische Raketen und
Marschflugkörper.
## Großer Stromausfall im Gebiet Moskau nach Drohnenangriff
Im Umland der russischen Hauptstadt Moskau ist nach einem Feuer in einem
Umspannwerk die Stromversorgung für mehr als 100.000 Menschen ausgefallen.
Einer Mitteilung der Stadtverwaltung von Ramenskoje zufolge ist die Ursache
ein Kabelbrand. Allerdings wurde gleichzeitig in der Region ein größerer
ukrainischer Drohnenangriff gemeldet.
Betroffen von dem Stromausfall sind auch Bewohner der Städte Schukowski und
Lytkarino. Ramenskoje und Schukowski sind Großstädte, in Lytkarino leben
mehr als 60.000 Menschen. Die genaue Anzahl der Betroffenen ist nicht
bekannt. Die Behörden versprachen die schnelle Behebung der Schäden.
## Flugverkehr zeitweise eingestellt
Das russische Militär meldete am Abend den Abschuss von mehr als 100
ukrainischen Drohnen innerhalb von vier Stunden. Der Großteil davon sei in
der westrussischen Region Brjansk an der Grenze zur Ukraine abgefangen
worden, aber 8 Drohnen auch über dem Moskauer Umland. 3 davon seien
Richtung Hauptstadt unterwegs gewesen, teilte das Militär mit.
Der Gouverneur des Moskauer Umlands, Andrej Worobjow, schrieb in seinem
Telegramkanal von 21 abgeschossenen Drohnen in der Region. Seinen Angaben
nach gab es aber auch mindestens einen Verletzten. Ein 57-jähriger Mann sei
mit Splitterverletzungen am Rücken und am Arm ins Krankenhaus eingeliefert
worden. Wegen der Drohnenangriffe mussten auch die Moskauer Flughäfen am
Abend mehrfach stundenlang den Betrieb einstellen.
31 Dec 2025
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