# taz.de -- Kaum Wohnungsneubau in Berlin: Nicht bauen, nicht bauen, nicht bauen
       
       > Unter dem „Bauen, bauen, bauen“-Senat sind im vergangenen Jahr 14.000
       > neue Wohnungen fertiggestellt worden. Das sind so wenig wie seit 2016
       > nicht mehr.
       
 (IMG) Bild: Vielleicht wird nächstes Jahr gebaut
       
       [1][„Bauen, bauen, bauen“ lautet bekanntlich das Mantra von CDU und SPD],
       um den Verwerfungen am Berliner Wohnungsmarkt zu begegnen – bei
       größtmöglichem Verzicht auf Mietenregulierung. Im Koalitionsvertrag hat der
       Senat daher festgehalten: „Den Neubau bezahlbarerer Wohnungen treiben wir
       gemeinsam und mit sehr ambitionierten Zielsetzungen voran.“ Als Zielmarke
       vorgesehen sind, wie schon seit mehr als zehn Jahren, 20.000 neue Wohnungen
       pro Jahr.
       
       Am Dienstag hat Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD) nun die
       vorläufige Statistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Er sagte: „Nach dem,
       was sich so abschätzen lässt, werden wir bei etwa 14.000 Neubauwohnungen
       liegen.“ Das sind noch einmal etwa 1.400 Wohnungen weniger als im bereits
       schwachen Vorjahr und es ist die niedrigste Zahl seit fast einem Jahrzehnt.
       2016 betrug die Zahl der Fertigstellungen 13.600 Wohnungen, auch damals
       verantwortet von einem Senat von SPD und CDU.
       
       „Meine Hoffnung war, dass wir die Talsohle im letzten Jahr erreicht haben.
       Mit den 14.000 liegen wir jetzt immer noch in der Talsohle“, sagte Gaebler.
       Trotz [2][eines Anstiegs im Vergleich zum Vorjahr] bleiben auch die
       landeseigenen Wohnungsbauunternehmen mit 4.700 Wohnungen fertiggestellten
       Wohnungen hinter dem Senatsziel von jährlich 6.500 neuen Wohnungen zurück.
       
       Optimismus verbreitet der Senator dennoch. „Wir können feststellen, dass in
       diesem Jahr die Baugenehmigungen angezogen haben.“ Man werde 2025 bei den
       Genehmigungen „mindestens 30 Prozent über dem Niveau des Vorjahres liegen,
       was zugegebenermaßen auch sehr niedrig war“, so Gaebler. Tatsächlich reicht
       auch ein Zuwachs von 30 Prozent nicht aus, um den Einbruch der Zahlen in
       2024 auszugleichen. In dem Jahr [3][war lediglich der Bau von 9.772
       Wohnungen genehmigt worden], das sind 38,5 Prozent weniger als noch 2023.
       
       Teuer erkauft hat sich der Senat die Bewilligungen von Sozialwohnungen mit
       Preisbindung. 2024 hatte er die Förderung für den sozialen Wohnungsbau
       [4][auf 1,5 Milliarden Euro verdoppelt] – bis zu 300.000 Euro pro Wohnung.
       Im Ergebnis waren im Vorjahr 5.188 Sozialwohnungen genehmigt worden, in
       diesem Jahr sind es mit 5.175 fast genauso viele. Doch noch immer fallen
       mehr Sozialwohnungen aus der Bindung, als neue hinzukommen.
       
       23 Dec 2025
       
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