# taz.de -- Neue Staffel „RuPauls Drag Race“: Performen und protestieren
       
       > „RuPauls Drag Race“ geht in die 18. Staffel. Eine Kampfansage gegen die
       > Dunkelheit in Trumps Amerika.
       
 (IMG) Bild: Premierenfeier zum Auftakt der 18. Staffel von RuPaul's Drag Race in New York City
       
       In der Kunst der professionellen Damenimitation hat die Dragqueen RuPaul
       Charles längst den Status einer globalen Ikone erreicht, was auch und
       gerade auf ihre Reality-TV-Sendung „RuPauls Drag Race“ zurückzuführen ist.
       „Drag Race“ ist eine 2009 gestartete Wettkampfshow, in der rund ein Dutzend
       Dragqueens um den Titel „Americas Next Drag Superstar“ kämpfen.
       
       Über zahlreiche Folgen hinweg beweisen sie ihr Können (oder Nichtkönnen)
       etwa im Schauspiel, Tanzen, Schneidern oder in Comedy-Challenges.
       Überzeugen müssen sie dabei ein strenges und mit Promis besetztes
       Juror:innenpanel unter der [1][Leitung von RuPaul]. Der Gewinner:in
       winken neben dem gut vermarktbaren Titel ein Preisgeld von aktuell 200.000
       Dollar und ein lukrativer Kosmetikdeal.
       
       In der nun 18. Staffel der mehrfach mit dem Emmy ausgezeichneten Reihe, die
       am 2. Januar ihre TV-Premiere feierte, treten diesmal 14 neue Queens zum
       Wettbewerb an. Doch die Realitäten in den USA haben sich bekanntlich massiv
       verändert, und dies ist auch an der neuen Staffel deutlich ablesbar.
       
       War die Sendung in vorherigen Jahrgängen mit großen Sponsoren förmlich
       gepflastert, sponsert nun das RuPaul-eigene Smartphonespiel die 200.000
       Dollar. Auch der teure Kosmetikdeal ist in seinem Umfang offenbar deutlich
       geschrumpft. Dass die Zeiten für Dragqueens in den USA aktuell mies sind,
       wird schon am Slogan der 18. Staffel deutlich: „In shady times, let there
       be light.“ Wer hier die Schatten wirft, ist klar.
       
       RuPaul hält der Trump’schen Düsternis [2][das Licht der Dragkunst] entgegen
       und unterzieht seine Queens gleich zu Beginn der ersten Folge einem
       initiierenden Brüllritus wie in einem Kriegerstamm. Die Kampfansage ist
       gesetzt. In dieser Dragshow geht es längst nicht mehr nur um Glamour,
       Make-up und Geld, sondern um Widerstand. Der Kampf gegen Trump & Co, er
       wird in High Heels geführt. Und hoffentlich gewonnen.
       
       9 Jan 2026
       
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