# taz.de -- Regierungsstrategie für Agrarexporte: Mehr deutsches Schweinefleisch für die Welt
> Deutschland solle mehr Lebensmittel exportieren, sagt Agrarminister
> Rainer. Die staatliche Kennzeichnung der Tierhaltungsform verzögert sich
> erneut.
(IMG) Bild: Tierhaltungskennzeichen frühestens 2027
taz/dpa/afp | Bundeslandwirtschaftsminister [1][Alois Rainer] will Exporte
deutscher Lebensmittel und anderer Agrargüter in alle Welt stärker
ankurbeln. „Wir machen Agrarexporte zur Priorität. Damit setzen wir unseren
Kurswechsel auch im Bereich der Exportpolitik fort“, sagte der
CSU-Politiker bei der Vorstellung seiner Agrarexportstrategie am Mittwoch
in Berlin. Diese sieht vor, von der Vorgängerregierung gekürzte Mittel für
das Exportförder- und das Auslandsmesseprogramm wieder auf 17 Millionen
Euro aufzustocken.
Für die Unternehmen wird es eine Anlaufstelle im Ministerium geben, eine
„Exportkoordinatorin“, die „völlig unkompliziert“ zu erreichen sein soll.
Die „Export-Chief Veterinary Officer“ kümmere sich um Tierseuchen wie
Schweinepest oder Vogelgrippe. Zusätzliches Geld werde dafür nicht
ausgegeben. Bei Auslandsreisen sollen den Minister Wirtschaftsdelegationen
begleiten. Die nächste Reise werde im Frühjahr 2026 nach China gehen,
kündigte Rainer an. Die deutsche Landwirtschaft erziele nahezu jeden
vierten Euro im Ausland.
Der Deutsche Bauernverband begrüßte die Strategie als „ein wichtiges Signal
für die heimische Landwirtschaft“. „Mit der neuen Strategie nehmen
wirtschaftliches Wachstum und Marktöffnung wieder einen zentralen Raum in
der Agrarpolitik ein“, so Verbandschef Joachim Rukwied.
## Tierhaltungskennzeichen frühestens 2027
Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) dagegen wies darauf
hin, dass auf dem Weltmarkt „Kostenführerschaft die Währung“ sei. „Das ist
für die allermeisten Betriebe keine Perspektive“, sagte Vorsitzender Martin
Schulz der taz. Wichtiger sei, den tierfreundlichen Stallumbau zu fördern.
Das staatliche Tierhaltungslogo für Fleisch im Supermarkt aber will die
schwarz-rote Koalition nochmals vertagen. Der bereits einmal per Gesetz auf
1. März 2026 verschobene Start der Kennzeichnungspflicht zunächst für
Schweinefleisch soll nun weiter auf den 1. Januar 2027 verlegt werden, wie
eine Verständigung der Koalitionsfraktionen von Union und SPD vorsieht. Zum
1. Juli 2027 soll das verpflichtende Logo demnach außerdem auch für die
Außerhausverpflegung in Restaurants und Gaststätten greifen.
10 Dec 2025
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(DIR) Jost Maurin
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