# taz.de -- Neuer Buchpreis: Herausragendes über Niedersachsen
       
       > Weil sie ohnehin alles dort Erscheinende sammeln muss, vergibt die
       > Niedersächsische Landesbibliothek nun einen Preis.
       
 (IMG) Bild: Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek (GWLB) lobt einen neuen Buchpreis aus
       
       Ein Preis, ausdrücklich solchem Gedruckten zugedacht, das „sich in
       herausragender Weise mit Niedersachsen“ beschäftigt? Nur folgerichtig
       findet es der Spötter, wenn so eine Auszeichnung dann als „Pflichtlektüre“
       benannt ist. Das ist aber weder sanfte Subversion noch brachiale Ironie –
       wer kennte denn kein Buch, das ihm*ihr die, eben, pflichtschuldige
       Beschäftigung im Deutschunterricht so richtig vergällt hätte?
       
       Nein, der Name kommt anders zustande, nämlich maximal verwaltungsspröde:
       Der nun erstmals auslobenden Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek –
       Niedersächsische Landesbibliothek (GWLB) in Hannover hat der Gesetzgeber
       schlicht den Auftrag verpasst, Pflichtexemplare jeder in Niedersachsen
       erscheinenden Publikation anzuschaffen. „Dies betrifft sowohl
       Verlagsveröffentlichungen“, [1][lesen wir], „als auch Veröffentlichungen
       außerhalb des Verlagsbuchhandels (Monographien, Zeitungen, Zeitschriften).“
       
       ## Niedersachsen im Zentrum
       
       Für den Preis reicht aber solch vorzeigbare Herkunft nur formal, also, um
       sich überhaupt dem mehrstufigen Kür-Verfahren stellen zu dürfen. Das
       Herausragende an der Beschäftigung mit dem Agrar- und Volkswagenland muss
       dann am Ende eine fünfköpfige Jury beurteilen: etwa danach, ob denn
       Niedersachsen auch genügend „im Zentrum“ steht. Ferner, ob sich die
       Publikation auszeichnet „durch eine klare und nachvollziehbare Darstellung
       der Inhalte“, ob sie „einen neuen, innovativen Zugang zu einem Thema“
       bietet und dann auch noch eine „besonders gelungene“ Gestaltung aufweist.
       
       Bis auf die Shortlist gelangt sind im ersten Durchgang die Autobiografie
       eines ehemaligen VW-Mitarbeiters, eine Biografie der [2][Insel Langeoog],
       Claudia Gorilles Fotoband über einen Braunschweiger Club namens
       „Silberquelle“, eine historische Analyse von 100 Jahren hannoverscher
       Imagepolitik und der [3][auch von der taz gewürdigte]
       Wolf-und-Schäfer-Roman „Von Norden rollt ein Donner“ von Markus
       Thielemanns.
       
       Verliehen wird [4][der Preis], dotiert mit 4.444 Euro – möchten Sie raten,
       auf wie viele latent rivalisierende Landesteile die niedersächsische
       Identität sich stützt? – am 3. Dezember.
       
       26 Nov 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.gwlb.de/niedersachsen/pflichtexemplare
 (DIR) [2] /Historiker-forscht-auf-Langeoog/!6033914
 (DIR) [3] /Roman-Von-Norden-her-rollt-ein-Donner/!6061514
 (DIR) [4] https://www.gwlb.de/buchpreis/2025
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Alexander Diehl
       
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