# taz.de -- Deutscher Beitrag zu Regenwäldern: Einfach mal ausprobieren
> Der Tropenwaldfonds soll Länder finanziell belohnen, die ihre Regenwälder
> schützen. Deutschland beteiligt sich mit einer Milliarde an dem Fonds. Zu
> wenig?
(IMG) Bild: Deutschland gibt 2,5 Milliarden Euro zum Schutz der Regenwälder, wie hier in zentral Afrika
Deutschland beteiligt sich mit 1 Milliarde Euro [1][am Tropenwaldfonds
TFFF]. Der Fonds – eine brasilianische Idee – soll Geld an Länder mit
Regenwald ausschütten, wenn sie ihn schützen, statt mit Rodung, Bergbau und
Viehwirtschaft Gewinne zu erzielen. Umweltverbände hatten im Vorhinein von
der Bundesregierung gefordert, 2,5 Milliarden Euro beizusteuern. Aber auch
die eine Milliarde wird gelobt von Greenpeace und Germanwatch. Nur der WWF
bezeichnet sie als „enttäuschend“.
Der deutsche Beitrag ist kein Grund für Freudentaumel – und nicht der
„namhafte“ Betrag, den Bundeskanzler Merz versprochen hatte. Aber
angesichts vieler offener Fragen zum TFFF ist er angemessen: Einerseits
gilt es, etwas auszuprobieren und dafür Geld bereitzustellen, andererseits
vorsichtig zu sein.
Die gesammelten öffentlichen Gelder sollen privates Kapital anziehen. Durch
Anlagen am Kapitalmarkt – vor allem in Staatsanleihen – will der Fonds
Gewinne erzielen, die zunächst an die privaten Anleger gehen und erst
danach an die Regenwaldländer. Welches Kreditrating wird der Fonds
bekommen? Welche Gewinne können am Kapitalmarkt tatsächlich erzielt werden?
Wie oft fallen Anleihen aus, sodass öffentliche Gelder verloren gehen? Der
Fonds muss sich erst beweisen.
Trotzdem ist die Finanzierung begrüßenswert. Insgesamt bräuchte es viel
mehr Mut in der deutschen Politik, Ideen einfach mal auszuprobieren, selbst
wenn nicht jede Sorgfältigkeitsprüfung vom Bundesrechnungshof in einem
Dreijahresprozess abgeschlossen wurde. Dass die Bundesregierung sich an den
TFFF traut, ist ein pragmatischer Schritt: ausprobieren, Fehler verzeihen,
erfolgreiche Konzepte stärken.
Kritikwürdig ist, dass der genaue Betrag erst zwei Wochen nach Merz’
Ankündigung bekannt wird. Deutsche Delegierte konnten auf dem
[2][UN-Klimagipfel] gegenüber ihren brasilianischen Kolleg*innen erst
keine feste Zahl nennen. Das hat dem Fonds Wind aus den Segeln genommen,
brasilianische Politiker*innen verärgert und das [3][Image des
Kommunikationskatastrophenkanzlers] im Land weiter beschädigt.
20 Nov 2025
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## AUTOREN
(DIR) Jonas Waack
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