# taz.de -- Neues Album von Taylor Swift: Sie arbeitet hart für einen Baum
       
       > Neuer Presale Rekord! Dabei ist das gründlich missratene neue Album von
       > Taylor Swift, „The Life of a Showgirl“, doch nur
       > Middle-of-the-Road-Gesülze.
       
 (IMG) Bild: Ein Leben ohne Pause: Taylor Swift auf dem Cover ihres neuen Albums
       
       Wenn Taylor Swift neue Songs auf den Markt wirft, dann führt dieses
       Ereignis sicher zum Stresstest der Major-Label-Marketingabteilung, weil es
       als simultanes Weltereignis inszeniert werden muss. Bereits vor
       Veröffentlichung von „The Life of a Showgirl“ knackte der US-Superstar mit
       über 5,6 Millionen Presaves [1][beim Streamingdienst Spotify] seinen
       eigenen Rekord.
       
       Was die kommerzielle Verwertung angeht, ist die 35-Jährige absolute Spitze.
       Niemand will sich mit ihr messen, auch nicht der Brite [2][Robbie
       Williams], der etwa die Veröffentlichung seines neuen Albums „Britpop“
       verschieben ließ. Statt kommende Woche wird es Anfang Februar 2026
       erscheinen, damit der arme Kerl in den Charts nicht direkt gegen Taylor
       Swift antreten muss.
       
       Insofern hätte [3][die US-Künstlerin] nach ihrem [4][Nummer-eins-Album „The
       Tortured Poets Department“ (2024)] und der letzten [5][Tour „The Eras“] –
       natürlich die erfolgreichste Konzertreise aller Zeiten – eigentlich kein
       weiteres Werk aus der Hüfte schießen müssen, um ihren Status zu
       untermauern. Wie ein Workaholic jettete Swift zwischen den Auftritten immer
       wieder nach Schweden.
       
       ## Jetlag versus Energie
       
       Dort arbeitete sie diszipliniert im Studio von Max Martin und Shellback an
       frischem Songmaterial. Unter der Regie des Produzententeams hatte sich
       Taylor Swift schon in der Vergangenheit mit elektronischen
       Pop-Ranschmeißern wie „Shake it off“ und „Bad Blood“ ausgetobt. Jetzt
       rätselt man allerdings: [6][Hat Jetlag ihr die Energie ausgesaugt?]
       
       Der Superstar besinnt sich nicht etwa auf schmissigen Dancefloor-Pop,
       sondern fischt musikalisch meist im seichten Gewässer. Songs wie [7][„The
       Fate of Ophelia“] und [8][„Elizabeth Taylor“] weisen zwar eingängige
       Hooklines auf, aber es sind die laschen Grooves, die so überhaupt nicht
       zünden. In [9][„Opalite“] wehen Softrock-Elemente wie Laub unter einer
       Türschwelle rein, der Gesang ist mit unsäglichem Autotune aufgepimpt.
       Selbst für Mittelmaß wirkt der Einfall öde.
       
       ## Langweilige Barbiepuppe
       
       Positiv aus dem Middle-of-the-Road-Gesülze sticht „Wood“ mit
       4-to-the-Floor-Beat und Discofunk-Anmutung à la Jackson 5 heraus. In
       „Actually Romantic“ sind zumindest die Gitarrenakkorde vom Intro
       einprägsam. Für Gesprächsstoff sorgt der Songtext. Fans haben in den Zeilen
       „I heard you call me boring barbie / When the coke’s got you brave“ sofort
       die Antwort auf [10][den Song „Sympathy is a knife“ von Kollegin Charli
       XCX] ausgemacht. Swift selbst sagt, diese Nummer sei ein Liebesbrief an
       jemand, der sie hasse.
       
       Die Ballade „Eldest Daughter“ verknüpft verschiedene Themen. Eingangs heißt
       es: „Everybody’s so punk on the internet / Everybody’s unbothered ’til
       they’re not“. Kritik an der rüden Onlinewelt, die Taylor Swift nicht
       schont, mündet schließlich in einer Liebeserklärung für Travis Kelcey. Der
       Profisportler hat der Sängerin inzwischen einen Heiratsantrag gemacht.
       
       Gut möglich, dass der Satz „When I said I didn’t believe in mariage / That
       was a lie“ ihr Herzblatt getriggert hat. Oder vielleicht auch das
       Versprechen: „I'm never gonna let you down / I’m never going to leave you
       out“. Ihr eigenes Liebesleben hat Taylor Swift schon oft den Stoff für ihre
       Songs geliefert. Während sie darin bisher gern mit ihren Exfreunden
       abgerechnet hat, schwärmt sie nun davon, wie rund ihre Beziehung läuft.
       
       Im dahinplätschernden „Wi$h Li$t“ ist die Stimmung fast Tradwife-mäßig
       verträumt: „I just want you / Have a couple kids“. Wie langweilig sind die
       Songtexte einer glücklichen Taylor im Vergleich zur Angry Young-Taylor! Wo
       ist der Wortwitz geblieben? Wo ihre Subtilität? Das fragt man sich
       unweigerlich bei „Wood“, wenn Taylor Swift den Penis ihres Partners als
       „Magic Wand“ und „Redwood Tree“ tituliert – [11][möglicherweise inspiriert
       von Sabrina Carpenter], die auf dem Gebiet der Erotik kein Blatt vor den
       Mund nimmt.
       
       Mit ihr hat Taylor Swift den zuckersüßen Titelsong „The Life of a Showgirl“
       im Duett eingesungen. Das Lied erzählt die Geschichte der Künstlerin Kitty,
       die längst erkannt hat, wie hart das Showbiz tatsächlich ist. Wobei ihre
       Erfahrungen sicher als Metapher für Swifts eigene Erlebnisse funktionieren.
       Wenigstens am Schluss beweist die Musikerin noch einmal, was sie als
       Songwriterin draufhat.
       
       5 Oct 2025
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [8] https://youtu.be/4Mg_Qtr6Osg?si=7e8T8Ppz4DRohk3_
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Dagmar Leischow
       
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