# taz.de -- Das Ende zweier Ären: Was „Downton Abbey“ und die taz verbindet
       
       > „Downton Abbey“ verabschiedet sich im Kino, die taz vom Papier – beide
       > schlugen sich tapfer durch und zeigen: Adel verpflichtet. Haltung auch?
       
 (IMG) Bild: Adel verpflichtet: eine Szene aus „Downton Abbey: The Grand Finale“
       
       Es ist die Woche der Abschiede. Die [1][taz verabschiedet sich] unter der
       Woche von Print, und [2][„Downton Abbey – Das große Finale“] läuft nur noch
       im Kino.
       
       Hier geht eine Ära zu Ende. Es sagt etwas über dieses Land aus, dass es dem
       Schicksal [3][einer mild verkorksten Adelsfamilie] aus Yorkshire mit all
       ihren liebevoll ausgefüllten Charakteren so hinterhertrauert. So wie die
       ein oder andere dem Papier bei der taz. Dabei war die Serie nicht mal von
       Netflix, sondern eine gute alte TV-Produktion des britischen
       Privatfernsehens. In Deutschland fallen die Privaten de facto nicht durch
       große Serien auf. Gut, auch „Downton“ ist im Fernsehen längst zu Ende und
       geht nur noch mit drei Kino-Fortsetzungen weiter.
       
       Aber ist die mittelheile britische Adelswelt, die sich so tapfer wie
       sympathisch durch die Verhältnisse und ihre Veränderungen schlägt, nur
       blanker Eskapismus gepaart mit einem nostalgischen Blick zurück? Von wegen!
       
       Wobei „Downton“ seine Lord-und-Lady-Grantham-Mischpoche ja clever als eine
       Art Zumutung für den Rest des britischen Adels inszeniert hat. Weil in
       seinem Schloss die starken Frauen up- wie downstairs ohnehin immer den Kurs
       angegeben haben.
       
       Von der US-amerikanischen Frau des altenglischen Lords über alle Konflikte
       diskret lösende Lady’s Maids bis zu den drei renitenten Töchtern, von denen
       eine mit dem Chauffeur durchbrennt und die andere zwischendurch
       Journalistin wird. Bevor sie dann doch noch einen verklemmten Viscount
       abstaubt.
       
       ## Noble Frechheit
       
       Die Adelsfamilie setzte sich auch für Minderheiten ein und war Stimme für
       die, die man sonst nicht so hört. Ihre Bediensteten behandelten sie so auf
       „Fast-Augenhöhe“, dass einem als Gewerkschafter ganz lau ums Herz wurde.
       Von der Mutter des Lords mal abgesehen.
       
       Der Lord zieht im großen Finale mit seiner Lady aufs Altenteil ins
       Dower-House und die Tochter übernimmt die Zügel. Was zeigt, wie sehr hier
       die Zeichen der Zeit erkannt wurden
       
       Die Parallelen zur taz sind unübersehbar. Auch wenn die kleine Zeitung nur
       einen einzigen Tag vor 25 Jahren mal von Adel war, als sie sich im Rahmen
       einer Rettungskampagne Frédéric von Anhalt an den Hals warf. Er hätte
       selbst gut in den Downton-Cast gepasst.
       
       Auch die taz schlägt sich seit Jahren so tapfer wie sympathisch durch die
       Verhältnisse und ihre Veränderungen. Mit ihrer noblen Frechheit ist sie für
       den Rest der deutschen Medienlandschaft genauso eine Zumutung wie die
       Granthams bei „Downton“ für den Rest der britischen Upper-Class. Und sie
       hat die drei renitenten Töchter als Chefinnenredaktion. Dass sie jetzt von
       Montag bis Freitag genauso beherzt aufs Papier verzichtet, wie „Downton
       Abbey“ endgültig dichtmacht, ist richtig und konsequent.
       
       „Oder diese Kolumne und die Grimberg-Ära wird dann von trotzigen und
       cleveren Frauen fortgesetzt“, schlägt die Mitbewohnerin vor.
       
       16 Oct 2025
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Steffen Grimberg
       
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