# taz.de -- Neues Handelsabkommen vereinbart: EU sichert sich Rohstoffe und Marktzugang in Indonesien
       
       > Mit einem neuen Handelsdeal sichert sich die EU Zugang zu wichtigen
       > Rohstoffen in Indonesien. Dabei geht auch es um Autos und Agrarprodukte.
       
 (IMG) Bild: Kräne verladen Container auf ein Schiff im Hafen von Jakarta: Ein Abkommen zwischen EU und Indonesien soll den Handel ankurbeln
       
       Brüssel/Denpasar dpa | Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen
       zwischen der EU und dem [1][weltgrößten Inselstaat Indonesien] sind nach
       mehr als neun Jahren abgeschlossen. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic und
       der indonesische Wirtschaftsminister Airlangga Hartarto unterzeichneten auf
       Bali ein Wirtschaftsabkommen und ein Investitionsschutzabkommen zwischen
       der Staatengemeinschaft und der südostasiatischen Wirtschaftsmacht.
       
       Damit sollen Zölle auf EU-Waren bei der Einfuhr nach Indonesien beinahe
       vollständig abgeschafft werden. Gelten soll dies unter anderem für Autos
       und landwirtschaftliche Produkte. „Wir erleben eine Zeit der Umbrüche, der
       Unsicherheit und des raschen Wandels“, sagte Sefcovic. „Doch mit dem
       heutigen Abschluss dieses Abkommens senden die EU und Indonesien der Welt
       ein starkes Signal: Wir stehen vereint für einen offenen, regelbasierten
       und für beide Seiten vorteilhaften internationalen Handel.“
       
       Er sei überzeugt, dass der Deal helfen werde, „enormes ungenutztes
       Potenzial zu erschließen“. Durch die Abschaffung von über 98 Prozent der
       Zölle bringe er für beide Seiten zahlreiche Vorteile mit sich. Minister
       Airlangga Hartarto sprach von einem „wichtigen Meilenstein“.
       
       [2][EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen] hatte vor der
       Unterzeichnung gesagt, die geplante Vereinbarung verschaffe der EU einen
       stabilen und verlässlichen Zugang zu kritischen Rohstoffen, die für Europas
       saubere Technologien und die Stahlindustrie unverzichtbar seien.
       Gleichzeitig eröffne sie neue Chancen für Unternehmen und Landwirte in
       einer großen und wachsenden Volkswirtschaft.
       
       ## EU will sich breiter aufstellen
       
       Schon im Juli hatten sich von der Leyen und Indonesiens Präsident Prabowo
       Subianto auf den Abschluss der seit 2016 andauernden Verhandlungen
       verständigt. Als wichtige EU-Anliegen galten die Berücksichtigung von
       Nachhaltigkeitsstandards und Investitionserleichterungen.
       
       Auch vor dem Hintergrund geopolitischer Entwicklungen strebt die EU an,
       ihre Handelsbeziehungen stärker zu diversifizieren. [3][Der Handelskonflikt
       mit den USA], die Rohstoffabhängigkeit von Russland und anfällige
       Lieferketten verstärken den Druck. So erzielte Brüssel zuletzt nach
       25-jährigen Verhandlungen mit den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien,
       Paraguay und Uruguay) eine Einigung über eine große Freihandelszone,
       modernisierte das Freihandelsabkommen mit Mexiko und sucht auch mit
       Großbritannien neue Wege in den Handelsbeziehungen.
       
       Bevor das Abkommen mit Indonesien in Kraft treten kann, müssen noch der Rat
       der Mitgliedstaaten und das Europaparlament zustimmen.
       
       Mit mehr als 280 Millionen Einwohnern ist der G20-Staat Indonesien die
       drittgrößte Demokratie und das bevölkerungsreichste muslimische Land der
       Welt. Seit 1976 hat die südostasiatische Staatengemeinschaft Asean ihren
       ständigen Sitz in der Hauptstadt Jakarta. Das Inselreich gilt als
       mächtigster Akteur in ganz Südostasien und eines der wichtigsten Länder im
       gesamten Indopazifik.
       
       23 Sep 2025
       
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