# taz.de -- Mehr Unabhängigkeit von China und USA: Peru und Indonesien schließen Handelspakt
       
       > Auch kleinere Staaten vereinbaren nun bilaterale Abkommen. Sie wollen
       > unabhängiger von den Machtspielen in Washington und Peking werden.
       
 (IMG) Bild: Der indonesische Koordinationsminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Airlangga Hartarto bei einer Pressekonferenz im Juli
       
       Berlin taz | Auch der Globale Süden will [1][unabhängiger von China und den
       USA] werden: Indonesien und Peru haben am Montag ein Abkommen
       unterzeichnet, das den Handel ankurbeln und die Zusammenarbeit in Bereichen
       wie Verteidigung, Ernährungssicherheit, Energie und Fischerei stärken soll.
       
       Das Abkommen entspricht einem Trend im Welthandel. Weil große Akteure wie
       die USA und China immer aggressiver auftreten, versuchen kleinere Staaten,
       aber auch die EU, bilaterale Abkommen zu schließen, um Abhängigkeiten zu
       reduzieren. [2][In der vergangenen Woche hatte US-Präsident Donald Trump
       höhere Importzölle gegen Dutzende Länder verhängt, darunter auch
       Indonesien.] Nun gilt für Einfuhren aus dem Inselstaat in die USA ein
       Zollsatz von 19 Prozent, Peru ist weiter von einem bereits im April
       verhängten Basiszoll von 10 Prozent betroffen.
       
       Die Südamerikaner wollen sich als Drehscheibe für asiatische Güter
       profilieren. [3][Im vergangenen Herbst war ein von China mit 3,5 Milliarden
       US-Dollar finanzierter Tiefwasserhafen im peruanischen Chancay eröffnet
       worden.] Das aktuelle Abkommen sei ein „Signal dafür, dass auch solche
       Länder ihre Außenhandelsstrukturen diversifizieren wollen“, betont Axel
       Berger, Handelsexperte am Bonner German Institute of Development and
       Sustainability (Idos).
       
       Länder des Globalen Südens schlössen bereits seit Jahren Handelsabkommen
       untereinander ab, so Berger. Diese deckten allerdings meist nicht so viele
       Bereiche ab wie Abkommen zwischen entwickelteren Staaten. [4][Die Weltbank
       listet weltweit 350 Handelsabkommen mit unterschiedlicher Tiefe auf], die
       sich nicht nur auf Zölle, sondern beispielsweise auch auf Umwelt- und
       Arbeitsstandards oder Eigentumsrechte beziehen. [5][Peru hat Abkommen mit
       38 Ländern, Indonesien mit 19.] Die Latinos sind bereits Mitglied beim
       großen transpazifischen Abkommen CPTPP, bei dem Jakarta erst noch mitmachen
       will.
       
       ## Handel wuchs bereits um 15 Prozent jährlich
       
       Bislang sind Indonesien und Peru eher kleine Handelspartner. Der
       gegenseitige Warenaustausch erreichte im vergangenen Jahr eine Höhe von 479
       Millionen US-Dollar. Peru exportierte vor allem Motorräder, Autos, Schuhe
       und Palmöl nach Indonesien. Indonesien führte hauptsächlich Kautschuk,
       Holzprodukte, Papier, Bekleidung und Motorradersatzteile nach Peru aus.
       
       Das Abkommen werde „peruanische Produkte wie Kakao, Zucker und Reis von
       Einfuhrzöllen in Indonesien befreien“, erklärte Indonesiens
       Vizehandelsministerin Dyah Roro Esti. Der Handel zwischen den beiden
       Regionalmächten sei seit 2021 bereits um durchschnittlich 15 Prozent pro
       Jahr gewachsen.
       
       12 Aug 2025
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [2] /Trumps-hoehere-Zoelle-treten-in-Kraft/!6102248&s=usa+china/
 (DIR) [3] /Megahafen-in-Peru/!6045893
 (DIR) [4] https://datatopics.worldbank.org/dta/dashboard.html
 (DIR) [5] https://www.designoftradeagreements.org/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Kai Schöneberg
       
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