# taz.de -- US-Gericht entscheidet: Terrorvorwurf gegen Luigi Mangione zurückgewiesen
       
       > Der mutmaßliche Mord am US-Versicherungschef von United Healthcare war
       > kein Terrorismus. Das hat ein Gericht in New York entschieden.
       
 (IMG) Bild: Luigi Mangione ist kein Terrorist, so ein New Yorker Richter
       
       New York dpa/afp/ap/taz | Nach den tödlichen Schüssen auf einen
       US-Versicherungschef im Dezember 2024 im New Yorker Stadtteil Manhattan ist
       der mutmaßliche Schütze am Dienstag vor Gericht erschienen. [1][Der
       27-jährige Luigi Mangione] wurde von mehreren bewaffneten Polizeibeamten in
       einem beigefarbenen Sträflingsanzug und Handschellen zu dem Gerichtstermin
       gebracht. Richter Gregory Carro setzte weitere Anhörungen ab dem 1.
       Dezember an, um den Umgang mit Beweismaterial zu erörtern.
       
       Den Anklagepunkt des Terrorismus gegen Mangione hat das New Yorker Gericht
       fallengelassen. Auch der Anklagepunkt des vorsätzlichen Mordes werde nicht
       weiter verfolgt, teilte das Gericht mit. Die Beweislage dafür sei
       „rechtlich nicht ausreichend“, begründete Richter Gregory Carro seine
       Entscheidung am Dienstag. Es sei zwar klar, dass es sich bei der Tat um
       keine gewöhnliche Straßenkriminalität handle, doch das Recht des Staates
       New York stufe ein ideologisches Motiv allein nicht als Terrorismus ein,
       erklärte Carro. Die [2][Anklage wegen Totschlags an Brian Thompson] ließ er
       dagegen zu.
       
       Der 27-Jährige ist zudem auch auf Bundesebene angeklagt – unter anderem
       wegen Mord, Stalking und Vergehen in Zusammenhang mit Waffen.
       US-Justizministerin Pam Bondi hatte die Todesstrafe für Luigi M. gefordert,
       dessen Verteidigung hatte die Einmischung als „unverfroren politisch“
       kritisiert. Luigi M. hatte zuvor in allen Anklagepunkten auf nicht schuldig
       plädiert.
       
       ## Tat machte weltweit Schlagzeilen
       
       Der 27-Jährige soll im Dezember den Chef des milliardenschweren
       US-Krankenversicherers United Healthcare, Brian Thompson, gezielt auf einer
       Straße im New Yorker Stadtteil Manhattan erschossen haben. Thompson war am
       4. Dezember nahe dem Times Square aus nächster Nähe niedergeschossen worden
       und in einem Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben.
       
       Die von Überwachungskameras gefilmte Tat sowie die öffentliche Fahndung
       machten weltweit Schlagzeilen. Der Schütze floh zunächst auf einem Fahrrad
       und verschwand dann. Fünf Tage später wurde er in einem Fast-Food-Lokal in
       der Stadt Altoona im US-Bundesstaat Pennsylvania erkannt und verhaftet.
       
       Nach der Tat hatte es in den USA ungewöhnlich viel Sympathiebekundungen für
       den mutmaßlichen Schützen gegeben. Die Tat hatte auch eine Serie
       hasserfüllter Kommentare in Online-Netzwerken über US-Krankenversicherer.
       Den Konzernen wurde vorgeworfen, sich auf Kosten der Patienten zu
       bereichern.
       
       Wegen der Gewalttat feierten einige Mangione gar als Helden. Die Ermittler
       fanden nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass der IT-Techniker aus Hass
       auf das US-Gesundheitssystem gehandelt haben könnte.
       
       ## Unterstützer:innen vor Gerichtsgebäude
       
       Am Dienstag versammelten sich vor und in dem Gerichtsgebäude in Manhattan
       Unterstützer von Mangione, darunter viele junge Frauen. Bei einer
       Verurteilung vor dem Gericht des Bundesstaates New York droht ihm
       lebenslange Haft, bei einem weiteren Verfahren vor einem Bundesgericht
       könnte er zum Tode verurteilt werden.
       
       In den USA wurden in den vergangenen Monaten eine Reihe mutmaßlich
       politisch motivierter Gewalttaten verübt. So wurde im April ein
       Brandanschlag auf die Residenz des Gouverneurs des demokratisch regierten
       US-Bundesstaats Pennsylvania, Josh Shapiro, verübt. Im Juni wurden die
       Demokratin Melissa Hortman, Mitglied des Abgeordnetenhauses im Bundesstaat
       Minnesota, und deren Ehemann erschossen.
       
       Am Mittwoch schließlich wurde [3][der rechtsextreme Influencer Charlie
       Kirk], ein wichtiger Unterstützer von US-Präsident Donald Trump, bei einer
       Diskussionsveranstaltung in Utah erschossen.
       
       17 Sep 2025
       
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