# taz.de -- Nachrichten im Nahost-Krieg: UN-Kommissar fordert Ende der Bodenoffensive in Gaza
       
       > Die israelische Armee hat die Bodenoffensive in Gaza begonnen.
       > Augenzeugen berichten von Bombardierungen. EU plant Sanktionen gegen
       > Israel.
       
 (IMG) Bild: Die Menschen fliehen aus Gaza vor den israelischen Angriffen
       
       Das israelische Militär hat in der Nacht seine Angriffe auf die Stadt Gaza
       massiv intensiviert. [1][„Gaza brennt“, schrieb der israelische
       Verteidigungsminister Israel Katz] am Morgen auf Telegram. 
       
       Israelische Kampfflugzeuge flogen in der Nacht laut der palästinensischen
       Nachrichtenagentur Wafa [2][nahezu ununterbrochen heftige Attacken] auf die
       im Norden des Gazastreifens gelegene Stadt, begleitet von
       Artilleriebeschuss. Palästinensischen Medienberichten zufolge drangen
       danach Panzer in die Stadt ein, in der sich vermutlich noch Hunderttausende
       Palästinenser aufhalten. 
       
       Am Morgen haben [3][die israelische Armee] und [4][Ministerpräsident
       Netanjahu den Beginn der Offensive bestätigt]. 
       
       Die [5][UN hat die sofortige Beendigung der Bodenoffensive gefordert]. 
       
       Die [6][EU hat daher Pläne für Sanktionen gegen Israel angekündigt]. In
       Deutschland wird darüber diskutiert. 
       
       SPD-Politiker Ahmetovic drängt Bundesregierung zu Sanktionen gegen Israel
       
       15.45 Uhr: Angesichts der massiven israelischen Angriffe auf die Stadt Gaza
       hat der SPD-Politiker Adis Ahmetovic die Bundesregierung aufgefordert,
       weitere Sanktionen gegen Israel zu unterstützen. „Die Ausweitung des
       Krieges durch die israelische Armee auf Gaza-Stadt ist inakzeptabel“, sagte
       der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion am Dienstag dem
       Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Angesichts des anhaltenden Bruchs
       des Völkerrechts durch die israelische Regierung müssen weitere Maßnahmen
       folgen.“
       
       Der SPD-Politiker verwies auf Sanktionsvorschläge von
       EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Diese sollten „von der
       Bundesregierung nicht mehr blockiert werden“. [7][Von der Leyen hatte
       Sanktionen gegen extremistische israelische Minister und gewalttätige
       Siedler sowie die Aussetzung von Handelsvereinbarungen angeregt]. (afp)
       
       Huthi-TV meldet israelischen Angriff
       
       15.35 Uhr: Israel greift einem Bericht des Huthi-nahen Fernsehsenders Al
       Masirah zufolge den jemenitischen Hafen Hodeidah an. Das israelische
       Militär teilt mit, es habe militärische Infrastruktur der Huthi-Rebellen im
       Jemen angegriffen. [8][Wenige Stunden zuvor hatte das Militär einen
       Evakuierungsbefehl für den Hafen erlassen]. (rtr)
       
       Trump warnt Hamas, Geiseln als Schutzschilde zu missbrauchen
       
       15.30 Uhr: US-Präsident Donald Trump warnt die Hamas davor, Geiseln als
       menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Die Extremistenorganisation
       werde in „große Schwierigkeiten“ geraten, sollte sie dies tun, sagt Trump
       vor Journalisten. Er äußert sich zu Beginn eines Staatsbesuchs in
       Großbritannien. (rtr)
       
       Israel befiehlt Evakuierung eines Hafens im Jemen
       
       13.35 Uhr: Das israelische Militär hat einen Evakuierungsbefehl für den
       jemenitischen Hafen Hodeidah am Roten Meer erlassen. Das Gebiet werde in
       den kommenden Stunden angegriffen, teilt die Armee mit. (rtr)
       
       EU-Kommission kündigt Vorschläge für Israel-Sanktionen an
       
       13.30 Uhr: Als Reaktion auf Israels Vorgehen im Gazastreifen will die
       EU-Kommission an diesem Mittwoch weitere konkrete Vorschläge für Sanktionen
       gegen das Land vorlegen. Wie eine Sprecherin mitteilte, wird es dabei unter
       anderem um ein mögliches Aussetzen von bestimmtem Handelsvorteilen gehen,
       die Teil eines Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel sind. Der
       Vorschlag gehöre zu den in der vergangenen Woche angekündigten Maßnahmen
       von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, sagte sie. Diese sehen
       auch einen Stopp von Zahlungen aus einem EU-Topf für die internationale
       Zusammenarbeit vor. (dpa)
       
       UN-Hochkommissar fordert sofortiges Ende der Bodenoffensive
       
       13.15 Uhr: Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, fordert
       Israel auf, seine Bodenoffensive auf Gaza-Stadt sofort zu beenden. „Die
       einzige Antwort darauf ist: Stoppt das Gemetzel“, sagt er in Genf. Es gebe
       immer mehr Beweise für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die
       Menschlichkeit. Die weitere Eskalation sei „völlig und absolut
       inakzeptabel“.
       
       EU fordert Ende des „Kreislaufs von Gewalt, Zerstörung und Leiden“
       
       13.10 Uhr: Die Europäische Union hat angesichts der jüngsten Offensive der
       israelischen Armee in der Stadt Gaza ein Ende des „Kreislaufs von Gewalt,
       Zerstörung und Leiden“ gefordert. „Eine militärische Intervention wird zu
       mehr Zerstörung, mehr Tod und mehr Vertreibung führen“, sagte ein Sprecher
       der EU-Kommission am Dienstag in Brüssel. Zudem werde dies auch „die
       bereits katastrophale humanitäre Lage verschärfen und die Leben der Geiseln
       gefährden“, fügte er hinzu. (afp)
       
       Ägypten bezeichnet Israel erstmals seit 1977 wieder als „Feind“
       
       13.00 Uhr: Mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat erstmals seit
       Jahrzehnten ein Staatsoberhaupt des Landes Israel wieder öffentlich als
       „Feind“ bezeichnet. Das bestätigte der Vorsitzende des
       Staatsinformationsdiensts SIS, Diaa Raschwan, im lokalen Fernsehen.
       
       In einer Rede am Montag beim arabisch-islamischen Gipfeltreffen in Katar
       hatte al-Sisi betont: „Der Feind“ (gemeint ist Israel) müsse erkennen, dass
       die Länder der Region in ihrer Position gegenüber Israel geeint seien und
       nicht zersplittert. Bei dem Gipfel wurde Israels Vorgehen im Gazastreifen
       erneut scharf verurteilt.
       
       Es sei das erste Mal seit 1977, dass ein ägyptisches Staatsoberhaupt Israel
       in dieser Weise bezeichnet, erklärte Raschwan. Damals hatte der damalige
       Präsident Anwar al-Sadat seinen historischen Besuch in Jerusalem
       angekündigt. Zwei Jahre später schloss Ägypten als erstes arabisches Land
       einen Friedensvertrag mit Israel. (dpa)
       
       Israelischer Armeevertreter: Bodentruppen rücken auf Zentrum der Stadt Gaza
       vor
       
       11.15 Uhr: Die israelische Armee hat am Dienstag eine Großoffensive mit
       Bodentruppen in der Stadt Gaza gestartet. „Wir rücken Richtung Zentrum (der
       Stadt Gaza) vor“, sagte ein Militärvertreter vor Journalisten. Die Armee
       habe in der Nacht die „Hauptphase“ des Kampfes in der Stadt gegen die
       islamistische Palästinenserorganisation Hamas gestartet. Die israelische
       Armee geht von „2.000 bis 3.000“ Kämpfern der Hamas in dem Gebiet aus.
       (afp)
       
       ## Israel will schrittweise mehr Soldaten in Gaza
       
       10.20 Uhr: Israel will die Zahl seiner Soldaten in Gaza-Stadt schrittweise
       erhöhen. Etwa 40 Prozent der Einwohner der größten Stadt des
       palästinensischen Küstenstreifens seien bereits in den Süden geflohen, sagt
       ein Vertreter des Militärs. Dort sollen die „humanitären Bemühungen“
       ausgeweitet werden. (rtr)
       
       Netanjahu bestätigt Offensive in Gaza
       
       09.25 Uhr: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat
       örtlichen Medienberichten zufolge bei einem Prozess in Tel Aviv gesagt,
       Israel habe „eine intensive Operation in der Stadt Gaza begonnen“.
       
       Israelisches Militär: Ausgeweitete Offensive in Gaza hat begonnen
       
       09.10 Uhr: Die ausgeweitete Offensive des israelischen Militärs in der
       Stadt Gaza hat begonnen. Das bestätigte das Militär am Dienstag auf der
       Plattform X und rief Einwohnerinnen und Einwohner auf, sich in den Süden
       des Gazastreifens zu begeben. Bei dem Großeinsatz gehe es darum, „die
       militärische Infrastruktur der Hamas zu zerstören“, hieß es. Zuvor waren
       schwere Angriffe auf die Stadt gemeldet worden. Laut Krankenhausangaben
       kamen mindestens 20 Menschen ums Leben. (ap)
       
       UN-Kommission wirft Israel Genozid im Gazastreifen vor
       
       09.10 Uhr: Israel begeht nach Auffassung der unabhängigen
       Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats im Gazastreifen Genozid.
       Vier der fünf in der UN-Konvention über die Verhütung und Bestrafung des
       Völkermordes von 1948 erwähnten Tatbestände seien erfüllt, befindet die
       dreiköpfige Kommission.
       
       Die Kommission nennt als Tatbestände: Tötung, schwere körperliche oder
       seelische Schädigung, vorsätzliche Schaffung von Lebensbedingungen, die auf
       die vollständige oder teilweise Zerstörung der palästinensischen
       Bevölkerung abzielen, und Maßnahmen zur Verhinderung von Geburten.
       Zivilisten würden getötet, humanitäre Hilfe blockiert, Gesundheits- und
       Bildungseinrichtungen systematisch zerstört und religiöse Einrichtungen
       angegriffen.
       
       Der Bericht ist keine Reaktion auf die in der vergangenen Nacht begonnene
       Bodenoffensive, sondern bezieht sich auf die Geschehnisse seit dem
       Terrorangriff der islamistischen Hamas und anderer Extremisten auf Israel
       am 7. Oktober 2023. (dpa/taz)
       
       ## USA setzen weiter auf Katar als Vermittler
       
       08.08 Uhr: US-Außenminister Marco Rubio hat Katar dazu aufgerufen, seine
       Vermittlerrolle im Gaza-Krieg trotz des israelischen Angriffs auf die
       Hamas-Führung in dem Emirat in der vergangenen Woche fortzusetzen. „Wenn
       ein Land auf der Welt dabei helfen kann, zu vermitteln, dann ist es Katar“,
       sagt er vor seinem Abflug von Tel Aviv nach Doha. Es gebe nur ein „sehr
       kleines Zeitfenster“, in dem eine Einigung auf eine Waffenruhe zustande
       kommen könne. (rtr)
       
       Israels Verteidigungsminister: „Gaza brennt“
       
       07:00 Uhr: Die israelische Armee geht nach den Worten von
       Verteidigungsminister Israel Katz „mit eiserner Faust“ gegen
       „terroristische Infrastruktur“ im Gazastreifen vor. „Gaza brennt“, erklärte
       Katz am Dienstag im Onlinedienst X. Zuvor hatten Augenzeugen gegenüber der
       Nachrichtenagentur AFP von heftigen Angriffen auf die Stadt Gaza
       gesprochen.
       
       „Soldaten der IDF (israelischen Streitkräfte) kämpfen tapfer, um die
       notwendigen Voraussetzungen für die Freilassung der Geiseln und die
       Niederlage der Hamas zu schaffen“, erklärte Katz weiter. „Wir werden nicht
       nachgeben und wir werden nicht zurückweichen, bis die Mission erfüllt ist.“
       (afp)
       
       Angehörige der Geiseln: Es könnte ihre letzte Nacht sein
       
       05:30 Uhr: Das Forum der Angehörigen der von der islamistischen
       Terrororganisation Hamas festgehaltenen Geiseln äußerte große Besorgnis
       angesichts der Berichte über die in der Nacht begonnene Einnahme der Stadt
       Gaza. Nach 710 Nächten in der Gewalt von Terroristen „könnte heute Nacht
       die letzte Nacht für die Geiseln sein“, hieß es in einer Erklärung des
       Angehörigenforums.
       
       Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu entscheide sich bewusst dafür,
       „sie aus politischen Erwägungen zu opfern“, hieß es. (dpa)
       
       Augenzeugen: Heftige Angriffe auf Stadt Gaza
       
       03:30 Uhr: Die Stadt Gaza ist nach den Worten von Augenzeugen am
       Dienstagmorgen heftig angegriffen worden. „Es gibt schwere, unerbittliche
       Bombardierungen der Stadt Gaza und die Gefahr nimmt weiter zu“, sagte der
       Augenzeuge Ahmed Ghasal der Nachrichtenagentur AFP. Häuser seien zerstört
       worden, Bewohner seien unter den Trümmern verschüttet. Der Sprecher des von
       der islamistischen Hamas kontrollierten Zivilschutzes sagte, die Angriffe
       dauerten an. Die Zahl der Toten und Verletzten steige. (afp)
       
       Israel startet Bodenoffensive auf Gaza-Stadt
       
       01.30 Uhr: Das israelische Militär hat einem Medienbericht zufolge am
       Montag eine Bodenoffensive zur Besetzung von Gaza-Stadt begonnen. Das
       Nachrichtenportal Axios berichtet dies unter Berufung auf israelische
       Regierungsvertreter.
       
       US-Präsident Donald Trump sagt, er sei nicht von Israels Ministerpräsident
       Benjamin Netanjahu vorab über den israelischen Angriff in Katar informiert
       worden. Auf die Frage von Journalisten in Washington, ob Netanjahu ihn
       persönlich gewarnt habe, antwortete Trump: „Nein, nein, das haben sie
       nicht.“ Die US-Regierung hatte erklärt, sie sei erst nach dem Abschuss der
       Raketen benachrichtigt worden. Das Büro von Netanjahu bekräftigte, der
       Angriff sei eine „völlig unabhängige“ israelische Operation gewesen. (rtr)
       
       16 Sep 2025
       
       ## LINKS
       
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