# taz.de -- Luftangriffe auf die Ukraine: „Drohnen klingen wie Mopeds“
       
       > Jede Nacht überzieht Russland die Ukraine mit Raketen- und
       > Drohnenangriffen, Zivilisten sterben. Die Betroffenen kennen sich damit
       > inzwischen aus.
       
 (IMG) Bild: Feuerwehreinsatz in Saporischschja nach russischem Drohnenangriff
       
       Saporischschja taz | „Was meinen Sie, warum die Straßen gerade so leer
       sind?“, fragt Andrej Chodokowski seinen Gast auf dem Beifahrersitz und
       schiebt die Antwort gleich hinterher. „Diese Nacht hat niemand hier in der
       Stadt geschlafen. Ich auch nicht. Das ganze Programm. Zuerst kamen die
       Drohnen, dann waren es Marschflugkörper und Raketen.“
       
       Klar, Drohnen von Marschflugkörpern zu unterscheiden, sei für ihn nicht
       mehr schwer. „Drohnen klingen wie Mopeds, die surren so. Marschflugkörper
       wieder klingen so wie Düsenflugzeuge. Und ballistische Raketen hört man gar
       nicht kommen. Erst wenn sie einschlagen, hört man sie.“ Und deswegen seien
       wohl die meisten Bewohner von Saporischschja erst am Morgen eingeschlafen,
       als es schon wieder hell wurde.
       
       Russland hat die ganze Nacht zum Samstag die Ukraine erneut mit
       Marschflugkörpern und ballistischen Raketen sowie Schached-Drohnen
       angegriffen. Am stärksten betroffen waren die Städte [1][Saporischschja]
       und [2][Dnipro]. Aber auch die westukrainische Stadt [3][Luzk] wurde Opfer
       der Angriffe.
       
       Die meisten Opfer zählt Saporischschja. 34 Bewohner der Stadt seien
       verletzt, einer getötet worden, zitieren die ukrainischen Medien Iwan
       Fedorow, den Leiter der Gebietsverwaltung. Unter den Opfern sind auch drei
       Kinder. Die Stadt sei unter anderem mit sieben Raketen angegriffen worden,
       so Fedorow. Fast 400 Luftangriffe hätten die russischen Streitkräfte
       innerhalb eines Tages auf Saporischschja verübt. Nach Angaben des Leiters
       der Verwaltung des Gebietes Dnipropetrowsk, Serhii Lisak, wurden die Stadt
       Dnipro und Orte in Frontnähe getroffen.
       
       ## 400 Luftangriffe auf Saporischschja an einem Tag
       
       Und gleichzeitig wurden Orte im Gebiet Saporischschja von russischer
       Artillerie beschossen. Allein im Laufe eines Tages setzten sie 88 Mal
       Artillerie ein und beschossen gezielt mehrere Orte.
       
       Am späten Samstagabend wurde schließlich die Region Odessa mit Drohnen
       angegriffen. Besonders betroffen war die Hafenstadt Tschornomorsk, die nach
       lokalen Berichten die schwersten Angriffe seit Kriegsbeginn erlebte. Dort
       fiel in einigen Stadtteilen der Strom aus. Fast 30.000 Bewohner seien
       betroffen, zitiert die New Voice den Leiter der Militärverwaltung des
       Gebietes Odessa, Oleg Kiper.
       
       Bei einer Explosion im Hafenbereich von Tschornomorsk wurde ein ziviles
       Frachtschiff beschädigt. Nach Angaben des Nachrichtenportals Dumska handelt
       es sich um den Frachter „NS PRIDE“, der unter der Flagge von Belize fährt.
       Es könnte jedoch auch sein, dass das Schiff mit einem im Meer schwimmenden
       Sprengsatz in Berührung gekommen ist, zitiert die New Voice einen
       Marinesprecher.
       
       ## Ölraffinerien in Russland sind Ziele der Ukraine
       
       Unterdessen greift die Ukraine ihrerseits Ziele in Russland an. In mehreren
       russischen Regionen, darunter sogar im äußersten Fernen Osten wie die Stadt
       Wladiwostok und die Pazifikinsel Sachalin, kommt es derzeit zu massiven
       Engpässen bei der Versorgung mit Benzin. In vielen Orten wurde der Verkauf
       von Kraftstoff eingeschränkt oder ganz gestoppt.
       
       Die russischen Behörden erklären diese Engpässe mit hoher Nachfrage,
       logistischen Problemen und saisonalen Faktoren. Doch die eigentliche
       Ursache dürften die zunehmenden ukrainischen Drohnenangriffe auf russische
       Raffinerien sein.
       
       Raffinerien in Nowoschachtinsk, Rjasan, Wolgograd und Sotschi wurden
       zuletzt angegriffen. In Nowoschachtinsk brannte eine Raffinerie fünf Tage
       lang nach einem ukrainischen Drohneneinschlag. Derzeit seien bis zu 16
       Prozent der nationalen russischen Raffineriekapazitäten durch Schäden außer
       Betrieb, zitiert svoboda.org den Energiemarkt-Analysten Michail Krutichin.
       
       Und der Gouverneur des russischen Grenzgebietes Belgorod, Wjatscheslaw
       Gladkow, berichtet von einem Dutzend verletzten Zivilisten durch
       ukrainische Drohnen innerhalb eines Tages.
       
       31 Aug 2025
       
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