# taz.de -- Zaun im Görlitzer Park: Zürich zum Vorbild nehmen
       
       > Bezirksbürgermeisterin Herrmann befürwortet eine Sicherheitszentrale im
       > Görlitzer Park anstelle eines Zauns. Der ​Baubeginn steht unmittelbar
       > bevor.
       
 (IMG) Bild: Demonstration gegen die Einzäunung des Görlitzer Parks
       
       Berlin taz | Mit einem Alternativplan möchte Clara Herrmann, grüne
       Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, den [1][Baubeginn des
       umstrittenen Zauns] um den Görlitzer Park nach wie vor stoppen. Das Konzept
       stellte Herrmann am Freitag bei einer Pressekonferenz im Park vor.
       
       Wie die taz berichtete, stehen [2][die Bauarbeiten für einen Zaun mit
       abschließbaren Toren um den Görlitzer Park] unmittelbar bevor. Der Auftrag
       an eine Baufirma sei erteilt, verlautete aus Kreisen der Senatsverwaltung
       für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Am Donnerstag fanden
       bereits Vermessungsarbeiten im Park statt.
       
       Herrmann sprach am Freitag von [3][„symbolpolitischen Maßnahmen“] des
       schwarz-roten Senats. Der Bezirk lehne den Zaun ganz klar ab, die Probleme
       würden damit nur „verdrängt“. Der Senat solle sich ein Beispiel an Zürich
       nehmen, forderte die Bezirksbürgermeisterin.
       
       Die Schweizer Stadt hatte in den 90er-Jahren mit einer offenen Drogenszene
       zu kämpfen. Ein Zaun habe die Situation verschlimmert, mit einem Mix aus
       sozialen und polizeilichen Maßnahmen sei es Zürich aber gelungen, die
       Situation zu verbessern, so Herrmann. Solche Maßnahmen brauche es auch für
       den Görli.
       
       ## Gärtnern im Görli
       
       Auf dem Sicherheitsgipfel unter Beteiligung von Senat und Bezirken im Jahr
       2023 waren bereits Konzepte entwickelt und teilweise umgesetzt worden. Eine
       bessere Beleuchtung des Parks, gemeinsame Streifen von Ordnungsamt,
       Parkläufer:innen und Polizei und ein Spritzensammelkonzept gehörten
       dazu. „Dafür danken wir Kai Wegner sehr“, so die Grünen-Politikerin. Das
       reiche aber nicht: „Ich möchte, dass wir die Probleme, anstatt sie zu
       verschieben, pragmatisch angehen.“
       
       Mit pragmatisch meinte Herrmann zum Beispiel etablierte Drogenkonsumräume
       und mehr Schlafplätze für Obdachlose. Aber auch die Polizei müsse noch
       stärker einbezogen werden.
       
       Bei der Pressekonferenz, an der unter anderem auch der Leiter des Straßen
       und Grünflächenamtes, Felix Weißbrich, teilnahm, ging es auch um die
       maroden, derzeit größtenteils ungenutzten Gebäude im Görli. Der Plan sei,
       diese zu sanieren und wieder einer Nutzung zuzuführen, hieß es. Eine
       „Sicherheitszentrale“ etwa soll entstehen, die als Anlaufstelle für
       Polizei, Ordnungsamt und Parkläufer:innen dienen soll.
       
       In anderen Gebäuden sollen Sozialprojekte, eine Kletterhalle und auch
       Gastronomie untergebracht werden. Weißbrich kündigte an, dass im Görli
       künftig auch gegärtnert werden soll. Dafür sollten Freiflächen und
       Parzellen entstehen. Das Gartenrevier, Parkpflege genannt, soll einen
       Neubau bekommen. Der Bezirk könne diese Baumaßnahmen aber nicht aus dem
       eigenen Etat stemmen, sagte Hermann. Deshalb gehe sie nicht von einem
       zeitnahen Baubeginn aus.
       
       Wer am Freitag von der Bürgermeisterin erwartet hatte, sie werde sich beim
       Baubeginn selbst an den Zaun ketten, wurde indes enttäuscht. Sie werde
       weiter mit dem Senat verhandeln, sagte Herrmann. „Unsere Hand ist
       ausgestreckt“.
       
       23 May 2025
       
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