# taz.de -- Demonstration gegen Erdoğan in Berlin: Ein buntes Fahnenmeer
       
       > Hunderte türkische Oppositionelle sind in Berlin gegen die
       > Erdoğan-Regierung und für die Freilassung politischer Gefangener auf die
       > Straße gegangen.
       
 (IMG) Bild: Demonstration der Berliner Plattform für Demokratie in der Türkei am Alexanderplatz
       
       Berlin taz | Vor dem Neptunbrunnen am Alexanderplatz wehten am
       Sonntagmittag zahlreiche bunte Fahnen und Flaggen im Wind: Ein breites
       Bündnis türkischer Vereine und Parteien hatte zu einer Demonstration für
       die Freilassung des kürzlich festgenommenen Istanbuler Bürgermeisters Ekrem
       İmamoğlu und aller politischen Gefangenen in der Türkei durch Mitte
       aufgerufen.
       
       Die Polizei sprach am Nachmittag von rund 500 Teilnehmer*innen, später von
       700 in der Spitze. Tatsächlich dürften es bis zu 1.000 Demonstrierende
       gewesen sein. Angekündigt waren gleichwohl rund 5.000 Menschen.
       
       „Diese Welle von Festnahmen ist kein willkürlicher Akt, sondern ein
       Putsch“, sagte Betül Havva stellvertretend für die neu gegründete
       [1][„Plattform für Demokratie in der Türkei“]. In der Türkei zeige sich der
       [2][„Zorn der Jugend“] auf den Straßen. Gerade sie würden zu Hunderten
       festgenommen.
       
       Die Demokratieplattform fordert auch die EU zum Handeln auf: „Die
       wirtschaftliche Unterstützung der Türkei muss beendet werden“, sagte Havva.
       Dabei spielten besonders die Flüchtlingsabkommen eine große Rolle.
       
       ## Solidarität aus der Landespolitik
       
       Unterstützung erhielten die Protestierenden von Berliner
       Politiker*innen, darunter der SPD-Landesvize Sinem Taşan-Funke, dem
       Linken-Landesvorsitzenden Maximilian Schirmer und der
       Grünen-Fraktionschefin Bettina Jarasch.
       
       „Menschenrechte müssen für jegliche Kooperation mit der Türkei die
       Grundlage sein“, stellte Jarasch gegenüber der taz klar. Die
       EU-Eintrittsperspektive für die Türkei wolle man trotzdem offenhalten. Vor
       allem sei aber auch CDU-Senatschef Kai Wegner gefragt. Er solle durch
       Gespräche auf die türkische Botschaft und nicht zuletzt die Bundesregierung
       einwirken.
       
       „Dies ist nicht der erste Angriff der AKP-Regierung auf demokratische
       Institutionen“, erklärte Betül Havva. Schon seit Jahren würden
       Bürgermeister in kurdisch geprägten Gebieten illegal des Amtes enthoben und
       [3][durch Zwangsverwalter ersetzt]. Doch der Widerstand in der Türkei sei
       groß, sagte Baransel Ağca von der türkischen Arbeiterpartei TIP. Und: „Wir
       als in Berlin lebende türkeistämmige Menschen stehen im Kampf gegen die
       Diktatur an ihrer Seite“.
       
       Um ihre Solidarität mit Ekrem İmamoğlu zu zeigen, sind auch Tezgül Vural
       und Melike Akgül von der alevitischen Gemeinde in Kreuzberg zum
       Alexanderplatz gekommen: „Wir leben zwar nicht in der Türkei, wollen den
       Menschen dort aber trotzdem beistehen“, sagten die beiden Ordnerinnen.
       
       13 Apr 2025
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Klarissa Krause
       
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