# taz.de -- Schulreinigung in Berlin: Schüler*innen! Identifiziert euch mit der Toilette!
       
       > Die Berliner Schulen haben ein Gestank- und Schmutzproblem. Das hat eine
       > neue Befragung ergeben. Die Bildungsverwaltung will sie sich mal ansehen.
       
 (IMG) Bild: Musterbeispiel für eine vergleichsweise saubere Berliner Schultoilette
       
       Berlin taz | Marode Gebäude, dreckige Klassenzimmer, stinkende Klos: Viele
       Berliner Schulen sind in katastrophalem Zustand. Zu dieser überraschenden
       Erkenntnis ist nun auch die Senatsbildungsverwaltung gekommen. Dafür
       brauchte es freilich nur eine Befragung von 20.000 Schüler*innen, an der
       Schule Beschäftigten und Eltern zu deren Zufriedenheit mit der
       Schulreinigung. Die Ergebnisse wurden nun vorgestellt.
       
       Eindeutige Loser unter allen Schulräumen sind die Toiletten. Auf einer
       Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 5 (sehr unzufrieden) wurden sie mit 4,0
       bewertet. Es gibt also nur noch wenig Luft nach unten. Die Folge: „25
       Prozent der Jugendlichen sagen, dass sie weniger essen und trinken, um in
       der Schule nicht auf die Toilette zu müssen“, so Svenja Ksoll von der
       [1][German Toilet Organization.] Das könne fatale Auswirkungen auf die
       Gesundheit haben, so die Projektkoordinatorin.
       
       Die Bildungsverwaltung verfährt derweil nach dem Motto: Mach es wie die
       Sonnenuhr, zähl die schönen Stunden nur. „Durch die Einführung der
       [2][Tagesreinigung 2019] haben wir die Situation bereits verbessert“, sagt
       Torsten Kühne (CDU), zuständiger Staatssekretär für Schulbaufragen. Sicher,
       das reiche noch nicht aus. Deshalb, so Kühne, soll jetzt das
       Reinigungspersonal besser kontrolliert werden.
       
       Konkret sollen alle Hausmeister*innen bis Ende des Jahres mit einem
       „digitalen Endgerät“ ausgestattet werden, mit dem sie schlechte Säuberung
       dokumentieren könnten. Zudem werde in jedem Bezirk eine*n
       Kontrollmanager*in eingestellt, an den die Hausmeister*innen die
       Verstöße weiterleiten können.
       
       ## Schlechte Bezahlung und Personalmangel
       
       Das eigentliche Problem – die schlechte Bezahlung der Putzkräfte und der
       Personalmangel bei den Dienstleistern – wurde von CDU-Mann Kühne bei der
       Vorstellung der Ergebnisse am Dienstagnachmittag ausgeblendet. Dabei ist
       laut Befragung genau das einer der Hauptgründe für die Schmuddel- und
       Stinkzustände. Stattdessen fokussierte man sich auf verschmutzende Schüler,
       die sich nicht „mit ihren Toiletten identifizieren“ könnten.
       
       Das hat System. Bereits seit Jahren werden Forderungen nach einer
       Rekommunalisierung der Schulreinigung vom Senat erfolgreich ignoriert. Seit
       den 90er Jahren beschäftigen die Bezirke kein eigenes Putzpersonal mehr für
       die Schulen, die Reinigung ist outgesourct an Private, meist an die
       günstigsten Bewerber. Das führt zu Dumpingpreisen, [3][Ausbeutung der
       Arbeiter*innen] und schmutzigen Schulgebäuden.
       
       Was aus der Befragung jenseits der Digitalausstattung für
       Hausmeister*innen nun folgt, ist nicht ganz klar. Staatssekretär Kühne
       sagt, man werde sich „mit den gewonnenen Erkenntnissen intensiv
       beschäftigen“. Eilt ja auch nicht.
       
       26 Mar 2025
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Klarissa Krause
       
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