# taz.de -- Lage in Bosnien und Herzegowina: Europa muss handeln
       
       > Serbische Nationalisten bedrohen die fragile Lage in Bosnien und
       > Herzegowina. Die europäischen EUFOR-Truppen könnten die Situation
       > sichern.
       
 (IMG) Bild: Der Autokrat und sein Freund: Milorad Dodik mit Wladimir Putin während des 16. BRICS-Gipfels, am 25. 10. 2024
       
       Direkt am Flughafen Sarajevos an der Grenze zur serbischen Teilrepublik
       Srpska liegt Butmir. Hier befinden sich die Gebäude der internationalen
       Geheimdienste, der Nato und das Kommando-Zentrum der europäischen Truppen
       EUFOR (European Union Force). Der Ort ist symbolisch gewählt: zwischen den
       Fronten, unparteilich, neutral. Die [1][EUFOR-Truppen] sind seit 20 Jahren
       Nachfolger der UN-Truppen, die wegen ihrer Tatenlosigkeit gegenüber den
       Verbrechen im bosnischen Krieg in Verruf geraten waren.
       
       Die aus 23 Nationen kommenden 1.500 SoldatInnen stehen jetzt allerdings im
       Brennpunkt des Geschehens. Denn neben dem Konflikt zwischen Russland und
       der Ukraine drohen die [2][serbischen Nationalisten] unter dem Autokraten
       Milorad Dodik und seinem Freund Putin, die von Serben kontrollierte Entität
       vom Gesamtstaat Bosnien und Herzegowina abzutrennen und mit Serbien zu
       vereinen. Dies ist eine Kriegserklärung an die anderen Volksgruppen und an
       die unterzeichnenden Mächte des Dayton-Abkommens.
       
       Ist Europa bereit, die serbischen Extremisten und damit Putin in die
       Schranken zu weisen? Oder können die Europäer dieser Eskalation einfach so
       zusehen, wie die UNO es in den Jahren 1992 bis 1995 tat? Haben Brüssel,
       Berlin, Paris, London, Warschau und Rom den Mut, gegen die Feinde Europas
       klar und deutlich aufzutreten? Werden sie die „European Force“ nutzen, um
       den vom [3][Obersten Gericht Bosniens verurteilten Autokraten Milorad
       Dodik] festzunehmen und damit die nichtserbische Minderheit in der
       serbischen Entität zu schützen?
       
       Ihr Mandat erlaubt ihnen jedenfalls, Menschen festzunehmen, wenn diese eine
       direkte Bedrohung für die Sicherheit des Landes darstellen. EUFOR kann
       gemeinsam mit der bosnischen Polizei oder anderen internationalen
       Organisationen wie Interpol eingreifen – in Ausnahmefällen wie diesem. Das
       birgt in sich jedoch Risiken, etwa weil eine Festnahme nur unter Gewalt
       gegen Dodiks Leibgarde möglich wäre.
       
       Bleibt die Frage, ob Europa bereit ist, konsequent zu handeln und robust
       aufzutreten. Noch stehen die USA in der Bosnienfrage auf der Seite Europas.
       Noch ist Milorad Dodik eine Unperson. Europa braucht jetzt den Mut, zu
       handeln und nicht nur zu reden – die EUFOR können schließlich als Vorgänger
       einer europäischen Armee verstanden werden.
       
       10 Mar 2025
       
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 (DIR) Erich Rathfelder
       
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