# taz.de -- Pläne für „Neuen Wehrdienst“: Pistorius kämpft weiter um Bundeswehrnachwuchs
       
       > Trotz Ampel-Aus will Nochverteidigungsminister Boris Pistorius die
       > Vorbereitungen für sein Wehrdienstmodell „mit aller Kraft“ weiterlaufen
       > lassen.
       
 (IMG) Bild: Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius will mehr junge Leute für die Bundeswehr rekrutieren
       
       Berlin dpa/taz | Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) lässt seine
       Pläne für ein Wehrdienstmodell auch nach dem Ende der Ampelkoalition
       vorantreiben. In einem internen Schreiben werden die
       Abteilungsleiter:innen im Ministerium aufgefordert, das Vorhaben mit
       aller Kraft weiterzuverfolgen, da es angesichts der Sicherheits- und
       Bedrohungslage unausweichlich sei.
       
       „Durch das Auseinanderbrechen der Regierungskoalition ist mit einem
       Inkrafttreten des Gesetzes nicht mehr in dieser Legislaturperiode zu
       rechnen. Ungeachtet dessen sind wir angewiesen, die Parameter zur
       Einführung eines Neuen Wehrdienstes weiter auszuplanen und gemeinsam mit
       der Umsetzung zu beginnen“, heißt es in der „Weisung Nr. 1 Neuer
       Wehrdienst“, die der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Berlin vorlag.
       
       Die Militärplaner:innen nennen konkrete Zielzahlen für den Aufwuchs
       einer deutlichen verstärkten Reserve der Bundeswehr – beginnend vom
       kommenden Jahr bis zum Jahr 2033. Pläne sehen vor, dass sie sich aus einem
       künftigen neuen Wehrdienst speist, der allerdings weiterhin freiwillig
       bleiben soll. In dem Schreiben wird gebeten, den Haushaltsbedarf
       festzustellen, Abläufe für Sicherheitsüberprüfungen oder auch eine
       Aussetzung zu prüfen und eine Wiedernutzung verfügbarer Infrastruktur zu
       untersuchen.
       
       Am Morgen vor dem Scheitern der Ampelkoalition hatte das Bundeskabinett
       gesetzlichen [1][Änderungen für die Einführung eines „Neuen Wehrdienstes“]
       in Deutschland zugestimmt. Pistorius beabsichtigt, wieder eine
       Wehrerfassung zu installieren und für junge Männer eine Auskunftspflicht
       über ihre [2][Bereitschaft zum Wehrdienst] einzuführen. Der Union gehen
       Pistorius' Pläne nicht weit genug. Über die Auskunftspflicht hinaus, will
       sie auch die Musterung für junge Männer verpflichtend machen.
       
       Am Freitag hat sich auch der Bundesrat in erster Lesung mit dem
       Wehrdienstmodell befasst. Er stimme „mit der Bundesregierung überein, dass
       Deutschland sich auf die neue Bedrohungslage einstellen muss“, beschloss
       der Bundesrat. Denn es bedürfe „besonderer Anstrengungen, Verteidigung als
       gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verstehen“. Aufgefordert wurde die
       Bundesregierung, „bei allen Überlegungen zur Modernisierung
       wehrersatzrechtlicher Vorschriften und zur Einführung eines neuen
       Wehrdienstes auch die Belange des Zivilschutzes hinreichend zu
       berücksichtigen.“
       
       20 Dec 2024
       
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