# taz.de -- Neue Mpox-Variante in Deutschland: Schule in Nordrhein-Westfalen vorsorglich geschlossen
       
       > Weil sich zwei Kinder mit der neuen Mpox-Variante infiziert haben, bleibt
       > ihre Schule vorsorglich geschlossen. Die Bedrohung ist laut RKI aber
       > gering.
       
 (IMG) Bild: Mpox-Viruspartikel (rosa) in einer infizierten Zelle (gelb), die in einem Labor kultiviert wurde
       
       Berlin taz | Bei einer Familie in Nordrhein-Westfalen wurde am Wochenende
       die Infektion mit einer neuen Variante des Mpox-Virus nachgewiesen. Die
       Schule der zwei Kinder in Rösrath bei Köln wurde vorsorglich geschlossen.
       Die Schüler*innen der Förderschule erhalten nun bis zu den
       Weihnachtsferien Distanzunterricht.
       
       [1][Die Schulschließung sei eine rein präventive Maßnahme, teilte die
       Rheinisch-Bergische Kreisverwaltung mit]. Mpox gilt nicht als besonders
       ansteckend, deswegen sei von einer weiteren Ausbreitung des Virus unter den
       Schüler*innen nicht auszugehen. Die Entscheidung zur Schulschließung sei
       nach „intensivem Austausch mit dem Robert Koch-Institut (RKI) und weiteren
       Fachinstitutionen“ gefallen. Das Gesundheitsamt und die Schulleitung hätten
       sich mit Blick auf die besonders zu schützende Schülerschaft der
       Förderschule dazu entschlossen.
       
       Die Viruserkrankung Mpox zeigt sich mit einem Hautausschlag, ähnlich wie
       bei Pocken oder Windpocken, und mit allgemeinen Krankheitssymptomen wie
       Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen. Eine Infektion kann über die
       Flüssigkeit aus den Bläschen der Haut oder Bläschenschorf übertragen
       werden, möglich ist auch eine Übertragung durch kontaminierte Gegenstände
       wie Kleidung, Bettzeug und Handtücher.
       
       [2][Bei sehr engem Kontakt kann es laut WHO auch zu einer
       Tröpfcheninfektion über die Atemwege kommen], das gilt jedoch als
       unwahrscheinlicher. Zum Tod führt die Krankheit selten, gefährdet sind sehr
       junge oder immungeschwächte Personen.
       
       Die Rheinisch-Bergische Kreisverwaltung geht davon aus, dass ein
       Familienmitglied der zwei infizierten Kinder sich auf einer Reise in Afrika
       mit der neuen Virusvariante Klade Ib angesteckt hat. Nach der Reise wurde
       die Infektion demnach an die Kinder und ein weiteres Familienmitglied
       weitergegeben. Die Kontaktpersonen der Infizierten wurden laut
       Kreisverwaltung bereits ausfindig gemacht und kontaktiert. Eine Quarantäne
       ist für sie nicht notwendig.
       
       ## Zentralafrika besonders von neuer Virusvariante betroffen
       
       Die neue Virusvariante Klade Ib tritt zum zweiten Mal in Deutschland auf.
       [3][Zuvor gab es im Oktober einen Fall], die Infektion wurde im Ausland
       erworben. Die neue Variante könnte möglicherweise ansteckender sein, doch
       um das abschließend zu bewerten, gibt es noch keine ausreichenden Daten.
       [4][Das RKI schätzt die Gefährdung der deutschen Bevölkerung aber weiterhin
       als gering ein]. Gegen Mpox gibt es bereits Impfstoffe, die auch vor der
       Variante Klade Ib schützen sollen.
       
       Mpox tritt vor allem in afrikanischen Ländern auf. Dort gibt es zwei
       verschiedene Virusstämme, die jeweils in unterschiedlichen Gebieten
       auftreten. Sie werden als Klade I und Klade II bezeichnet. Eine Klade
       beschreibt in der Virologie eine Gruppe ähnlicher Viren. Der Virusstamm
       Klade II tritt in westafrikanischen Ländern auf.
       
       Auch die seit 2022 in Europa auftretenden Mpox-Infektionen kamen aus diesem
       Stamm. Die meisten der etwa 3.800 Infektionen in Deutschland gab es im
       Frühsommer bis Herbst 2022. Inzwischen werden nur noch vereinzelt
       Infektionen gemeldet, auch durch Impfkampagnen und die Verfolgung von
       Infektionsketten konnte eine weite Verbreitung verhindert werden. Zu
       Todesfällen kam es in Deutschland nicht.
       
       In Zentralafrika, vor allem in der Demokratischen Republik Kongo (DRK),
       tritt der Virusstamm Klade I auf. [5][Seit 2023 berichtet die WHO hier über
       einen Anstieg von Infektionen] inklusive der neuen Variante Ib. Im August
       hatte die WHO deshalb eine gesundheitliche Notlage ausgerufen. Seit Anfang
       2024 sind in der DRK etwa 1.100 Menschen an einer Mpox-Infektion gestorben.
       Viele Ansteckungen gibt es dort, wo Menschen auf engem Raum dicht
       zusammenleben, etwa in Geflüchtetencamps.
       
       17 Dec 2024
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.rbk-direkt.de/news/56652/vorsichtsmassnahme-schule-in-roesrath-bis-zu-den-ferien-im-distanzunterricht
 (DIR) [2] https://www.who.int/europe/de/emergencies/overview/05-11-2024-first-local-transmissions-of-clade-ib-mpox-in-the-who-european-region-confirmed-in-the-united-kingdom
 (DIR) [3] /Mpox-Virus/!6041437
 (DIR) [4] https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/A/Affenpocken/Ausbruch-2022-Situation-Deutschland.html
 (DIR) [5] /Mpox-Ausbruch-in-der-DR-Kongo/!6031442
       
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