# taz.de -- Kurdische Gebiete unter Beschuss: Stoppt die Angriffe Erdoğans auf die Kurden in Syrien!
       
       > Die Besetzung und damit verbundenen Militäroperationen sind Teil einer
       > tief verwurzelten antikurdischen Politik. Sie verletzt internationales
       > Recht.
       
 (IMG) Bild: Waren maßgeblich am Erfolg des Widerstands gegen den IS beteiligt: kurdische Kämpferinnen (YPG) in Syrien im Juni 2017
       
       Obwohl die 61-jährige Diktatur in Syrien offiziell beendet wurde, wirkt der
       Bürgerkrieg, der das Regime stürzte, noch nach. Mehr als 13 Jahre Konflikt
       haben [1][hunderttausende Tote], massive Zerstörungen und eine globale
       Flüchtlingskrise verursacht.
       
       Die westlichen Staaten und die Vereinten Nationen müssen sich ihrer
       moralischen Verantwortung stellen, Minderheiten zu schützen und ein
       inklusives politisches System zu schaffen.
       
       Ein Modell wie im Libanon, das ethnische und religiöse Diversität
       berücksichtigt, wäre richtungsweisend.
       
       Die Türkei hat begonnen, [2][kurdische Gebiete im Norden Syriens zu
       besetzen]. Die damit verbundenen Militäroperationen sind Teil einer tief
       verwurzelten [3][antikurdischen Politik]. Sie verletzten internationales
       Recht.
       
       Türkische Aggressionen und die Vertreibung der Kurden 
       
       Seit 2016 hat die Türkei, mit Unterstützung von islamistischen Söldnern und
       ehemaligen IS-Kämpfern, drei große [4][Militäroperationen im Norden
       Syriens] durchgeführt:
       
       Firat Kalkanı (Euphrat-Schild), Zeytin Dalı (Olivenzweig) und Barış Pınarı
       (Friedensquelle). Dabei wurde internationales Recht missachtet, tausende
       kurdische Kämpfer der YPG und hunderte Zivilisten wurden getötet sowie mehr
       als 450.000 Kurden aus ihren Heimatgebieten vertrieben.
       
       Diese Angriffe auf kurdische Selbstverwaltungsgebiete reißen bis heute
       nicht ab. Erdoğan nutzt zunehmend antisemitische Rhetorik, um die Kurden
       als Handlanger Israels darzustellen.
       
       So will er weitere Unterstützung zu mobilisieren. Jüngst vertrieben
       türkische Truppen und ihre Milizen erneut 150.000 Kurden aus dem Norden und
       Osten Aleppos. Das Ziel: eine Dauerbesetzung erzwingen und die
       Staatenlosigkeit der Kurden aufrechterhalten.
       
       Die moralische Pflicht des Westens 
       
       Die Nato muss sich klar und entschieden gegen diese Angriffe der Türkei
       stellen. Die neoosmanischen Angriffe Erdoğans bedrohen die Stabilität
       Syriens sowie die Werte, die der Westen zu verteidigen vorgibt.
       
       Die Kurden haben im Kampf gegen den IS zehntausende Leben geopfert. Ihr
       Widerstand beendete das barbarische Kalifat, ein Erfolg, der international
       – besonders durch den heldenhaften Einsatz kurdischer Frauen – anerkannt
       wurde. Trotz alledem werden die Kurden nun von ihren ehemaligen Verbündeten
       alleingelassen.
       
       Im Norden Syriens zeugen Gräber der Gefallenen von ihrem Opfer und ihrem
       Kampf gegen die Barbarei. Es ist eine moralische, humanitäre und politische
       Pflicht, diese Unterdrückung nicht weiter zu ignorieren.
       
       Der Westen muss die Türkei klar zurückweisen und das kurdische Volk vor
       weiteren Angriffen schützen. Die internationale Gemeinschaft darf nicht
       zusehen, wie die Kurden ein weiteres Mal [5][Opfer von Vertreibung] und
       Gewalt werden.
       
       11 Dec 2024
       
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 (DIR) Amed Mardin
       
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