# taz.de -- Streit in der Ampel: Kritik an Lindners Gegengipfel zur Wirtschaftslage
       
       > Am Dienstag laden sowohl der Kanzler als auch der Finanzminister zu
       > Spitzengesprächen ein. SPD und Grüne sind über FDP-Initiative nicht
       > begeistert.
       
 (IMG) Bild: Gehen wirtschaftspolitisch alle einen eigenen Weg statt einen gemeinsamen zu suchen: Habeck, Scholz und Lindner
       
       SPD und Grüne üben Kritik an der Einladung der FDP zu einem eigenen
       Wirtschaftsgipfel kommende Woche im Bundestag. Für Dienstag haben
       [1][Bundesfinanzminister Christian Lindner] und FDP-Bundestagsfraktionschef
       Christian Dürr Funktionär:innen verschiedener Wirtschaftsverbände zu
       einem Spitzengespräch in den Bundestag gebeten. Kurz danach wird im
       Kanzleramt ein Treffen von [2][Olaf Scholz] mit Vertreter:innen von
       Industrie, Verbänden und Gewerkschaften stattfinden. Dabei wird es vor
       allem um die schwache Konjunktur gehen.
       
       Der Hintergrund des FDP-Vorstoßes: Kanzler Scholz hatte zu dem
       Spitzengespräch einige Verbände nicht eingeladen, unter anderem den
       konservativen Verband der Familienunternehmen und die Deutsche Industrie-
       und Handelskammer (DIHK). Vertreter:innen dieser Verbände machen massiv
       Stimmung gegen die Bundesregierung und setzen auf eine Ablösung. Diese und
       weitere Verbände haben Lindner und Dürr nun zu ihrem eigenen
       Wirtschaftsgipfel gebeten.
       
       Lindner bezeichnete seine Veranstaltung als eher „komplementär“ zu den
       Gesprächen im Kanzleramt. Dort gehe es nur um die Industrie. Die deutsche
       Wirtschaft bestehe aber nicht nur aus der Industrie, sondern auch aus dem
       Mittelstand, dem Handwerk, Selbstständigen und Start-ups, sagte er. Auch
       deren Bedürfnisse und Erwartungen müssten gehört werden.
       
       Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Rolf Mützenich bezeichnete die
       Einladung der FDP zu einem Wirtschaftsgipfel als „schlicht albern“. „Der
       Finanzminister sollte sich auf sein Ressort konzentrieren und nicht
       versuchen, mit einer eigenen Veranstaltung die Arbeit des Kanzlers zu
       torpedieren“, sagte Mützenich der Rhein-Neckar-Zeitung. Der grüne
       Fraktions-Vize Andreas Audretsch kritisierte Lindner ebenfalls. „Die Zeiten
       sind zu ernst für Gipfel-Ping-Pong“, sagte er der Bild-Zeitung.
       
       ## Habeck will Investitionsprämie
       
       Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nimmt am Treffen am
       Dienstag im Kanzleramt nicht teil. Er [3][hatte in der vergangenen Woche
       ein 14-seitiges Papier] mit einem Bündel von Maßnahmen zur Belebung der
       Konjunktur und zur Beseitigung struktureller Schwächen vorgelegt. Zentral
       ist dabei eine Investitionsprämie für Unternehmen.
       
       Finanzieren will Habeck die Maßnahmen mit einem Sondervermögen, für das
       Kredite aufgenommen werden, die nicht schuldenbremsenrelevant sind. Die
       Vorschläge hatte Habeck im Vorfeld nicht mit Lindner und Scholz abgestimmt.
       Beide hatten sie postwendend nach der Veröffentlichung verworfen.
       
       27 Oct 2024
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anja Krüger
       
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