# taz.de -- Konjunkturbericht für Berlin: Eingetrübte Aussichten
       
       > Die Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer haben keinen
       > sonderlich positiven Blick auf die Entwicklung in der Hauptstadt.
       
 (IMG) Bild: Geld ist zwar noch in der Kasse. Zukunftsangst geht trotzdem um
       
       Berlin taz | Jan Eder ist zwar seit Jahrzehnten Hauptgeschäftsführer der
       Industrie- und Handelskammer und damit einer der führenden
       Wirtschaftsmenschen der Stadt. Er ist dennoch keiner, der sich nur in
       Zahlen und Unternehmensdaten äußert. Auch an diesem Donnerstag nicht, als
       er mit der Handwerkskammer Journalisten den aktuellen Konjunkturbericht
       beider Kammern vorstellt.
       
       Berlins wirtschaftliche Lage beschreibt Eder mit dem [1][biblischen
       Hohelied] zum Dreiklang Glaube, Liebe, Hoffnung – sonst gerne bei
       kirchlichen Hochzeiten zu hören: „Es fehlt uns der Glaube, aber wir lieben
       den Standort, und deshalb geben wir die Hoffnung nicht auf.“
       
       Nüchterner kann man es auch so ausdrücken wie Eders Chefkollege von der
       Handelskammer, Jürgen Wittke: „Die Konjunktur dümpelt so vor sich hin.“
       Wenn man es positiv sehen wolle, könne man sagen: nicht schlechter als vor
       einem Jahr – aber eben auch nicht besser. Wittke sieht die größte
       konjunkturelle Delle seit den frühen 2000er-Jahren. Nach wirklicher
       Rezession sehe es zwar in Berlin nicht aus. Aber die Aussichten seien
       „deutlich eingetrübt“.
       
       „Wie schätzen Sie die nächsten 6 Monate ein?“, ist die Kernfrage, die beide
       Kammern ihren Unternehmen regelmäßig stellen. Und dabei zeigt sich: Auch
       wenn 83 Prozent die eigene Lage als gut oder zufriedenstellend beurteilen,
       gibt es keinen positiven Blick in die Zukunft – und damit wenig Neigung zu
       Investitionen. Mit Blick auf die v[2][on Bundeswirtschaftsminister Robert
       Habeck (Grüne) gewünschte Investitionsprämie] unterstützt Eder diesen Weg
       grundsätzlich, schränkt aber ein: „Es muss bezahlbar sein.“
       
       ## Lob für Verwaltungsreform
       
       Auf die Berliner Landespolitik bezogen loben Wittke und Eder unisono die
       laufenden [3][Bemühungen, die Verwaltung zu reformieren]. Was bislang
       vorliegt, ist für Wittke „mehr, als wir zu wagen hofften“. Eder sieht in
       dem von Regierungschef Kai Wegner (CDU) nach vorne geschobenen Projekt den
       ersten ernst zu nehmenden Reformversuch seit 25 Jahren. Wittke ruft die
       Verhandler dazu auf, „Eitelkeiten über Bord zu werfen“. Lob gibt es dabei
       ausdrücklich für die Opposition, die „mit konstruktiven Vorschlägen“ dabei
       sei.
       
       25 Oct 2024
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.bibelwerk.de/fileadmin/verein/Dokumente/Was_wir_bieten/Materialpool/Korinther_1-2/1_Kor_13_Einheitsuebersetzung2016_3Strophen.pdf
 (DIR) [2] /Investitionsbonus-fuer-Unternehmen/!6041559
 (DIR) [3] /Berliner-Verwaltungsreform/!6039122
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stefan Alberti
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Konjunktur
 (DIR) Handelskammer
 (DIR) Bibel
 (DIR) Robert Habeck
 (DIR) Berliner Senat
 (DIR) Verwaltung
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Deutsche Wirtschaft schrumpft weiter: Ein Investitionsprogramm, bitte!
       
       Das BIP sinkt das zweite Jahr in Folge. Die Bundesregierung muss mit
       öffentlichen Investitionen dagegen steuern.
       
 (DIR) Senatsverwaltungen und Bezirke: Die Uhr tickt für die Reform
       
       Der schwarz-rote Senat ist sich angeblich über die Verwaltungsreform einig
       geworden – und will bis Jahresende einen Gesetzentwurf absegnen.
       
 (DIR) Verwaltungsreform und Haushaltskürzungen: Wegners Wunderwelt
       
       Die Linksfraktion diskutiert auf ihrer Zukunftskonferenz über die Probleme
       in den Bezirken. Klar ist: Die Verwaltungsreform ist kein Allheilmittel.