# taz.de -- Angriff auf Wahlhelfer: Zu Boden geworfen und ausgeraubt
       
       > Im Brandenburgischen Hohen Neuendorf attackierte ein Unbekannter einen
       > ehrenamtlichen Wahlhelfer der Grünen. Der Staatsschutz ermittelt.
       
 (IMG) Bild: Diese Grüne Fahne ist für so manchen Brandenburger ein rotes Tuch
       
       Berlin taz | Im Vorfeld der Brandenburger Landtagswahlen ist es am Dienstag
       [1][zum wiederholten Mal zu einem politisch motivierten Angriff] gekommen.
       Diesmal traf es einen Wahlhelfer, in der Kleinstadt Hohen Neuendorf im
       Landkreis Oberhavel für Bündnis 90 / die Grünen Flyer verteilte. „Wir sind
       entsetzt, dass es keine Hemmungen mehr gibt auch körperlich anzugreifen“,
       verurteilt Anne Schumacher, Sprecherin Grünen-Kreisverbands Oberhavel den
       Vorfall.
       
       Nach Schilderungen Schumachers verteilte der ehrenamtlich in der Partei
       Aktive gegen Mittag Flyer in Briefkästen, als ein unbekannter junger Mann
       ihn aufgeforderte, keine Wahlwerbung mehr für die Grünen zu machen. Als der
       Wahlhelfer ein Foto von dem Unbekannten machte, wurde dieser aggressiv,
       stieß den 68-Jährigen zu Boden und entwendete ihm die Tasche mit dem
       Werbematerial. Mittlerweile ermittelt der für politische Kriminalität
       zuständige Staatsschutz wegen einer Raubstraftat.
       
       Der Wahlhelfer habe sich bei dem Sturz Schürfwunden hinzugezogen, sei aber
       ansonsten unversehrt, sagt Schumacher. Laut dem Landesverband der Grünen
       war der Vorfall am Dienstag der erste körperliche Angriff auf ein grünes
       Mitglied in diesem Wahlkampf.
       
       „Allerdings häufen sich viele Berichte von Beschimpfungen, Beleidigungen
       und Ähnlichem am Wahlkampfstand oder beim Plakate aufhängen.“, sagt
       Brandenburgs Grünen-Landesvorsitzende Hanna Große Holtrup der taz, „Es ist
       eine Bedrohung für unsere Demokratie, wenn man sich beim Wahlkampf nicht
       mehr sicher fühlen kann.“
       
       ## Grüne machen weiter
       
       Aufgrund der angespannten politischen Stimmung biete der Landesverband
       Deeskalationsschulungen an und arbeite für größere Events auf Landesebene
       mit einem Sicherheitsdienst zusammen, so Holtrup.
       
       Politische Gewalt im Vorfeld von Wahlen ist keine Seltenheit mehr. [2][Erst
       Ende Juli war die brandenburgische CDU-Landtagskandidatin Adeline Abimnwi
       Awemo bei einem rassistischen Angriff in Cottbus verletzt worden.] Auch bei
       den Europawahlen gab es mehrere, teilweise schwere tätliche Angriffe auf
       Wahlhelfer:innen und Kandidat:innen. Laut einer in der vergangenen
       Woche veröffentlichten parlamentarischen Anfrage gab es seit Jahresbeginn
       75 Fälle politisch motivierte Gewalt, darunter zwei Körperverletzungen.
       
       Die Brandenburger Grünen lassen sich unterdessen nicht einschüchtern und
       kündigten für Mittwochabend [3][eine große Solidaritätstaktion] in Hohen
       Neuendorf an.
       
       14 Aug 2024
       
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