# taz.de -- Konzertempfehlungen für Berlin: 180 Beats per minute
       
       > Klangkunst aus Berlin und Kapstadt, britische Post-Dubstep-Helden und
       > sinustonartige Blasinstrumente stehen diese Woche auf dem Programm.
       
 (IMG) Bild: Oscillations Workshop, CHR Cape Town, September 2023
       
       Am Freitag (26. 4., 19 Uhr) lädt die Akademie der Künste am Hanseatenweg zu
       einer Silent Disco. Das sind Ansammlungen von Menschen mit Kopfhörern auf
       den Ohren, die im Zweifel alle dasselbe hören. Zur Eröffnung der
       Ausstellung „Oscillations. Cape Town – Berlin“ mit [1][Klangarbeiten aus
       Südafrika und Deutschland werden die dargebotenen Installationen durch
       Performances und DJ-Sets präsentiert und ergänzt].
       
       Die Ausstellung, Ergebnis eines zweijährigen transkontinentalen Austauschs,
       entstand als Projekt der Akademie der Künste, des Centre for Humanities
       Research at the University of the Western Cape in Kapstadt und von
       Deutschlandfunk Kultur / Klangkunst. Auf dem Programm stehen am
       Eröffnungsabend etwa die Klangkünstler Christina Kubisch, Nkosenathi Koela,
       Zara Julius oder Kirsten Reese („Oscillations. Cape Town – Berlin“, 27.
       4.–19. 5.).
       
       Zwei Helden der Post-Dubstep-Ära geben sich dann am Sonntag im Huxleys die
       Ehre. Die Briten Dominic Maker und Kai Campos ließen als Mount Kimbie vor
       15 Jahren mit EPs wie „Maybes“ und „Sketch on Glass“ aufhorchen.
       Elektronische Musik mit komplex verstolpertem Beat, tiefem Bass und Zugaben
       von Geräusch, nicht mehr ganz zum Tanzen, noch nicht völlig losgelöst von
       der Clubwelt.
       
       Inzwischen haben sie sich mit ihren Mitteln auf Songs geeinigt, die Beat
       und Gesang in elektronisch grundierter Rockform vereinen. Unterstützt
       werden sie dabei von Gästen wie dem Sänger King Krule (Hasenheide 107, 28.
       4., 20 Uhr, [2][Tickets für 33 Euro gibt es hier]).
       
       Eine Reise durch die Geschichte des Klarinettenquintetts bieten am selben
       Abend um 18 Uhr der Komponist und Klarinettist Jörg Widmann und das
       Quartett Amabile im Pierre Boulez Saal. Von der Romantik bis zur Gegenwart
       reicht ihr Programm diesmal, darunter das Klarinettenquintett Carl Maria
       von Webers und Widmanns eigenes „180 beats per minute“ für Streichsextett.
       
       Wer sich über den Titel wundern sollte: Mit seinem sinustonartigen Klang
       könnte man die Klarinette fast für ein elektronisches Instrument halten,
       aber nur fast (Französische Str. 33 D[3][,] [4][Tickets kosten zwischen 15
       und 45 Euro]).
       
       [5][Dreimal Soloauftritte schließlich am Dienstag im 90mil]. An Monochord
       und DIY-Elektronik spielt die Sängerin und Multiinstrumentalistin Laure
       Boer ihre Musik, die sie selbst als „Hypnotic Music. Mystical Rituals. Loop
       Folk. Witchtronic“ beschreibt.
       
       Der auf modulare Synthesizer spezialisierte Rabih Beaini gibt sich mit
       „XDJs“ die Ehre. Und der Drone-Philosoph Aidan Baker bedient das wohl
       konventionellste Instrument des Abends, eine Gitarre (Holzmarktstraße
       19-23, 30. 4., 20 Uhr, 10–15 Euro plus Beitrag von 5 Euro für
       Nichtmitglieder).
       
       25 Apr 2024
       
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