# taz.de -- Konzertempfehlungen für Berlin: Mitunter gar nicht so wütend
       
       > Die „Warm UP! FLINTA*“ fragt nach der Repräsentation von weiblichen und
       > nicht-binären Künstler*innen. Und am Frauentag kommen die Angry Women.
       
 (IMG) Bild: Abbild einer Medusa
       
       Der Sound der Stadt, hat er ein Geschlecht? Oder sind auch Clubs eher ein
       Spiegel der Gesellschaft als ein progressiver Katalysator? Ein paar
       Antworten gibt es am Mittwoch, [1][im Rahmen der Warm UP! FLINTA*
       Festwoche]. Und zwar beim [2][Talk über die aktuelle FACTS Studie], die am
       8.März online gehen wird. Es ist bereits die sechste Ausgabe seit 2013,
       hervorgegangen aus dem female:pressure Netzwerk.
       
       Wieder geht es um die Frage der Repräsentation von weiblichen und
       nicht-binären Künstler*innen auf elektronischen Musikfestivals weltweit.
       Grob zusammengefasst, lässt sich sagen: Fortschritte gibt es, aber auch
       eine Menge Luft nach oben. Und deshalb soll es an dem Abend in den
       B.L.O.-Ateliers nicht nur Zahlen, sondern auch ein paar Handlungsanregungen
       geben (6.3., 19.30 Uhr, Eintritt frei).
       
       Am Frauentag gibt es dann Angry Women [3][in der Zwölf Apostel Kirche in
       Schöneberg] – gleich vier Musiker:innen, die sich auf die eine oder andere
       Weise den Geschlechterverhältnissen und ihrer Verkommenheit widmen.
       
       Auch wenn das mitunter gar nicht so wütend, sondern eher etwas
       melancholisch oder auch düster klingt: Joanna Gemma Auguri, Hazel Iris,
       Anchoress und ANIQO aka Anita Goß sind zwischen Dark Pop, Wave und Folk
       unterwegs. Inspirieren ließen sie sich von dem Buch „[4][Angry Women in
       Rock]“, das inzwischen auch schon 28 Jahre alt ist und vielleicht als
       Ausgangspunkt für eine kleine Bestandsaufnahme taugen kamm. Darin zu
       finden: Zwölf Gespräche, etwa mit Kathleen Hanna von Bikini Kill oder auch
       Chrissie Hynde von den Pretenders (8.3., 19 Uhr, Tickets im VVK 19 Euro, AK
       22-25 Euro)
       
       Am Mittwoch stellt dann die niederländische Post-Funk-Combo YĪN YĪN, [5][im
       Gretchen ihr neues Album „Mount Matsu“ vor]. Ihr warmer analoger Sound, in
       einem schönen klanglichen Flickenteppich verwoben, erinnert ein bisschen an
       Khruangbi und ist ebenso von fernöstlicher Psychedlik wie von Soul oder
       auch Kraftwerk beeinflusst – was live bestimmt ein überbordender,
       flirrender Spaß wird. Und zudem zu all den doch eher diskursbefrachteten
       Veranstaltungen dieser Woche ein schöner Gegenpol (13.3., 20.30 Uhr,
       [6][Tickets im VVK 24,20 Euro, AK 25 Euro]).
       
       Noch ein Festival mit politischen Anspruch ist dann [7][von Donnerstag bis
       Samstag im HAU zu erleben]: das Festival Claiming Common Spaces VI lädt ins
       „Haus der Solidarität“, um anhand von Diskussionen, Konzerten, aber auch
       Comedy zu gucken, was dieser Tage so geht in Sachen Austausch, Zusammenhalt
       und Verteidigung der Migrationsgesellschaft.
       
       Der erste Konzertabend am Freitag mit Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder
       auch Onom Agemo & The Disco Jumpers feat. Natalie Greffel ist fast
       ausverkauft, es wird noch Restkarten an der Abendkasse geben.
       
       Aber der Samstag wird mindestens ebenso aufregend und vielleicht gar ein
       bissl frischer, denn immerhin stellt sich ein ganz neues Projekt vor:
       Noufãn, wofür sich der verdiente Elektronica-Tüfler Oliver Doerell (Cummi
       Flu/ Dictaphone/ Swod) mit dem gleichnamigen Trompeter und Sänger
       zusammengetan hat. Außerdem am Start: Gazino Neukölln und die schön
       rumpelige Combo El Khat (16.3., HAU 2, 21 Uhr, Tickets im VVK 17, erm. 9
       Euro).
       
       Was zu Feiern gibt es auch noch: Das 25-jährige Bestehen der wunderbaren
       Konzertagentur amSTARt, die mit viel Herzblut immer wieder Neues auftut und
       auf Bühnen bringt. Fast fast tausend Konzerten mit etwa 2500 Acts gab es in
       all den Jahren, einige davon machten eine ziemliche Welle.
       
       Drei Abende, von Donnerstag bis Samstag, feiert man an unterschiedlichen
       Orten. Den Auftakt machen das Sound 8 Orchestra und The Shift, eine
       Kollaboration von Phoebe Killdee (Nouvelle Vague) und Ole Wulfers
       (Kapaikos, Party Dikator) im Schokoladen (14.3., 19 Uhr, Tickets im VVK
       10,90 Euro).
       
       Und am Samstag gleich nochmal El Khat (diesmal solo) und zudem Lake Felix,
       dem zweiten Projekt der umtriebigen Katharina Kollmann aka Nichtseattle,
       diesmal in der Friedrichshainer Galiläakirche – die mit freiem Eintritt
       lockt (16.3. 20 Uhr, [8][weitere Infos gibt es hier]).
       
       6 Mar 2024
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.blo-ateliers.de/warm-up-flinta-fest-at-blo-ateliers
 (DIR) [2] https://femalepressure.wordpress.com/
 (DIR) [3] https://t.rausgegangen.de/tickets/angry-women-joanna-gemma-auguri-hazel-iris-anchoress-aniqo
 (DIR) [4] https://archive.org/details/angrywomeninrock00juno/mode/2up
 (DIR) [5] https://www.gretchen-club.de/detail.php?id=2686
 (DIR) [6] https://www.koka36.de/yin-yin_ticket_161540.htm
 (DIR) [7] https://hebbel-am-ufer-tickets.reservix.de/p/reservix/event/2229360?_locale=de).%20Sonstige%20Infos%20zum%20Festival%20vom%2014.-16.3.%3A%20https%3A%2F%2Fwww.hebbel-am-ufer.de%2Fprogramm%2Ffestivals-projekte%2Fclaiming-common-spaces-vi
 (DIR) [8] http://www.amstart.tv/vorschau.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stephanie Grimm
       
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