# taz.de -- Hohe Emissionen wegen Dürre: CO₂-Rekord wegen Diesel und Kohle
       
       > Es liegt an der globalen Trockenheit und am Wachstum Chinas: Die
       > CO₂-Emissionen im Energiebereich haben 2023 erneut zugenommen. Nicht zum
       > letzten Mal.
       
 (IMG) Bild: Luftaufnahme von Kohlehalden in einem Kohlekraftwerk in Xiangyang, China
       
       Paris afp | Die weltweiten CO₂-Emissionen im Energiebereich haben im
       vergangenen Jahr um 1,1 Prozent zugenommen – und so einen neuen Höchststand
       erreicht. Grund dafür ist unter anderem eine geringere Produktion mit
       Wasserkraft wegen zahlreicher Dürren sowie das chinesische
       Wirtschaftswachstum, wie aus einem [1][Bericht der Internationalen
       Energieagentur (IEA)] vom Freitag hervorgeht. Über das Jahr gesehen stieß
       der [2][Energiesektor] 37,4 Milliarden Tonnen CO₂ aus – rund 90 Prozent der
       globalen Gesamtemissionen.
       
       Die Zunahme im Jahresvergleich fiel mit 410 Millionen Tonnen immerhin
       weniger stark aus als im Vorjahr. 2022 waren 490 Millionen Tonnen CO₂ mehr
       ausgestoßen worden als 2021.
       
       Allein die wetterbedingten Probleme der Wasserkraft sorgten für einen
       Anstieg der Emissionen um 170 Millionen Tonnen. Das liegt daran, dass
       Länder mit großen Wasserkraftkapazitäten wie China, Kanada und Mexiko wegen
       der Trockenheit auf alternative und deutlich klimaschädlichere
       Energiequellen wie Diesel oder Kohle umschwenken mussten.
       
       China alleine verursachte 2023 zudem den Ausstoß von 565 Millionen Tonnen
       CO₂. Hier fiel der Anstieg stark aus, weil die Wirtschaft des Landes sich
       später als die der meisten anderen von der Corona-Pandemie erholte. Zudem
       verbraucht China weiterhin viel Kohle. In vielen Industrieländern gingen
       die Emissionen hingegen trotz steigender Wirtschaftsleistung zurück.
       
       ## Emissionen sollen ab 2025 sinken
       
       Nach Berechnungen von Klimaforschern [3][müssen die CO₂-Emissionen in den
       kommenden Jahren stark sinken], um ein katastrophales Ausmaß der
       Erderwärmung zu verhindern. Spätestens im Jahr 2025 sollten die Emissionen
       demnach ihren Höhepunkt erreicht haben und ab dann zurückgehen.
       
       Die IEA betonte, dass sich zumindest der Ausbau der erneuerbaren Energien
       auf dem richtigen Weg befinde. „Der Übergang zu sauberen Energien schreitet
       schnell voran und bremst die Emissionen – selbst bei einem weltweiten
       Energiebedarf, der 2023 schneller steigt als 2022“, betonte IEA-Chef Fatih
       Birol.
       
       China ist zwar für einen Großteil der aktuellen Emissionen verantwortlich,
       gerade bei den Erneuerbaren ist das Land aber auch ein Musterschüler. Die
       IEA veröffentlicht am Freitag einen separaten Bericht, der sich speziell
       mit dem Thema Erneuerbare befasst und einen starken Anstieg der Solar- und
       Windenergie dokumentiert. Der Ausbau der erneuerbaren Energien sei jedoch
       „zu sehr auf die fortgeschrittenen Volkswirtschaften und China
       konzentriert“, während der Rest der Welt hinterherhinke, erklärte Birol.
       
       1 Mar 2024
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.iea.org/news/major-growth-of-clean-energy-limited-the-rise-in-global-emissions-in-2023
 (DIR) [2] /Risiken-der-Kohlenstoffspeicherung-CCS/!5995246
 (DIR) [3] /Klimaschutz-in-der-EU/!5990507
       
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