# taz.de -- Ukrainische Geländegewinne: Russland ist verwundbar
       
       > Trotz der lahmenden Unterstützung macht die Ukraine Geländegewinne und
       > trifft das russische Hinterland. Die Partner sollten der Ukraine
       > vertrauen.
       
 (IMG) Bild: Ein ukrainischer Panzer feuert an der Front in der Region Donbass im Februar 2024
       
       Die Debatten über Kriegsverlauf oder gar Kriegsende in der Ukraine nehmen
       dieser Tage international merkwürdige Wendungen an. [1][Der Papst] rät den
       Ukrainer:innen, die weiße Flagge zu hissen, der deutsche Kanzler Olaf
       Scholz verstrickt sich in einem [2][nicht enden wollenden Debakel] um die
       Nichtlieferung von Taurus-Marschflugkörpern, der ungarische Präsident
       Victor Orbán plaudert nach einem Besuch bei Ex-US-Präsident Donald Trump
       aus, dass dieser keinen Cent für die Ukraine ausgeben will. Sofern er
       erneut Präsident der USA werden würde.
       
       Während diese Akteure suggerieren, das Kriegsgeschehen könnte sich an ihren
       Äußerungen entscheiden, werden Tatsachen in der Ukraine selbst geschaffen.
       Einmal mehr wird klar, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj
       nicht darauf warten will, ob ihm die Verbündeten, die EU oder gar die
       Weltgemeinschaft vertrauen und entsprechend handeln oder sich lieber in
       Verzögerungsdiskussionen suhlen.
       
       Es ist ein äußerst geschickter Schachzug, dem Aggressor Putin nur wenige
       Tage vor den sogenannten Präsidentschaftswahlen in Russland zu zeigen, dass
       die Ukraine noch immer zu strategisch wichtigen Angriffen in der Lage ist.
       Bestes Beispiel sind Bilder einer [3][brennenden Ölraffinerie] in der
       russischen Region Nischni Nowgorod, verursacht offenbar durch einen
       ukrainischen Drohnenangriff.
       
       Die Strategie der kleinen Nadelstiche, wie sie über den Kriegsverlauf
       hinweg mehrfach zum Einsatz kam, scheint aufzugehen.
       
       Russland ist verwundbar. Auch wenn internationale Partner dies in den
       vergangenen Wochen häufig anders darstellten. Braucht es noch mehr
       Vertrauensbeweise aus der Ukraine?
       
       Die vollmundigen Ankündigungen, etwa seitens der EU-Partner, Waffen sowie
       Munition zu schicken, sollten dringend an Fahrt aufnehmen. Die USA haben am
       Dienstagabend deutscher Zeit bekanntgegeben, der Ukraine Waffen im Wert von
       rund 300 Millionen US-Dollar aus den Pentagonbeständen bereitzustellen. Das
       ist nicht genug, doch das 60-Milliarden-Dollar-Paket von Joe Biden wird von
       den Republikanern blockiert. Innenpolitischer Zwist dieser Art sowohl in
       Deutschland als auch in den USA muss zu einem Ende kommen. Unwägbarkeiten
       gibt es an der tatsächlichen Front genug.
       
       12 Mar 2024
       
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 (DIR) Tanja Tricarico
       
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