# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Tausende bei Kundgebungen
       
       > In Berlin demonstrieren laut Veranstalter etwa 10.000 Menschen gegen den
       > russischen Angriffskrieg. Bei einem Drohnenangriff auf Odessa gab es
       > einen Toten.
       
 (IMG) Bild: Eine Frau schwingt die ukrainische Flagge vor dem Brandenburger Tor
       
       ## Festnahmen in Moskau wegen Gedenken an Kriegsbeginn
       
       Russinnen und Russen haben am zweiten Jahrestag der Invasion in die Ukraine
       Blumen an Denkmälern in Moskau niedergelegt. Die russische
       Menschenrechtsorganisation OVD-Info, die Verhaftungen aus politischen
       Gründen beobachtet und Rechtsbeistand leistet, teilte mit, in der
       Hauptstadt seien dabei mindestens fünf Menschen festgenommen worden.
       
       Die Festgenommenen hätten Schilder mit der Aufschrift „Nein zum Krieg“
       getragen oder an einer wöchentlichen Demonstration teilgenommen, bei der
       die Rückkehr der mobilisierten russischen Soldaten aus der Ukraine
       gefordert wurde, meldete OVD-Info. Die Polizei habe auch eine junge Frau
       festgenommen, die Blumen in den ukrainischen Nationalfarben Blau und Gelb
       an einem Moskauer Denkmal für die Opfer politischer Unterdrückung
       niederlegte. (ap)
       
       ## Ukrainische Agrarprodukte in Polen aus Güterzug verschüttet
       
       Unbekannte haben im polnischen Grenzbahnhof Dorohusk ukrainische Sojabohnen
       aus einem Güterzug verschüttet. Die Polizei habe Ermittlungen aufgenommen,
       berichtete die polnische Nachrichtenagentur PAP am Samstag. Man gehe nach
       ersten Erkenntnissen davon aus, dass rund fünf Tonnen des Lebensmittels
       beschädigt worden seien. Hintergrund dürften die Proteste polnischer Bauern
       gegen günstige ukrainische Agrarimporte seien. Es ist nicht der erste
       Vorfall dieser Art.
       
       Der stellvertretende ukrainische Regierungschef und Infrastrukturminister
       Olexander Kubrakow forderte die polnischen Strafverfolgungsbehörden zum
       raschen Handeln auf. „Die systematische Zerstörung ukrainischer
       Agrarprodukte gleicht einer geplanten Sabotage“, kritisierte der Politiker.
       „Unser Land verteidigt sich und überlebt auch dank der Bauern.“
       
       Zuletzt hatten sich die Protestaktionen polnischer Landwirte verschärft.
       Sie wollen verhindern, dass billigeres ukrainisches Getreide auf den
       heimischen Markt gelangt. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor
       zwei Jahren hatte Brüssel alle Importzölle und -quoten für
       landwirtschaftliche Produkte ausgesetzt, um dem Land wirtschaftlich zu
       helfen. (dpa)
       
       ## Bulgarien: Europäische Lösung für die Ukraine
       
       Zwei Jahre nach Beginn von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat
       der bulgarische Präsident Rumen Radew zu einer europäischen Lösung für die
       Ukraine aufgerufen. Unterdessen sicherte Regierungschef Nikolaj Denkow am
       Samstag der Ukraine die andauernde Unterstützung des Nato- und EU-Mitglieds
       Bulgarien zu.
       
       „Lasst uns endlich eine autonome europäische Lösung suchen“, sagte der als
       russlandfreundlich geltende Staatschef Radew. Er rief zu Dialog und
       Mechanismen auf, mit denen die militärischen Handlungen unverzüglich
       beendet werden und Verhandlungen beginnen sollten. „Der Weg, den wir
       eingeschlagen haben, eine Lösung zu suchen, die auf einem Sieg auf dem
       Kampffeld basiert, liefert kein Ergebnis“, meinte der frühere Kampfjetpilot
       und Luftwaffenchef. Der Ukraine-Krieg sei nach zwei Jahren zur „Bedrohung
       für die globale Sicherheit“ geworden, warnte Radew.
       
       Der prowestlich gesinnte Regierungschef Denkow sagte in einem Aufruf: „Vor
       zwei Jahren erinnerte uns der Kreml, dass wir um den Frieden ringen und
       unsere Werte verteidigen müssen.“ Bulgarien verteidige diese Werte, indem
       es die Ukraine weiter unterstütze, betonte er. Russland kämpfe gegen „das
       Recht auf freies, glückliches und vollwertiges Leben“ von jedem in Europa,
       sagte Denkow. (dpa)
       
       ## Demonstrationen in mehreren deutschen Städten
       
       Zum zweiten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine am 24.
       Februar 2022 haben in mehreren deutschen Städten tausende Menschen an
       Protestkundgebungen und Gedenkveranstaltungen teilgenommen. In Berlin
       versammelten sich nach Angaben der exilukrainischen Organisation Vitsche
       bis zu 10.000 Menschen vor dem Brandenburger Tor. Mehrere tausend
       Teilnehmende gab es zudem in Köln.
       
       Die Polizei sprach in Berlin und Köln jeweils von etwa 5.000 Teilnehmenden.
       Neben Vitsche hatten mehr als 50 weitere deutsche und ukrainische
       Organisationen zu der Kundgebung in der Hauptstadt aufgerufen. „Berlin
       steht uneingeschränkt an der Seite der Ukraine“, sagte der Regierende
       Bürgermeister Kai Wegner (CDU), der als Redner auf der Protestveranstaltung
       sprach. Er forderte auch zügig mehr militärische Unterstützung für das
       Land, unter anderem mit deutschen Taurus-Marschflugkörpern.
       
       Verlangt wurden auf der Kundgebung neben einer Ausweitung der Militärhilfe
       die Übertragung eingefrorener russischer Vermögenswerte an die Ukraine, das
       Schließen von Lücken bei den gegen Russland verhängten Sanktionen sowie
       deren Ausweitung. Weitere Forderungen betrafen die Bekämpfung russischer
       Desinformation und Spionage, die Schließung des Russischen Hauses in Berlin
       sowie eine nachhaltige Friedenslösung unter Berücksichtigung der
       Souveränität und Freiheit der Ukraine. Das Brandenburger Tor sollte wie
       bereits im Vorjahr später in den Landesfarben der Ukraine blau-gelb
       angestrahlt werden.
       
       Aktivistinnen und Aktivisten der Organisation Greenpeace hatten bereits am
       Morgen die Botschaft „Stoppt das Töten“ auf die Fassade der russischen
       Botschaft in Berlin projiziert. Greenpeace verwies mit der Protestaktion am
       Samstagmorgen nach eigenen Angaben „auf die direkte Verantwortung der
       russischen Führung unter Präsident Wladimir Putin für den Tod und die
       Verwundung von mutmaßlich über 500.000 Menschen“.
       
       „Hands of Ukraine“ (Hände weg von der Ukraine) war auf einem weiteren
       projizierten Schriftzug auf dem Botschaftsgebäude zu lesen. „Putins
       Entscheidung, Völkerrecht zu brechen und die Ukraine am 24. Februar 2022
       anzugreifen, hat Tod und unendliches Leid über die Menschen in der Ukraine
       gebracht“, erklärte Greenpeace.
       
       Die Kundgebung in Köln stand unter dem Motto „Gemeinsam für die Ukraine und
       für Demokratie“. „In der Ukraine entscheidet sich die Zukunft unseres
       Kontinents“, hieß es von Seiten der Veranstalter. Aufrufe zu weiteren
       Kundgebungen, zu denen unter anderem die Europa-Union aufrief, gab es unter
       anderem in Bremen, Hannover, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart, Erfurt und
       München.
       
       In Berlin hatte auch Vitsche geplant, mit Projektionen auf das russische
       Botschaftsgebäude in Berlin gegen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu
       protestieren. Dies war allerdings von der Justiz mit der Begründung
       verboten worden, die Aktion könne „die Würde“ der diplomatischen Mission
       beeinträchtigen, die nach internationalem Recht geschützt werden müsse. Die
       Verbotsentscheidung wurde am Freitag in letzter Instanz vom
       Bundesverfassungsgericht bestätigt.
       
       Vitsche äußerte sich darüber „enttäuscht“. Es sei nicht nachvollziehbar,
       warum „die Würde der russischen Botschaft“ höher zu bewerten sei als der
       Protest gegen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg. Die Organisation wies
       darauf hin, dass in anderen europäischen Hauptstädten solche Aktionen
       selbstverständlich zulässig seien.
       
       Anlässlich des Jahrestages hatte es in Berlin bereits am Freitagabend eine
       Demonstration für Frieden in der Ukraine vor dem Reichstagsgebäude gegeben.
       „Stoppt das Töten in der Ukraine! Für Waffenstillstand, Verhandlungen und
       den Rückzug des russischen Militärs“, hieß es dort auf einem Transparent.
       Mit Kerzen wurde ein Friedenssymbol gebildet. Aktivistinnen und Aktivisten
       zogen anschließend zur russischen Botschaft. Einige legten dort Blumen für
       den in Lagerhaft zu Tode gekommenen russischen Oppositionspolitiker Alexej
       Nawalny nieder. (afp)
       
       ## Medwedew: Russland wird sich für Sanktionen „rächen“
       
       Der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew hat Rache angekündigt für die
       jüngsten Sanktionen des Westens. „Wir müssen uns daran erinnern und uns an
       ihnen rächen, wo immer es möglich ist. Sie sind unsere Feinde“, schrieb der
       stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats am Samstag im
       Onlinedienst Telegram.
       
       Die USA hatten am Freitag anlässlich des zweiten Jahrestags der russischen
       Offensive in der Ukraine und im Zusammenhang mit dem Tod des inhaftierten
       Kreml-Kritikers Alexej Nawalny neue massive Sanktionen gegen Moskau
       verkündet. Zuvor hatte auch die EU ein neues Sanktionspaket angekündigt.
       
       Medwedew gilt als einer der hartnäckigsten Befürworter der Offensive und
       greift die Ukraine und ihre westlichen Verbündeten regelmäßig mit scharfen
       Worten an. In seinem Telegram-Beitrag rief er am Samstag auch dazu auf, in
       westlichen Ländern verdeckte Operationen auszuführen. Er sprach von
       „Aktivitäten einer bestimmten Art, über die man nicht öffentlich reden
       kann“. (afp)
       
       ## Toter und Verletzte bei Drohnenangriff auf Odessa
       
       Bei Drohnenangriffen auf die [1][ukrainische Hafenstadt Odessa] hat es in
       der zweiten Nacht in Folge Opfer gegeben. Nach Angaben von Behörden und
       Anwohnern wurde in der Nacht zum Samstag ein Mann in einem einstöckigen
       Wohnhaus getötet, drei weitere Menschen wurden verletzt und erlitten den
       Rettungsmannschaften zufolge schwere Brandwunden und Knochenbrüche.
       
       Am Samstag liefen Aufräumarbeiten in den Trümmern des Hauses, in dem den
       Angaben nach ein älteres Ehepaar wohnte. Das Wohnhaus war nach dem
       Drohnentreffer weitgehend zerstört. Trümmer lagen weit verstreut, auch
       angrenzende Gebäude waren beschädigt. Der Beginn des russischen
       Angriffskrieges gegen das Nachbarland jährt sich an diesem Samstag zum
       zweiten Mal. (dpa)
       
       ## Niederlande unterstützen Ukraine: „Ihr seid nicht allein“
       
       Der niederländische Premier Mark Rutte hat der Ukraine die andauernde
       Unterstützung seines Landes zugesichert. „Ihr seid nicht allein. Wir stehen
       hinter euch“, sagte Rutte am Samstag in einer Videobotschaft auf X (vormals
       Twitter) zum zweiten Jahrestag des Kriegsbeginns. Dies sei nicht nur ein
       Kampf der Ukraine. „Es geht auch um unsere eigene Sicherheit. Denn wenn
       Putin in der Ukraine erfolgreich ist, wird er da nicht stoppen.“ Der
       Niederländer gilt auch als Favorit für den Posten des Nato-Generalsekretärs
       als Nachfolger von Jens Stoltenberg, der zum Oktober aus dem Amt scheidet.
       
       Auch König Willem-Alexander und Königin Máxima bekräftigten ihre
       Unterstützung der Ukraine. In einer vom Hof verbreiteten Botschaft pries
       das Paar die „große Standhaftigkeit und den Mut“ des ukrainischen Volkes
       gegen die russische Aggression. „Wir bleiben vereint in unserer
       Unterstützung der ukrainischen Männer und Frauen, die für Freiheit,
       Demokratie und Recht kämpfen. Ihre Hingabe ist ein Beispiel und eine
       Inspiration für uns alle“. (dpa)
       
       ## Generalsekretär Stoltenberg: „Ukraine wird Nato beitreten“
       
       Zum zweiten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine hat
       Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg einen Eintritt des Landes in das
       Bündnis bekräftigt. „Die [2][Ukraine wird der Nato beitreten]. Es ist nicht
       die Frage, ob, sondern wann“, sagte der Norweger am Samstag in einer
       Video-Botschaft.
       
       „Während wir sie auf diesen Tag vorbereiten, wird die Nato der Ukraine
       weiterhin zur Seite stehen“, sagte Stoltenberg. Das Ziel von Kremlchef
       Wladimir Putin, die Ukraine zu beherrschen, habe sich nicht geändert. Der
       russische Präsident habe diesen Krieg begonnen, weil er der Ukraine die Tür
       zur Nato verschließen und das Recht verweigern wollte, ihren eigenen Weg zu
       wählen. Doch er habe genau das Gegenteil erreicht.
       
       Die Nato-Staaten betonten ebenfalls, dass die [3][Zukunft der Ukraine in
       dem Bündnis] liege. Man arbeite eng zusammen, um die weitere Integration
       der Ukraine in die Nato im Einklang mit den Beschlüssen des Vilnius-Gipfels
       zu unterstützen, hieß es in einer Erklärung des Nato-Ukraine-Rates vom
       Samstag. „Russland trägt die volle Verantwortung für diesen Krieg, der
       einen eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht, einschließlich der
       UN-Charta, darstellt und für den es voll zur Rechenschaft gezogen werden
       muss. Wir erkennen Russlands illegale und unrechtmäßige Annexionen,
       einschließlich der Krim, nicht an und werden dies auch niemals tun.“ Die
       Bündnispartner seien nach wie vor entschlossen, die Ukraine so lange zu
       unterstützen, wie es für die Ukraine erforderlich ist, um sich
       durchzusetzen. (dpa)
       
       ## Von der Leyen übergibt 50 Fahrzeuge an Ukraine
       
       EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am zweiten Jahrestag des
       russischen Überfalls auf die Ukraine 50 Fahrzeuge an die ukrainische
       Nationalpolizei und die Generalstaatsanwaltschaft übergeben. Die weißen
       Geländewagen würden den Behörden dabei helfen, „die Gebiete zu
       stabilisieren, die die ukrainischen Streitkräfte so mutig von der illegalen
       russischen Besetzung befreit haben“, sagte von der Leyen laut einer
       Mitteilung der Kommission am Samstag.
       
       „Die heutige Lieferung schließt sich an die jüngste Lieferung eines
       modernen Minenräumungsgeräts von der EU an die Ukraine an. Mit dieser
       Ausrüstung helfen wir der Ukraine, in zurückeroberten Gebieten wieder für
       Sicherheit zu sorgen.“ (dpa)
       
       ## Menschenrechtsbeauftragte: Kriegsverbrechen Alltag in Ukraine
       
       Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Luise Amtsberg (Grüne),
       wirft Russland Angriffe auf die ukrainische Zivilbevölkerung vor. In seinem
       barbarischen Krieg bombardiere der russische Präsident Wladimir Putin
       gezielt Geburtskliniken oder als Zufluchtsorte genutzte Theater, sagte
       Amtsberg am Samstag in Berlin. Vor zwei Jahren hatte der russische
       Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen.
       
       Familien würden auf der Flucht in ihren Autos zur Zielscheibe, sagte
       Amtsberg. Die brutale Gewalt gegen die Zivilbevölkerung, die Verschleppung
       von Kindern und das Verschwindenlassen von Menschen solle die Menschen
       zermürben, die ukrainische Identität zerstören und freie und kritische
       Stimmen gegen die russische Besatzung unterdrücken. „Diese
       Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und massenhafte
       Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht sind zum unerträglichen Alltag
       für die Menschen in der Ukraine geworden“, sagte die
       Menschenrechtsbeauftragte.
       
       Gemeinsam arbeite Deutschland mit der Ukraine und weiteren Partnern an der
       Dokumentation, Aufklärung und strafrechtlichen Verfolgung dieser
       Verbrechen. „Zugleich setzen wir uns gemeinsam dafür ein, die in Bezug auf
       das Aggressionsverbrechen bestehenden Lücken im internationalen Strafrecht
       zu schließen“, sagte Amtsberg. Putin und sein Regime müssten zur
       Verantwortung gezogen werden. (dpa)
       
       ## Greenpeace protestiert gegen russischen Angriffskrieg
       
       Zum zweiten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine haben
       Aktivistinnen und Aktivisten der Organisation Greenpeace die Botschaft
       „Stoppt das Töten“ auf die Fassade der russischen Botschaft in Berlin
       projiziert. Greenpeace verwies mit der Protestaktion am Samstagmorgen nach
       eigenen Angaben „auf die direkte Verantwortung der russischen Führung unter
       Präsident Wladimir Putin für den Tod und die Verwundung von mutmaßlich über
       500.000 Menschen“.
       
       „Hands of Ukraine“ (Hände weg von der Ukraine) war auf einem weiteren
       projizierten Schriftzug auf dem Botschaftsgebäude zu lesen. „Putins
       Entscheidung, Völkerrecht zu brechen und die Ukraine am 24. Februar 2022
       anzugreifen, hat Tod und unendliches Leid über die Menschen in der Ukraine
       gebracht“, erklärte Greenpeace. Dies betreffe auch „den Tod und die
       Verwundung Hunderttausender eigener Bürger:innen, die einen sinnlosen Krieg
       in der Ukraine führen müssen“.
       
       „Russland muss das Töten in der Ukraine beenden und sich wieder
       zurückziehen“, forderte Greenpeace-Abrüstungsexperte Alexander Lurz.
       „Gleichzeitig muss die internationale Gemeinschaft wie die Bundesregierung
       die Unterstützung für die Ukraine entschlossen fortsetzen, aber auch die
       diplomatischen Anstrengungen wieder verstärken, um den Krieg zu beenden“,
       verlangte er weiter.
       
       Zuvor hatte auch die exilukrainische Organisation Vitsche geplant gehabt,
       mit Projektionen auf das russische Botschaftsgebäude in Berlin gegen den
       völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands zu protestieren. Dies war
       allerdings von den Behörden mit der Begründung verboten worden, die Aktion
       könne „die Würde“ der diplomatischen Mission beeinträchtigen. (afp)
       
       ## Von der Leyen und Meloni zu Besuch in Kiew
       
       Anlässlich des zweiten Jahrestags der russischen Invasion in der Ukraine
       sind mehrere westliche Spitzenpolitiker nach Kiew gereist.
       EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Italiens Regierungschefin
       Giorgia Meloni und der kanadische Premierminister Justin Trudeau trafen am
       Samstag zu einem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt ein. Am Nachmittag
       halten die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten eine Videokonferenz
       mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski ab.
       
       Sie sei nach Kiew gereist, „um den außergewöhnlichen Widerstand des
       ukrainischen Volkes zu feiern“, schrieb von der Leyen im Onlinedienst X,
       vormals Twitter. „Mehr denn je stehen wir fest an der Seite der Ukraine.
       Finanziell, wirtschaftlich, militärisch, moralisch. Bis das Land endlich
       frei ist“, betonte die EU-Kommissionspräsidentin.
       
       Die italienische Regierung veröffentlichte Videoaufnahmen, die Melonis
       Ankunft am Kiewer Bahnhof zeigten. Italien hat derzeit den G7-Vorsitz inne.
       Bei dem virtuellen Treffen der Staatengruppe mit Selenski soll über eine
       Verschärfung der Sanktionen gegen Russland beraten werden. Zu den G7 zählen
       neben Italien die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan und
       Kanada.
       
       Der kanadische Regierungschef Trudeau reiste ebenfalls nach Kiew. Ein
       Sprecher der ukrainischen Bahngesellschaft postete auf Facebook ein Foto
       von Trudeaus Ankunft am Bahnhof in Kiew. (afp)
       
       ## Botschafter: Katastrophe wirkt auf nächste Generationen
       
       Der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev hat zum zweiten Jahrestag des
       russischen Angriffs auf die Ukraine auf die langfristigen Auswirkungen für
       ganz Europa hingewiesen. „Das Ausmaß dieser Katastrophe wird sich auf das
       Leben der nächsten Generationen von Ukrainern und Europäern auswirken“,
       sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag): 80 Jahre nach dem
       Zweiten Weltkrieg erzählten wieder Eltern und Großeltern ihren Kindern und
       Enkeln von den Bombardierungen. „Es gibt in der Ukraine viele Kinder, die
       in den zehn Jahren ihres jungen Lebens nichts anderes als Krieg erlebt
       haben“, sagte Makeiev. Das sei „eine Tragödie“.
       
       Er könne nicht sagen, wann dieser Krieg gewonnen werde, sagte Makeiev. „Es
       sind noch immer viele Gebiete und Millionen Menschen unter russischer
       Besatzung. Wir müssen sie von dieser Besatzung und von all den Gräueltaten
       befreien“, unterstrich der Botschafter. „Wir haben heute eine große
       Koalition hinter uns, aber leider nicht genug Waffen und Munition, um
       diesen Krieg schneller zu gewinnen. (epd)
       
       ## Scholz: Wir unterstützen die Ukraine „so lange wie nötig“
       
       Zwei Jahre nach dem russischen Angriff bekräftigt Bundeskanzler Olaf Scholz
       (SPD) die anhaltende Unterstützung der Ukraine bei ihrer
       Selbstverteidigung. „Und zwar so lange wie nötig“, sagte er in der
       aktuellen Ausgabe des Videoformats „Kanzler Kompakt“, die am
       Samstagvormittag veröffentlicht werden sollte. In den Mittelpunkt stellte
       er darin die Erhöhung der deutschen Verteidigungsausgaben zur Stärkung der
       Bundeswehr.
       
       Vor zwei Jahren, am 24. Februar 2022, hatten russische Truppen das
       Nachbarland in einer großangelegten Operation überfallen. Nach Schätzungen
       der Vereinten Nationen wurden seit Beginn der Invasion bis zum 7. Februar
       2024 mehr als 10.000 Zivilisten getötet und knapp 20.000 verletzt.
       
       Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) schrieb in einem
       Gastbeitrag für die „Bild“-Zeitung (Samstag), wer behaupte, dass
       Waffenlieferungen den Krieg verlängern, spiele dem russischen Präsidenten
       Wladimir Putin in die Hände. Es sei eine Lüge zu sagen, dass der Westen die
       Ukraine von Verhandlungen abhalte.
       
       „Fakt ist: Seit 731 Tagen arbeiten wir unermüdlich mit unseren
       internationalen Partnern daran, dass es in der Ukraine endlich wieder
       Frieden gibt. Fakt ist auch: Bereits im März 2022 verhandelte die Ukraine
       in Istanbul mit Russland und war zu Zugeständnissen bereit“, schrieb
       Baerbock. Natürlich sei Grundlage gewesen, dass Russland seine Truppen
       zurückzieht. (epd)
       
       24 Feb 2024
       
       ## LINKS
       
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       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Zwei Jahre Krieg in der Ukraine
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